Lahr Lahrer Zeitung exklusiv: SWR-Gartenexperte gibt Lesern Tipps

Lahr - Was tun gegen Unkraut? Oder ob der Rasen nach der Trockenheit wieder wächst? Solche Fragen hat SWR-Gartenexperte Volker Kugel bei der Leseraktion "Schwarzwälder Bote exklusiv" während einer Führung über die LGS beantwortet.

 

Ulrike Karl, Geschäftsführerin der Landesgartenschau, hat die gut 20 Teilnehmer an der Leseraktion gewarnt: "Passen Sie auf, dass Sie sich in die einzelnen Themengärten nicht verlieben" – denn die teils aufwendigen Installationen sind sprichwörtlich ganz schön kostspielig. Bis zu 100 000 Euro hätten die Aufbauten teils gekostet. Und doch haben die Leser während der von ihr geführten Tour über die LGS ganz schön viele und leicht umsetzbare Tipps des SWR-Gartenexperten Volker Kugel (siehe Info) erfahren.

Zum Beispiel zum Thema Unkraut. Kugel: "Wenn man es im Garten hat, kriegt man es nicht mehr so leicht weg." Er scherzt: "Der größte Feind des Unkrauts ist die Beharrlichkeit des Menschen" – ein Lachen geht durch die Runde. Nur dichter Bewuchs helfe gegen die unliebsamen Pflanzen. Bis die von Menschenhand angepflanzten Gartenkulturen aber so eng beieinander sind, brauche es schon eine gewisse Zeit. Kugel: "Die freien Flächen kann man mit Hackschnitzel bedecken. Dann hat es das Unkraut schwerer." Ob es mit Unkrautvernichter nicht auch einfacher ginge? "Das hat im Garten nichts zu suchen. Diese Mittel zerstören die Umwelt. Das ist reine Faulheit."

Auch wer Gras, das zwischen den Pflasterfugen vor der Garage emporwächst, beseitigen will, müsse sich eben bücken und mit der Spitzhacke das unerwünschte Grün entfernen. Das Abflämmen mit einer Gasflasche sei ein ebenso probates Mittel gegen das Fugen-Gras. Erwünscht ist dagegen ein dichter Bewuchs auf Rasenflächen. Ist es wegen der wochenlangen Trockenheit kaputt gegangen? "Nein", stellt Kugel klar. "Das Gras schläft nur, es wacht wieder auf." In der Regel kommt es in den nächsten Wochen wieder hervor.

Die Ratschläge des Gartenexperten sind begehrt: "Ich bin heute zum 55. Mal auf der Landesgartenschau, eine Führung hatte ich aber noch keine, schon gar nicht mit Volker Kugel, den ich schon im Fernsehen gesehen habe", freut sich Sabine Geiger, Leserin aus Friesenheim.

Und obwohl sie schon so oft die Blumenschau besucht hat, hat sie während der Führung auch neue Seiten entdeckt. Von Kugel hat sie etwa von den Tücken der vertikalen Beete erfahren, von denen sie gerne eins auf dem eigenen Balkon hätte: "Man muss aufpassen, dass im Winter das Wasser in den Bewässerungsschläuchen nicht gefriert", warnt Kugel. Er rät: Das Wasser in der kalten Jahreszeit erst einmal vorwärmen.

Kiri-Baum hat das "wertvollste Holz Japans"

Kugel verblüffte die Abonnenten unserer Zeitung auch mit der einen oder anderen Anekdote, zum Beispiel über den Kiri-Baum beim Interkulturellen Garten. "Es ist das wertvollste Holz Japans", erzählt er. Es sei dünn und enorm widerstandsfähig, auch gegen Feuer. Aus dem Material würden Schränke für Kimonos gebaut – und wenn das Haus einmal abbrennt, sind wenigstens die teuren Kleidungsstücke in Sicherheit.

Während Kugel die Teilnehmer mit seinem Wissen über die botanische Vielfalt der LGS vermittelte, wusste auch Ulrike Karl von so manchen Herausforderungen beim Bau des LGS-Geländes zu berichten. Der Bürgerpark sei etwa einen halben Meter erhöht worden und die Bäume stehen zusätzlich auf künstlich angelegten Hügeln. So können ihre Wurzeln die in der Erde liegenden Ruinen aus der Römerzeit nicht beschädigen. "Wir stehen auf der Geschichte", sagt Karl. "Als gebaut wurde, hatten wir extra einen Archäologen da, der alles dokumentiert hat." Die Funde seien an die Uni Freiburg geschickt worden, wo Wissenschaftler sie untersuchen.

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