Lahr LZ-Check: Trend-Messe kommt 2020 wieder

Lahr - Die Verbrauchermesse "Trendy und cool" auf dem LGS-Gelände zieht nach vier Tagen eine gemischte Bilanz. Geschätzt 17.000 Besucher kamen, weniger als erwartet. Für nächstes Jahr ist eine Wiederholung fest geplant. Die Messe im LZ-Check.

Es war ein Auftakt, der mit großem zeitlichen Vorlauf und viel professioneller Vorbereitung über die Bühne gegangen war. Von Christi Himmelfahrt bis Sonntag dauerte die Schau im Seepark, wo einst das große weiße E-Werk-Zelt gestanden hatte. Rund 200 Aussteller hatte Messe-Macherin Regina Rieger für die Premiere der Schau zusammenbekommen.

Wie war der Besuch?

Sehr durchwachsen. Am Feiertag, dem Auftakt, kamen vergleichsweise viele Besucher auf das Gelände. Der Freitag war dann ein Komplettausfall, die Händler blieben unter sich, erzählten viele im Gespräch mit unserer Redaktion. Am Samstag nahm die Besucherzahl wieder zu, allerdings auch erst nachmittags, als das Kinderfest in der Innenstadt vorbei war und die Hitze nicht mehr ganz so arg drückte. Einige Besucher blieben noch bis in den späten Abend. Am Sonntag war der Besuch ordentlich, wegen der Hitze mit 30 Grad aber klar schwächer als erhofft. "Wir haben noch keine genauen Zahlen, aber ich schätze, wir kommen auf rund 17.000 Besucher", sagt Rieger.

Was sagen die Händler?

Die waren nicht durchweg zufrieden. Manche berichteten von zumindest ordentlichen Umsätzen. Andere hatten fast nur Aufwand und kaum Erlöse. Über viele Stunden sei fast kein Publikum da gewesen. Fazit: Da dürften viele Händler unterm Strich draufgelegt haben. Einige, war zu erfahren, reisten gar vorzeitig ab.

Woher kamen die Händler?

Ein Teil von ihnen kam aus Lahr und der Region, der große Teil von auswärts.

Was haben sie geboten?

Fast durchgehend sehr hochwertige Waren, mit durchaus interessanten Angeboten aus vielen Lebensbereichen. Artikel rund um Haus und Hof, Modisches, Genusswaren und Dienstleistungen wurden verkauft. Nachhaltige Kult-Mode aus Berlin etwa, Mini-Autos für Senioren und ungewöhnliche Gartensachen. Billigkram und Allerweltssachen waren hingegen kaum zu finden.

Was sagen die Besucher?

Viele, so war an den Messetagen zu hören, waren mit der Schau und ihren Angeboten zufrieden, lobten auch die Vielfalt, schimpften aber mehr oder weniger laut über die Eintrittspreise: "Gute Schau, aber zu teuer", war oft zu hören.

Was hat’s gekostet?

Tagestickets kamen auf zehn Euro, Abendkarten auf sieben Euro. Mehrtageskarten gab es rabattiert. Aber das machte für viele keinen Sinn.

Was gab’s sonst?

An allen Tagen wurde ein Begleitprogramm mit Vorführungen geboten. Das kam bei den Besuchern auch gut an. Auch Kochshows und Modenschauen zogen.

Passt das Gelände?

Eigentlich schon. Aber logistisch ist die Premiere nicht ideal gelaufen. Am ersten Tag gab es erheblichen Ärger mit Ausstellerfahrzeugen, sogar die Polizei musste anrücken. Mancher Gast hatte sich auch mehr Stände entlang des Sees erwartet.

Wie lief das Parken?

Auch die Parksituation für die Besucher ist kritisiert worden. Wer zur Messe wollte, musste weit laufen. Quer durchs LGS-Areal, von der Vogesenstraße her bis in den Seepark, war vielen zu weit, berichteten Aussteller über Besucherreaktionen. Da will Messechefin Rieger nachjustieren.

Wie geht’s weiter?

Regina Rieger wird mit Stadt und LGS-GmbH Bilanz ziehen. Für sie steht aber fest, dass es 2020 eine Neuauflage geben wird. Sie habe noch zahlreiche interessierte Aussteller in der Hinterhand. Über Preise und Messeangebot werde man nochmals nachdenken, räumte sie selbstkritisch ein. "Es war die erste Großveranstaltung nach der Gartenschau auf dem Areal, wir waren die Versuchskaninchen". Man könne und werde Vieles besser machen, sagte Regina Rieger.

  • Bewertung
    5