Lahr Lebensaufgabe erst spät gefunden

Tatjana Schneider kümmert sich um ihr Tageskind, die zweieinhalbjährige Milena. Foto: Breuer Foto: Lahrer Zeitung

Von Christine Breuer

"Ich bin gern Mutter und froh, dass ich Kinder in ihrer Entwicklung begleiten darf", sagt Tatjana Schneider aus Sulz. Die Tagesmutter geht in ihrem Beruf auf. Am 22. Februar beginnen neue Qualifizierungskurse.

Sulz. Die zweieinhalbjährige Milena sitzt am Küchentisch und löffelt einen Joghurt. Vor ihr steht noch ein Teller mit frisch geschnittenem Obst und Gemüse, Juli (zehn Jahre), die jüngste Tochter von Tatjana Schneider, bastelt gerade einen Wurfstern. Milena ist Tageskind bei Schneider. Während sich die Tagesmutter mit Noelle Wagner von der Kindertagespflege Südliche Ortenau unterhält, zieht sich die Kleine zurück ins angrenzende Kinderzimmer. Lange hört man nichts von ihr, irgendwann fängt sie an, vor sich hin zu singen.

In einer Ecke im Wohnzimmer stehen Käfige mit Meerschweinchen. Eigentlich seien es ursprünglich nur zwei gewesen. Mittlerweile hätten die beiden aber Nachwuchs bekommen. "Für die Kinder war das unglaublich spannend", berichtet Schneider.

Seit drei Jahren ist die 44-Jährige jetzt schon als Tagesmutter aktiv – und sie würde es jederzeit wieder tun. Eigentlich könnte sie langsam anfangen, ihr eigenes Leben zu leben. Ihre fünf Kinder im Alter von 25 bis zehn Jahren sind aus dem Gröbsten raus, teilweise schon erwachsen und brauchen sie nicht mehr ständig um sich herum. "Ich war schon immer gern Mutter", erzählt sie. Sie habe lediglich ihre Leidenschaft zum Beruf gemacht. "Das habe ich aber erst später in mir entdeckt." Sie selbst, sagt sie, sei bis zu ihrem 15. Lebensjahr ein Einzelkind gewesen. Und schon früh habe sie gewusst, dass sie einmal viele Kinder haben will.

Zunächst habe sie einen ILS-Fernkurs absolviert, in dem sie die Entwicklung des Kindes genauer kennengelernt habe. Danach hat sie den Qualifizierungskurs der Kindertagespflege Südliche Ortenau angeschlossen, um als Tagesmutter Kinder in Pflege nehmen zu können.

Am Anfang hat Schneider noch halbtags bei der Bereitschaftspolizei gearbeitet, irgendwann hat sie sich dann ganz auf ihre Arbeit als Tagesmutter konzentriert. "Viele konnten nicht verstehen, warum ich einen guten Job aufgegeben habe", erinnert sie sich. Bereut habe sie es aber bis heute nicht. "Mit Kindern zu arbeiten, ist mein Leben", sagt sie. "Wenn Kinder weinen, bin ich auch traurig, wenn sie fröhlich sind, freue ich mich mit ihnen", sagt Schneider.

Das Familienleben ist der Mutter wichtig. An den Wochenenden spielt sie mit ihren Kindern Brettspiele, oder die Familie kocht gemeinsam. Im Moment leben noch alle fünf Kinder bei ihr. Einmal pro Woche bietet sie in der Otto-Hahn-Realschule eine Häkel-AG an, und so ganz nebenbei hilft sie auch noch ihrem Vater bei der Versorgung ihrer Mutter.

 INFO

Kurse

> Die Tagespflege Südliche Ortenau ist weiter auf der Suche nach Tagesmüttern oder -vätern. Morgen, Donnerstag, ab 19.30 Uhr, findet im dritten Obergeschoss des Diakonischen Werks am Doler Platz 7 ein Infoabend für Interessierte statt.

 > Der nächste Qualifizierungskurs geht vom 20. Februar bis zum 23. Juli. Weitere Infos unter Telefon 07821/ 9237632 oder -9237633

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