Lahr Literarisches Potenzial in der Region

Autorenlesung in der Mediathek (von links): Brigitte Gutmann, Anita Vogel, Rosemarie Volz, Peter Winter, Karin Jäckel, Heidrun Hurst, Eva Schniedertöns Gornik und Christine Störr. Foto: Breuer Foto: Lahrer Zeitung

Von Christine Breuer

Lahr. Die Vielfalt der Literatur haben die Besucher der Autorenlesung in der Mediathek am Freitagabend erlebt. Acht Mitglieder des Autorennetzwerks Ortenau/Elsass gaben Kostproben aus ihren Werken.

Gedichte, Kurzgeschichten, historische Romane, Märchen oder Satire – die Bandbreite der Literatur ist groß. Entsprechend abwechslungsreich war der Abend in der Mediathek. Brigitte Gutmann aus Kappelrodeck, Heidrun Hurst aus Odelshofen, Eva Schniedertüns Gornik aus Bühl, Christine Störr aus Hofstetten, Karin Jäckel aus Oberkirch, Anita Vogel aus Kappelrodeck und Peter Winter aus Lahr gaben dazu lebhafte und eingängige Beweise. Mal romantisch verträumt, mal spannend und dann wieder satirisch und märchenhaft.

Was die Autoren gemeinsam haben, ist nicht nur das Talent zu schreiben. Denn um die Geschichten und Gedichte aufs Papier zu bringen, ist eines noch viel wichtiger: die Begabung, Menschen, Tiere, das Leben zu beobachten und in Wort zu fassen, beispielsweise über eine Schmetterlingsliebe oder die Gedanken der Menschen zu erzählen, die in einem Straßencafé sitzen und die Passanten beobachten. Da geht es auch um den Sinn eines Mäuselebens aus der Sicht einer Katze, die Hassliebe zweier Schwestern oder die Ehefrau und Mutter, die aus der Enge ihres Lebens ausbricht, um dabei auf ihren eigenen Mann zu treffen, dem es nicht anders ergeht.

Die Autoren jonglieren mit Worten, streichen die Bedeutung teilweise auch durch Wortspielereien erst richtig heraus, spielen mit den Gefühlen ihrer Leser respektive ihrer Zuhörer. Sie haben auch keine Scheu, bekannte Texte wie beispielsweise Märchen in eine Geschichte zu packen und daraus Schüttelmärchen zu konstruieren oder aber den Geschlechterkampf unter die Lupe zu nehmen und die Schwächen schonungslos bloßzustellen – was natürlich in satirischer Form nicht beleidigend, sondern äußerst belustigend wirkt. Entsprechend kam das Publikum an diesem Abend bei Peter Winters Anleitung für Männer, die er den Frauen ans Herz legte, auch nicht mehr aus dem Lachen heraus.

Die acht Mitglieder des mehr als 30 Personen zählenden Autorennetzwerks Ortenau/Elsass machten an diesem Abend deutlich, wie viel schriftstellerisches Potenzial in der Region vorhanden ist und dass es nicht immer ein amerikanischer oder skandinavischer Schriftsteller sein muss, der einen spannenden Roman herausbringt. Denn sie schreiben nicht im Hinterzimmerchen und hinter verschlossenen Türen an Geschichten, die nie an die Öffentlichkeit kommen. Im Gegenteil, sie veröffentlichen ihre Werke auf nationaler und internationaler Ebene, in Schriftdeutsch und auf Alemannisch.

Das Autorennetzwerk Ortenau/Elsass wurde im November 2013 gegründet und nimmt noch weitere Mitglieder auf. Weitere Infos dazu und zu den Mitgliedern sowie deren Veröffentlichungen gibt es im Internet unter www. autorennetzwerk-ortenau.de

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