Lahr "Luksan Wunder" besticht durch vielfältiges Repertoire

Der Lahrer Sandro de Lorenzo (rechts) mit seiner Comedy-Truppe "Luksan Wunder". Foto: Wilhelm Foto: Lahrer Zeitung

Lahr. Die Satire-Gruppe "Luksan Wundershow" transferiert ihre skurrilen, bisweilen absurden Formate vom Internet auf die Bühne. Unter dem Titel "Wenschen, Tiere, Fensationen" hat die Comedytruppe eine aberwitzige, temporeiche Quatschrevue am Wochenende im Schlachthof präsentiert. Vor etwa 50 Zuschauern ging es Schlag auf Schlag. Dabei ließen die vier Protagonisten kein Comedy-Format aus, ob Parodie, Sketch, Stand-Up oder Sprachakrobatik das Motto lautete "Quatsch as Quatsch can".

Sandro de Lorenzo, in Lahr bekannt als Rock Rainer, brachte zusammen mit Jan Geuer die im Internet extrem erfolgreichen "Literal-Videos" auf die Bühne. Dabei werden bekannte Musikvideos neu getextet mit den exakten Inhalten des Bildschirmgeschehens. Die Parodien machten fast mehr Laune als die Originale, wie zum Beispiel "Crow" oder "Deichkind". De Lorenzo bewies, dass er sein Handwerk, in diesem Fall das Rappen, beherrscht.

Geuer, der als Pianist und Sänger zur Gruppe hinzugestoßen ist, brillierte in der Nummer "Wie klingt eigentlich Soul?", sich selbst auf dem Piano begleitend, schmachtete, seufzte und jauchzte er wie Marvin Gaye in seinen ekstatischsten Passagen. Die hervorragende Charlotte Hübsch karikierte sowohl die gestelzte Sprachrhythmik einer Poetry Slammerin als auch die poetische Entrücktheit einer Flöte spielenden schwäbelnden Hobbylyrikerin. Bei "Wie klingt eigentlich British English?" brachte sie eine entzückende Sprachparodie in manieriertem Oxford-English. Sebastian Natto begeisterte mal als dilettierender Zauberkünstler oder bei "Wie klingt eigentlich Italienisch?". Dort spielte er den italienischen Fernsehkoch Salvatore Salmonellico, der aus völlig absurden Zutaten in gebrochenem Deutsch ein Gericht zusammen phantasiert. Herrlich ist zudem auch wie die Truppe in einem Sketch die gestelzte Bedeutsamkeit einer Literatur-Talkshow entlarvt.

"Luksan Wunder" lässt sich in ihrer Vielfalt nicht in eine Schublade pressen. Sie würden sich selbst gern ein bisschen in die Experimentier-Ecke der deutschen Humorlandschaft einsortieren. "Das gibt uns die Möglichkeit, auch mal Gags in den Sand zu setzen und Figuren oder Formate zu entwickeln, die in anderen Medien so nicht möglich wären", teilt die Comedy-Truppe mit. Vieles ist schwierig zu beschreiben, man muss es einfach gesehen haben.

Der Transfer der Formate auf die Bühne kann man als sehr gelungen bezeichnen, perfekt unterstützt auch durch die technischen Möglichkeiten der Lahrer Rockwerkstatt im Schlachthof.

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