Lahr Mädchen betreuen ausgesetzte Katzen

Lahr - In einem Garten am Mietersheimer Galgenberg leben Katzen, die von Menschen ausgesetzt worden sind. Um die Tiere kümmern sich Mädchen und junge Frauen – dafür wollen sie sogar das Grundstück erwerben, das jetzt zum Verkauf steht.

Katzen kennen ihre Betreuer bereits seit sieben Jahren 

"Kimba", "Luna" und "Dreamer", drei von insgesamt acht Gartenkatzen, warten auf ihre Betreuerinnen. Ob sie ihre Zuneigung auf die Person beschränken oder nur auf die Hand, die sie liebevoll streichelt und füttert, bleibt ihr Geheimnis.

Die Gartenkatzen im Gewann Galgenberg in Mietersheim kennen die Schwestern Sina (17) und Yara (12) seit 2013. Aber die Pflege der Samtpfoten geht noch viel weiter zurück. "Wann es genau begonnen hat, wissen wir nicht", sagt Sina. Mit ihren Freundinnen Ines (12) und Leila (19) sowie mit Corinna und Elke Zahs aus Mietersheim betreut sie die Streuner.

Auf die Frage nach den Anfängen erzählen Sina und Yara von einem alten Mann, der sich schon vor vielen Jahren der Katzen angenommen habe. Mehr als 80 seien es gewesen, die irgendwann am Galgenberg ausgewildert wurden. Diese Herde dürfte dem Mann wohl über den Kopf gewachsen sein.

Kleiner Stamm an Ehrenamtlichen kümmert sich um die Streuner 

Sich selbst überlassen, lebten die Tiere auf einem Nachbargrundstück, bis sich Elke und Corinna Zahs der Sache annahmen. Gemeinsam mit einem kleinen Stamm Ehrenamtlichen und mit Unterstützung des Lahrer Tierheims übernahmen sie Verantwortung für die wilden Katzen. Nach und nach wurden die Tiere geimpft, kastriert und von Flöhen befreit. Jungtiere wurden vermittelt und in gute Hände vergeben. Geblieben sind acht Katzen zwischen vier und 14 Jahren.

Neu hinzugekommen ist "Dreamer" ein schwarzer Kater mit weißen Pfötchen und weißem Schnurrbart. "Plötzlich war er da – unser Schmuser", stellt Yara fest. Wie auf Knopfdruck streift das Tier mit dem Kopf stupsend um ihre Beine.

Bis zu 80 Katzen lebten auf dem Grundstück

Es ist Fütterungszeit. Jede Katze bekommt ihre eigene Schüssel, die sie ratzfatz sauber schleckt. Älteren Tieren fehlen die Reißzähne, weshalb sie Nassfutter lieben.

Im Bauwagen, der sich wie aus dem Ei gepellt zeigt, reihen sich Kuhlen wie kleine Flucht- und Schutzburgen aneinander. Im Boden eingelassen ist eine Öffnung, durch die die Tiere jederzeit ein- und ausgehen. Im Inneren stehen weitere Näpfe, gefüllt mit Trockenfutter. Eine Art Ahnenwand erinnert an die vielen Fellknäuel, die auf dem Gelände lebten.

Jetzt steht das Terrassengrundstück am Galgenberg zum Verkauf. Die Katzenliebhaberinnen möchten es zum Schutz ihrer Lieblinge erwerben. Dabei hoffen sie auf Spender.

Mädchen investieren ihr Taschengeld in Katzenfutter

Während andere Jugendliche ihres Alters ihr Taschengeld für Kosmetik, Kleidung oder Vergnügen ausgeben, investieren die Mädchen einen großen Teil davon in die Unterhaltung des Geländes und in Katzenfutter. Sie wären dankbar für Unterstützung. "Eigentlich bräuchten wir einen Anhänger, auf den wir Gestrüpp und vieles mehr aufladen könnten", sagt Sina und zeigt hinter sich auf einen alten Zaun und eine kleine Holzbaracke, die ihre besten Zeiten lange hinter sich hat.

Alles für Katzen, die von Menschen ausgesetzt wurden und für die diese Mädchen Verantwortung übernommen haben. Irgendwie sind sie in diese Aufgabe von Kindesbeinen an mit ihren Freundinnen hineingewachsen. Allein am Samstag haben sie gemeinsam sechs Stunden für Ordnung gesorgt, Hecken geschnitten und Unkraut gejätet. Dafür bekommen sie von den Katzen viel zurück – und wenn es nur das zufriedene Räkeln in der Sonne ist, wenn die Bäuche gefüllt sind.

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