Lahr Lahrs jüngste Siedlung wächst weiter

Lahr - Die Straßen haben wohlklingende Namen wie Vogesenblick, Kirschbaumallee und Nussbaumhain. Das Neubaugebiet Hosenmatten II, am Fuß des Altvater gelegen, nimmt immer mehr Gestalt an.

Erschließung geht in letzte Phase

In der Kernstadt gibt es nicht mehr viele Möglichkeiten, um noch Wohngebiete auszuweisen, schon gar nicht in dieser Größe. Hosenmatten II, das oberhalb des Klinikums entsteht, ist eine der letzten Optionen für die Entwicklung der Kernstadt. Die Erschließung geht jetzt in die letzte Phase.

Eine Zufahrt in das Neubaugebiet erfolgt über den Kreisverkehr oberhalb der Burgheimer Kirche vom Burgbühl aus. An der Einfahrt der Kirschbaumallee erinnert ein Reihenhaus mit seiner Fassade und Farbgebung an das Forum-Kino am Urteilsplatz und einige Neubauten in der Innenstadt. Die jüngste Siedlung der Stadt verspricht ein Wohnen in gehobener Lage, allein durch den Blick auf Schutterlindenberg, Vogesen, Rheinebene und Kaiserstuhl. Die Kernstadt ist nicht weit, die Natur ganz nah.

An einigen Tagen Spitzen der Alpen zu sehen 

Die Villen stehen knapp unterhalb des Kamms Burgbühl zwischen der Stadt Lahr und der Gemeinde Friesenheim. An – allerdings nur wenigen Tagen im Jahr – sind von dort aus in der Ferne ­sogar die Spitzen der Alpen zu entdecken. Einige Straßen haben eine ordentliche Steigung. Winzer würden das Gebiet wohl als "1a Steillage" bezeichnen.

Auf Nachfrage teilt die Stadtverwaltung mit, dass der erste von zwei Bauabschnitten fertiggestellt ist. Die zweite Phase des Ausbaus gliedert sich in sechs weitere Unterabschnitte. Hiervon ist die Hälfte geschafft. Der zweite und dritte Unterabschnitt wurden Ende Juli abgeschlossen.

Der Blick von den noch im Bau befindlichen Straßen ist beeindruckend. Gut zu sehen sind die Häuser, die in dem Neubaugebiet bereits fertiggestellt sind. Sie haben keinen einheitlichen Stil, wie das bei den Gebäuden etwa im Kanadaring oder auf dem ehemaligen Kasernengelände zwischen Feuerwehrstraße und Schutter in der Oststadt der Fall ist. Die Bauarbeiten für die Erschließung des vierten Bauabschnitts sind gerade im Gang. Bis April 2021 sollen sie abgeschlossen sein.

OB Müller setzte sich für das neue Wohngebiet ein

Die erste Idee, hier ein neues Wohngebiet zu entwickeln, stammt aus den 1970-er Jahren. Konkreter wurde es ab 1997, als Wolfgang G. Müller zum OB gewählt wurde. Dabei gab es hohe ökologische Hürden und komplexe Eigentumsverhältnisse zu überwinden. 2012 war sich Müller dann aber sicher, dass die "Leitidee eines Wohngebiets in bevorzugter Lage" zünden würde. Seine Begründung damals: "Es gab in der Vergangenheit viele Leute, die wir gerne in Lahr gehalten hätten, die aber jetzt im Umland wohnen. Familien mit hohen Einkommen, die für uns vor allem auch aus steuerlicher Sicht interessant sind." Der damalige Baubürgermeister Karl Langensteiner war der Ansicht, dass in dem Neubaugebiet für jeden etwas dabei sein werde: "Es gibt Einzelhausplätze, Doppelhaushälften, Mehr­familien- und Reihenhäuser."

Zu dem Zeitpunkt, also vor acht Jahren, war bereits ein Viertel der ersten 73 Bauplätze verkauft. Die Firma Stadtentwicklung (STEG), die Büros in Freiburg, Stuttgart und Heilbronn unterhält, hatte bereits 2007 die Betreuung und Entwicklung des gesamten Projekts übernommen.

Das gehobene Neubaugebiet hat ganz offensichtlich den Geschmack der Häuslebauer getroffen: Bereits 2015 waren die meisten Grundstücke vergeben.

  • Bewertung
    1