Lahr "LGS macht Lahr schöner und größer"

Fachfrau für Landesgartenschauen – und ein Fan der Schau in Lahr: Sylvie Kostic von Bwgrün, der Förderungsgesellschaft für die baden-württembergischen Landesgartenschauen Foto: Braun

Auch das Land Baden-Württemberg ist auf der Lahrer Gartenschau stark präsent. Sylvie Kostic, die den "Treffpunkt Baden-Württemberg" auf der Schau leitet, kennt viele Landesgartenschauen. Was ist in Lahr besser als andernorts? Was schlechter? Ein Insidergespräch mit der Fachfrau der Landesfördergesellschaft für die Gartenschauen.

 

Frau Kostic, wie viele Landesgartenschauen haben Sie schon für das Land begleitet?

Insgesamt sechs Schauen, davon drei große Landesgartenschauen, dazwischen die kleineren Gartenschauen als Grünprojekte.

Aus Ihrer Erfahrung, im Vergleich zu den bisherigen Schauen: Wie schneidet Lahr aus Ihrer Sicht ab?

Das ist schwierig zu vergleichen. Jede Schau ist anders, legt andere Schwerpunkte. In Lahr gibt es aber sehr viele Punkte, die mich begeistern.

Das wären?

Lahr bekommt mit der Schau einen wunderschönen Badesee und einen traumhaften Park. Das erweitert die Erholungsfläche für die Stadt ganz nachhaltig. Eine sehr gute Investition in die Zukunft der Stadt. Sie wird durch die Schau spürbar größer. Und schöner obendrein.

Wie gefällt Ihnen das Gelände?

Ich finde es sehr gelungen. Es ist sehr groß, größer als bei allen bisherigen Schauen. Es gibt völlig unterschiedliche Bereiche, das finde ich spannend. Der Bürgerpark ist eher sportlich ausgerichtet, der Seepark lädt zum Entspannen und Seele-baumeln-lassen ein. Der Rundweg funktioniert und ist logisch aufgebaut. Das bietet viele Möglichkeiten für die Besucher der Landesgartenschau, aber auch danach für die Bürger, wenn die Schau vorüber ist.

Wie ist die Infrastruktur?

Wirklich gut! Das passt nach meiner Einschätzung alles. Eingänge, Toiletten, Gastronomie, das ist alles stimmig und funktioniert.

Was sagen Sie zur Gastronomie?

Die ist sehr gut. Aus dem Vergleich mit anderen Schauen kann ich ehrlich sagen, dass mir das Essen in Lahr bisher am besten schmeckt (lacht).

Und die Preise?

Die sind im Rahmen dessen, was auf früheren Schauen verlangt wurde.

Die Eintrittspreise?

Für die gilt das Gleiche.

Wie finden Sie die Veranstaltungen?

Das sind wahnsinnig viele in Lahr. Es sollen jetzt rund 4400 sein, habe ich mitbekommen. Bis zu 40 Termine pro Tag, das ist wirklich stark. Dafür ist der Preis wirklich gerechtfertigt. Für Dauerkarten ohnehin. Dass die LGS das Programm selbst zusammengestellt und organisiert hat, verdient wirklich Anerkennung, das ist in dieser Form und Fülle herausragend.

Was sagen Sie zu den Bühnen?

Die funktionieren aus unserer Sicht bestens. Wir hören von den Musikern, dass die technische Unterstützung und die Sound-Anlage wirklich richtig gut sind und sich die Künstler auf den Bühnen sehr wohl fühlen. Eine ganz große Bühne im Seepark und eine kleinere im Bürgerpark, plus die Möglichkeiten im Kleingartenpark, das ist rundum perfekt.

Wie bewerten Sie die Außenwerbung der LGS?

Dazu kann ich nur wenig sagen. Aber die Stadt präsentiert sich selbst wirklich hervorragend. Ganz Lahr blüht auf, überall wird auf die LGS hingewiesen, etwa mit den großen Blumenköpfe-Bannern und den Blumensteckern an den Straßen. Auch die große Stele an der Autobahn signalisiert, dass in Lahr viel los ist. Keiner kommt an der LGS vorbei, das ist gut gemacht und zeigt, dass sich die Stadt mit ihrer Schau stark identifiziert.

Wie läuft es mit dem Management?

Sehr professionell und sehr freundlich. Man kümmert sich um die Beteiligten und versucht, alles möglich zu machen, was geht. Als Macher des Treffpunkt Baden-Württemberg sind wir mit der LGS-Leitung sehr zufrieden.

Frau Kostic, sagen Sie mal: Gibt es gar keine Kritik, alles im hellgrünen Bereich?

Na klar harzt es auch mal im Kleinen an der ein oder anderen Stelle. Aber das lässt sich alles immer gut lösen. Und natürlich haben wir auch die Anfangsschwierigkeiten mitbekommen, mit dem Drama um die Hängebrücke. Aber das hat ja alles noch in letzter Minute geklappt. Und das ist bei solchen Großprojekten nichts Ungewöhnliches. Andere Schauen sind nur deshalb rechtzeitig fertig geworden, weil der Winter mild war. Glück gehört eben auch dazu.  

Fragen von Jörg Braun

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