Lahr Lahrer Bähnle wird lebendig

Lahr/Ried/Schuttertal - Noch in diesem Jahr wird das historische Lahrer Bähnle wieder lebendig, in einem neuen Film von Günther Rentschler. Er hat die Corona-Pause genutzt, ein einzigartiges Filmprojekt zu verwirklichen. Zu sehen sein soll der Bähnle-Film gegen Jahresende.

Programm der Lahrer Volkshochschule

"Ohne die Corona-Pause und den Lockdown hätte ich das Filmprojekt wohl nie verwirklicht", lacht Günther Rentschler in seinem Wohnzimmer. Schon länger hegte er den Wunsch, das legendäre Bähnle, den berüchtigten "Entenköpfer", filmisch in Szene zu setzen.

Jene Nahverkehrsbahn, die von 1894 bis 1959 vom Rhein aus über Ottenheim, Allmannsweier und quer durch Lahr nach Kuhbach, Reichenbach bis zur Endstation Seelbach tuckerte. 65 Jahre Geschichte der MEG, der Mittelbadischen Eisenbahngesellschaft.

Sieben Monate lang arbeitete der 75-Jährige an diesem Film. Die Stunden dafür habe er nie gezählt. "Aber es waren sehr, sehr viele", sagt der Pensionist, der seit vielen Jahren mit Natur- und Landschaftsfilmen einen festen Platz im Programm der Lahrer Volkshochschule hat. Rentschlers Streifen haben ein festes, treues Publikum. Sie führen durch die nähere Heimat in der Ortenau und im Südwesten nach ganz Europa, auf beliebte Ferieninseln mit herrlicher Natur.

Film bekommt den letzten Schliff

Nun aber sollte es etwas typisch Lahrerisches sein. Ein Film über das Bähnle und seine Orte, die es passierte. Rentschler nutzte dabei vor allem die Modellbahn einer Gruppe von Eisenbahnfreunden, die immer wieder auch öffentlich ausgestellt wird, zuletzt im Stadtmuseum. Das Modell im Maßstab von 1:32, also ordentlich groß, wird von den Eisenbahnfreunden liebevoll gepflegt.

"Ich habe die Bahn und die nachgebildeten Häuserzeilen als Kulisse genutzt und das Ganze kombiniert mit Karten, Streckenverläufen, alten Urkunden und Bildern und Ansichten, wie die Strecke des Bähnle heute aussieht", schildert Günther Rentschler.

Wer, wie der LZ-Reporter, das Werk vorab anschauen durfte, staunt über die detailgetreue und liebevolle Umsetzung dieser Alt-Neu-Kombination. Da tauchen spannende Details auf, vieles lässt Schmunzeln und vor allem die älteren Mitbürger dürften in eigenen Erinnerungen an den "Entenköpfer" schwelgen, der bei seiner Fahrt durchs Ried angeblich so manche Ente auf den Schienen rupfte.

Der Film bekommt jetzt den letzten Schliff und dann will Günther Rentschler sein "Corona-Werk" der interessierten Öffentlichkeit präsentieren, voraussichtlich wieder bei der Volkshochschule. "Sobald es einen Termin dafür gibt, melde ich mich", verspricht der Filmer. Und dann erfahren es die Leser dieser Zeitung umgehen. Es steht zu vermuten, dass der Lahrer mehr als nur einen Filmabend anbieten muss.

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