Lahr LGS: 110 000 Tagesgäste weniger

Statt 400 000 Einzeltickets wurden nur rund 290 000 verkauft. Foto: Archiv: Braun

Lahr - Zur Landesgartenschau kamen rund ein Viertel weniger Tagesbesucher als bei der Planung erhofft. Statt 400 000 Einzeltickets wurden nur rund 290 000 verkauft. In der Gartenschau-Kasse fehlen deshalb 1,5 Millionen Euro.

Vor zwei Monaten schlossen sich die Tore der Landesgartenschau. Jetzt liegen erste Zahlen zur Bilanz der Großveranstaltung vor. Geschäftsführerin Ulrike Karl stellte sie im Gemeinderat vor, wir hatten am Dienstag aktuell berichtet. Im Nachgang hat unsere Redaktion nachgefasst und sich die Zahlen erklären lassen:  

> Tagestickets: Geplant hätten 400 000 Besucher kommen sollen. Das hätte 5,6 Millionen Euro in die LGS-Kasse gespült. Angesetzt war ein Durchschnittswert von 14 Euro pro Ticket, da es verschiedene Preise für Erwachsene und Kinder gab. Als Grund für das schwächere Interesse war der heiße Sommer angegeben worden. Auch das weitläufige Gelände hatte so manchen Gast abgeschreckt.

 > Verkaufte Tickets: Tatsächlich verkauft wurden an den Kassen und Vorverkaufsstellen nur rund 208 000 Tagestickets.

> Kommissions-Tickets: Weitere knapp 100 000 Tageskarten wurden an Partner ausgegeben, auf Kommissionsbasis. Diese sind mit dem Verkaufsstellen noch nicht komplett abgerechnet. Karl geht aber davon aus, dass 80 Prozent dieser Kommissionskarten auch tatsächlich verkauft wurden. Macht dann zusammen 290 000 verkaufte Karten und etwas mehr als vier Millionen Euro Einnahmen. Es klafft also das zitierte "Einnahmeloch" von rund 1,5 Millionen Euro.  

> Aktiven-Tickets: Zusätzlich wurden rund 38 000 Tagestickets gratis ausgegeben, für Programmbeteiligte der LGS wie etwa Musiker, Kinderchöre, Artisten und andere.

> Dauerkarten: Von diesen wurden planmäßig mehr als 20 000 verkauft, genau 20 450 und das gesteckte Einnahmeziel erreicht.  

> Besucherzahlen: Die Dauerkartenbesitzer wurden mit einem wöchentlichen Besuch angesetzt. Macht rund 530 000 Besucher. Plus die 290 000 Tagesgäste kommt die LGS auf die Zielmarke von mehr als 800 000 Besuchern der Schau. Addiert man noch die 38 000 Aktiven hinzu, die nach ihren Auftritten auch noch auf der LGS verweilten, knackt die Schau nach Rechnung der Organisatoren fast die Marke von 850 000 Gästen insgesamt.

 > Schlussbilanz: Das ist der für viele interessanteste Punkt. Wieviel der reine Betrieb der LGS gekostet hat und was an Einnahmen entgegen steht, ist aber noch unklar. Diese Zahlen werden laut Karl erst noch ermittelt und werden 2019 folgen. Es stünden noch Rechnungen aus.

 > Ehrenamtliche: Abseits aller Zahlen will die LGS-Gesellschaft den Schwung der Ehrenamtlichen, die bei der Schau geholfen hatten, weiter fördern. Am 9. Januar soll es ein Danke-Treffen für alle Einsatzkräfte geben. Dort werde dann auch klarer sein, wie sich die Ehrenamtlichen künftig auf und für das LGS-Gelände einsetzen können. Etwa als Paten für Beete und Kümmerer einzelner Bereiche. Es habe, so Karl, schon viele Anfragen von Interessierten gegeben, die sich auch weiterhin einbringen wollten.

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