Lahr Lahrer Firmen testen schon intensiv

Lahr/Schwanau - Die großen Unternehmen in Lahr haben in Sachen Corona-Schnelltests längst gehandelt und bieten ihren Mitarbeitern Testmöglichkeiten an. Das ergab eine Umfrage der Lahrer Zeitung. Schaeffler und Herrenknecht planen eigene Testzentren.

Während die Politik noch über Strategien rund um die Corona-Pandemie streitet, sind die großen Firmen und Behörden in Lahr schon eifrig dabei, ihre Mitarbeiter zu schützen. Neben vielen anderen Maßnahmen werden längst auch bei den Betrieben Coronatests angeboten.

Und die meisten Betriebe bereiten sich auch schon darauf vor, ihre Belegschaft impfen zu lassen – sobald es Impfstoff und entsprechende Freigaben gibt. Die Lahrer Zeitung hat sich bei großen Firmen umgehört.

Schaeffler plant eigenes Testzentrum mit der Stadt

"Wir haben seit längerer Zeit bereits die Möglichkeit eingerichtet, Mitarbeiter bei Bedarf zu testen", berichtet Petra Wolf, die Leiterin der Schaeffler-Kommunikation in Bühl, die auch für das 1500-Köpfe-Werk in Lahr zuständig ist.

Das Unternehmen baut derzeit ein Testzentrum in Kooperation mit der Stadt Lahr auf, das voraussichtlich in der nächsten Woche an den Start gehen soll. Die Eröffnung ist für Mittwoch, 14. April, geplant, da soll es dann auch nähere Details geben. Schaeffler sei auch darauf vorbereitet, Mitarbeitende durch den werkärztlichen Dienst zu impfen, "sobald Impfstoff verfügbar ist", sagt Petra Wolf.

Auch Herrenknecht richtet bald ein Testzentrum ein

Bereits seit Herbst wird bei Herrenknecht in Schwanau mit seinen 2000 Mitarbeitern situativ und bedarfsgerecht getestet, beispielsweise Service-Mitarbeiter vor und nach Einsätzen auf Baustellen oder zur Vorkehr bei Unsicherheit.

"Wir haben auch im größeren Umfang freiwillige Antigen-Schnelltestungen in unserem Unternehmen mit ärztlichem Personal angeboten, so nach den Weihnachtsferien 500 Tests, die alle negativ waren", berichtet ein Sprecher des Unternehmens.

Am Dienstag nächster Woche nimmt ein neues öffentliches Corona-Testzentrum in Schwanau-Allmannsweier den Betrieb auf. Es wird auf dem Herrenknecht-Parkplatz neben dem Hotel Schwanau eingerichtet. Das leistungsfähige Testzentrum wird partnerschaftlich getragen von der Gemeinde Schwanau, der Herrenknecht AG, der Rohan Apotheke Ettenheim sowie der Zentgraf Gruppe.

Herrenknecht werde auch, sobald Vakzine für Impfungen in den Betrieben zur Verfügung stünden und die Impfstrategie des Landes dies zulasse, mit seinem Betriebsarzt ein Impfkonzept umsetzen. Die Firma habe Erfahrungen mit unternehmensinternen Grippe-Impfkampagnen.

Im Klinikum sind die meisten schon geimpft

Für das Ortenau-Klinikum Lahr-Ettenheim mit seinen rund 1300 Kräften gilt wie für alle Krankenhäuser eine besondere Priorität. Getestet wurde dort schon sehr früh und zwischenzeitlich liefen längst die Impfungen für die Kollegen, berichtet Klinikverbund-Sprecher Christian Eggersglüß. Allen Impfwilligen seien bereits Impfungen verabreicht worden, auch den Reinigungskräften. Trotzdem würden weiterhin Corona-Schnelltests angeboten.

Zalando hat in Lahr schon 13 000 Tests gemacht

Der Mode-Onlinehändler mit seinen rund 1200 Mitarbeitern im Lahrer Logistiklager testet bereits seit vergangenem Sommer in Zusammenarbeit mit externen Laboren und unter Aufsicht von Ärzten. Gestartet wurde erst mit Antikörper-Tests, gefolgt von ersten PCR-Tests, berichtet Pressesprecher Christian Schmidt. "Als Antigen-Schnelltests in Deutschland zugelassen worden sind und verfügbar waren, haben wir unsere Teststrategie angepasst und seit Herbst 2020 unseren Mitarbeitern Antigen-Schnelltests mit medizinischen Partnern angeboten, um Laborkapazitäten zu schonen." In den Logistikzentren könnten sich alle Mitarbeiter täglich freiwillig, kostenfrei und während ihrer Arbeitszeit testen lassen. Da die Testbereitschaft konstant sehr hoch sei, wurden alleine in Lahr rund 13 000 Tests gemacht. Zalando beschäftige sich intensiv mit der Planung eines Impfangebots an die Mitarbeiter "zum frühestmöglichen Zeitpunkt". Sobald ein Impfstoff flächendeckend verfügbar und zugänglich sei, würde allen Kollegen ein Impfangebot gemacht.

