Lahr Machen sich die Kleingärtner rar?

Stanislaw Wolf ist täglich in seiner Parzelle. Er sagt: "Was soll ich zu Hause sein, dann bin ich lieber an der frischen Luft." Foto: Bieber Foto: Lahrer Zeitung

Die Kleingärten auf der Landesgartenschau (LGS) werden gut angenommen, meint zumindest die LGS-Gesellschaft. Tatsächlich sieht man aber nicht allzu oft die Pächter in ihren Parzellen.

L ah r. Manchmal hat man das Gefühl, dass der dritte Themenpark, der Kleingartenpark, tatsächlich nur den dritten Rang in der Hierarchie der Themenparks auf der LGS einnimmt. Gerecht wird dieses Urteil dem Kleingartenpark aber damit sicher nicht.

Dort, wo der Marionettenspieler Peter Röß seine auffälligen Zelte aufgeschlagen hat, wo die vielen interessant gestalteten Schaugärten zum Verweilen einladen und vor allem dort, wo die Kleingärten mit den Häuschen sind, ist jede Menge los. Aber wie werden denn die zehn Kleingärten, eine Laube ist immer an eine Parzelle gekoppelt, überhaupt genutzt und von den Pächtern – allesamt übrigens Lahrer – angenommen?

"Die Kleingartenparzellen werden sehr unterschiedlich genutzt, manche der Pächter sind fast täglich in ihren Gärten, andere nur an Wochenenden, so wie dies in anderen Kleingartenanlagen auch der Fall ist", erklärt die LGS-Gesellschaft. Also läuft alles reibungslos, könnte man annehmen. Wenn man sich aber auf dem Gelände umschaut, erblickt man jene Kleingärtner doch eher selten in ihren Parzellen, die sie für rund 400 Euro gepachtet haben – auch am Abend. Wenngleich abends aber immer noch mehr los ist als tagsüber. Nicht selten sieht man nur verriegelte Lauben und herumstehende Gartenmöbel.

Einige regelmäßige LGS-Besucher wollen sogar ausgemacht haben, dass die Pächter ab und an Probleme mit der Einlasskontrolle und den Öffnungszeiten hätten. Manche führten ihre Einlasskarten nicht immer dabei, könnten aber die Schlüssel zur Parzelle vorzeigen, dennoch würden es immer wieder Probleme beim Einlass geben, heißt es konkret. Sollte man nicht eigentlich irgendwann die Pächter persönlich kennen, auch, wenn das Einlasspersonal öfters wechselt, könnte an dieser Stelle kritisch nachgefragt werden.

"Sicherlich stellt der Ausstellungsbetrieb eine besondere Situation dar, die aber auch im Vorfeld so kommuniziert wurde und von den Pächtern gut angenommen wird", erklärt dazu die LGS. So wie der Ausstellungsbetrieb natürlich mit gewissen Einschränkungen wie den verbindlichen Öffnungszeiten verbunden sei, so erlebten viele der Pächter die Gartenschau aber mehr als Bereicherung. Es komme laut LGS-Gesellschaft immer wieder zu "interessanten Gesprächen mit Ausstellern oder Gästen".

Auch profitierten die Pächter von den Veranstaltungen auf der Bühne. Anscheinend sind die Parzellen so beliebt, dass an den zusätzlich nach der LGS entstehenden Parzellen bereits eine rege Nachfrage bestehe. Insgesamt sollen im Kleingartenpark etwa 60 Parzellen eingerichtet werden, dafür sollen mitunter die Schaugärten sukzessive nach der LGS abgebaut und in Parzellen umgewandelt werden.

Nach der LGS übernimmt die Abteilung Liegenschaften und Verwaltungsservice der Stadt Lahr die Verpachtung der Parzellen. Die Größen der Parzellen variieren zwischen 103 und 220 Quadratmeter. Während der LGS fällt eine Kleingartenpacht an. Diese beträgt für jede Parzelle 15 Euro pro einhundert Quadratmeter. Eine Grundgebühr von 378 Euro fällt zudem noch für die Laube an. Wie es nach der LGS damit ausschaut, ist noch nicht genau klar.

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