Lahr Lehrer tanzen aus der Reihe

Das "Lahrer Streichquartett" setzt sich aus dem Kollegium der Städtischen Musikschule zusammen (von links): Anke-Bettina Melik, Claudia Bühler (beide Violine), Tigran Hakhumyan (Viola) und Andrej Melik (Violoncello) Foto: Haberer Foto: Lahrer Zeitung

Das "Lahrer Streichquartett" hat die Reihe der Meisterkonzerte in der Städtischen Musikschule fortgesetzt. Die vier Musiker servierten Werke vom Mozart, Beethoven und die Neubearbeitung einer auf das Cello zugeschnittenen Etüde Chopins.

Lahr. Im Normalfall sind es ehemalige Schüler der Städtischen Musikschule, die den "Meisterkonzerten" ein Gesicht geben. Sie haben in Lahr den Grundstein für eine Karriere als Berufsmusiker gelegt, unterrichten an renommierten Hochschulen und Universitäten. Das "Lahrer Streichquartett" mit Claudia Bühler und Anke-Bettina Melik (Violine), Tigran Hakhumyan (Viola) und Andrej Melik (Violoncello) tanzt hier etwas aus der Reihe, obwohl die vier Musiker in der Region immer wieder mit unterschiedlichen Ensembles und Projekten auf der Bühne stehen.

Ihr Hauptaugenmerk gilt aber der Nachwuchsförderung unter dem Dach der Städtischen Musikschule. Bühler ist die stellvertretende Leiterin der Einrichtung, Anke-Bettina Melik, ihr Mann Andrej und Tigran Hakhumyan gehören fest zur Stammbelegschaft des Kollegiums. Sie fordern Leistung von ihren Schülern, führen sie immer wieder erfolgreich an nationale und internationale Wettbewerbe heran. Sie setzen aber auch in eigener Sache immer wieder Maßstäbe und musikalische Duftmarken.

Es muss dabei keineswegs immer etwas Besonderes sein, ein Aufbruch zu neuen Ufern. Das Streichquartett vermochte auch mit klassischer Kost zu punkten. Der erste Teil des Konzerts am frühen Sonntagabend gehörte Mozarts "Divertimento in D-Dur" und dem "Quartett in B-Dur". Einem feinsinnigen, eleganten Klangreigen, der die knapp 100 Zuhörer spürbar beeindruckte. Hell und immer auch ein bisschen neckisch angelegt das Divertimento, das anschließende Quartett dann eher getragen, geprägt von warmen und weichen Tönen.

Nach der Pause dann eine Klavieretüde von Frédéric Chopin, die ein Freund von Andrej Melik für das Streichquartett bearbeitet und dabei den Fokus klar auf das Cello gelegt hat. Dunkel, fast ein bisschen schroff, führte es das Quartett durch die expressive Tonsprache der Etüde, ebnete den Boden für das anschließende Streichquartett in c-Moll von Ludwig van Beethoven. Die vier Musiker tauchten in ein Werk ein, das dramatische Kadenzen neben ein feines Fortissimo setzte, einen immer wieder reizvoll angelegten Dialog der vier Instrumente. Das Streichquartett spielte hier seine ganze Klasse aus, überzeugte mit der musikalischen Präsenz eines auf hohem Niveau agierenden Klangkörpers.

Die anschließende Zugabe überraschte das Publikum mit einem Stilbruch und einer frechen Interpretation eines Popsongs von Abba. In einer Musikschule, die seit Jahren auch im Pop- und Rockbereich deutliche Akzente setzt, gehört eben auch das zum guten Ton dazu.

Seit 2010 gibt es die Lahrer Meisterkonzerte, bei denen sich ehemalige Schüler der Städtischen Musikschule präsentieren, die die Musik zu ihrem Beruf gemacht haben. Die Reihe "Lahrer Meisterkonzerte" ist eine Kooperation des Lahrer Kulturamts, der Städtischen Musikschule und des Freundeskreises der Städtischen Musikschule. Weitere Konzerttermine stehen noch nicht fest.

  • Bewertung
    0