Stadt hat über 60 Kollegen als Experten ausgebildet

Bereits seit der Woche vor Ostern wird bei der Stadtverwaltung mit ihren rund 1000 Kräften flächendeckend getestet. "Hierfür haben sich in unserer Verwaltung über 60 Kollegen für die Abnahme von Tests weiterbilden lassen", sagt die Stadt. Die Tests fänden dezentral in den Facheinheiten in eigener Zuständigkeit statt. "Aktuell planen wir mit einem Test pro Woche. Anlassbezogen stehen pro Mitarbeiter auch mehrere Tests pro Woche zur Verfügung". Die Resonanz bei den Mitarbeitern sei sehr gut. Wegen Impfungen sei die Stadtverwaltung mit dem Betriebsarzt in Kontakt. Sobald eine Corona-Impfung über Betriebsärzte möglich sei und die Impfreihenfolge dies auch zulässt, plane man, ein Angebot auf die Beine zu stellen.

Grohe nutzt Schnelltest-station für alle Schichten

Beim Industrie-Unternehmen Grohe in Lahr gibt es seit November eine Schnellteststation, die eine flexible Abdeckung aller gängigen Schichten ermöglicht. "Die Tests finden freiwillig statt. Wir empfehlen allen Mitarbeitern, wöchentlich mindestens zwei Testungen durchzuführen.

Dieses Angebot wurde jüngst um die Verfügbarkeit von Selbsttests für alle Mitarbeiter ergänzt", sagt Sarah Bagherzadegan von der Grohe-Kommunikationsabteilung. Die Resonanz sei sehr positiv und stärke das Sicherheitsgefühl im Werk.

Eine konzernweite Corona-Task Force sowie eine solche in Lahr analysierten permanent die sich ändernde Pandemie-Lage und reagierten mit Maßnahmen. Grohe biete bereits seit Längerem den Kollegen an, sich gegen Grippe impfen zu lassen. "Ähnlich diesem Angebot können wir uns vorstellen, Corona-Impfungen anzubieten, sofern die rechtlichen Möglichkeiten bestehen und der Impfstoff verfügbar ist", erklärt die Grohe-Sprecherin.

SWEG plant regelmäßige Testungen

Das Nahverkehrsunternehmen SWEG mit Sitz in Lahr hat seit Mitte März Schnelltests vorrätig, die auf Nachfrage der Mitarbeitenden zur Verfügung gestellt werden, sagt Pressesprecher Christoph Meichsner. "Wir bereiten regelmäßige, systematische Testungen bestimmter Berufsgruppen vor.

Diese könnten kurzfristig beginnen, wir warten aber noch auf die konkreten Vorgaben seitens der Politik." Mitarbeitende, die in Gruppen über längere Zeit zusammen waren – zum Beispiel aufgrund von Schulungen – könnten auf Wunsch Tests erhalten.

Die Mitarbeiter testen sich selbst und die Durchführung erweise sich als problemlos. Bislang sei noch keiner der durchgeführten Tests positiv gewesen. Mit den Betriebsärzten sei über mögliche Covid-19-Impfungen gesprochen worden.

"Momentan wurde von politischer Seite die Impfung durch die Betriebsärzte wieder ausgeschlossen. Wir halten es aber für sehr sinnvoll, dass auch Unternehmen als Ergänzung zu den Impfzentren und Hausärzten in die Impfstrategie eingebunden werden und würden daher gerne unseren Mitarbeitenden ein Impfangebot unterbreiten", so der SWEG-Sprecher.

Bei DHL werden Selbsttests für alle vorbereitet

Auch die rund 450 Mitarbeiter im DHL-Paketzentrum am Lahrer Flugplatz können sich testen lassen. "Bereits seit Monaten führen wir in unseren Post- und Paket-Betriebsstätten freiwillige anlassbezogene Corona-Testungen durch und haben Mitarbeitern mit häufigen unvermeidbaren Kontakten auch wöchentliche PCR-Testungen angeboten, die zunehmend auf Schnelltests umgestellt wurden.

Die Kriterien für die anlassbezogene Testungen sind dabei vor allem die Entwicklung des Infektionsgeschehens in und im Umkreis einer Betriebsstätte, beispielsweise Verdachtsfälle, aber auch die Inzidenz im jeweiligen Land- oder Stadtkreis.

Derzeit arbeiten wir an Konzepten, wie Schnell- und Selbsttests auch in regelmäßigen Abständen in unseren Betriebsstätten durchgeführt werden könnten. Priorität haben dabei unsere in Präsenz arbeitenden Kräfte. Aktuell pilotieren wir den Einsatz von Selbsttestungen und bereiten den Rollout in die Fläche vor", erklärt Marc Mombauer, der Pressesprecher der Post/DHL.

E-Werk-Mitarbeiter nehmen Testangebot gerne an

Beim E-Werk Mittelbaden gehört zur Gesundheitsvorsorge und damit zur Gewährleistung der Versorgungssicherheit "selbstverständlich auch, dass wir unseren Mitarbeitern hinreichend Selbsttests zur eigenständigen Durchführung zur Verfügung stellen.

Ein Angebot, dass auf freiwilliger Basis gut angenommen wird", sagt E-Werk-Sprecherin Anthea Götz. "Wir erfüllen dadurch schon heute die von der Politik immer noch diskutierten Standards. Impfungen durch den Betriebsarzt sind geplant und vorbereitet. Es mangelt schlicht an hinreichend zur Verfügung stehendem Impfstoff."

Lahrer Zeitung hat Tests schon selbst ausprobiert

Der Verlag der Lahrer Zeitung bietet seinen Beschäftigten ebenfalls kostenlose und regelmäßige Selbsttests an. Die Redaktion hat jüngst, wie berichtet, schon solche Testpackungen aus dem regulären handel ausprobiert. Bilanz: Es geht ganz einfach. Der Verlag erwartet in den kommenden Tagen eine größere Lieferung Testkits für die Mitarbeiter.

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