Lahr "Lahr muss gleichberechtigt bleiben"

Nahmen zur Diskussion um das Lahrer Klinikum Stellung (von links): Bundestagsabgeordneter Johannes Fechner, SPD-Ortsvorsitzender Mark Rinderspacher und Kreisvorsitzender Karl-Rainer Kopf Foto: Breuer

Lahr - Die Zukunft des Klinikums Lahr war eines der zen­tralen Themen bei der Hauptversammlung der Lahrer SPD Lahr. Die Mitglieder zeigten Einigkeit und sprachen sich für den Erhalt des Krankenhauses aus.

 

Bei der Hauptversammlung des Lahrer SPD-Ortsverein mahnte der Bezirksvorsitzende Karl-Rainer Kopf Ruhe und Besonnenheit an. Dass Lahr eine besondere Rolle spielen müsse und es keine Herabstufung des Klinikums geben dürfe, verstehe sich von selbst. "Lahr muss gleichberechtigt mit Offenburg bleiben", forderte Kopf. Und weiter: "Man merkt, dass 2019 wieder Kommunalwahlen anstehen. Ettenheims Bürgermeister Metz spielt sich als Retter des Klinikums auf, obwohl das Gutachten noch gar nicht vorliegt."

Bislang gebe es nur ein Gutachten, das besage, dass ein Klinikum mit Maximalversorgung notwendig sei, erläuterte Roland Hirsch, SPD-Fraktionsvorsitzender im Gemeinderat. Aus der Zeit der Kommunalreform gebe es eine vertragliche Abmachung, in der die Gleichberechtigung der beiden Kliniken in Offenburg und Lahr festgeschrieben sei. "Diese Abmachung muss eingehalten werden" betonte Hirsch. Sämtliche Fraktionen im Gemeinderat trügen die Resolution des Freundeskreises mit.

Der Erhalt von Standort und Status des Klinikums sei wichtig für die Stadtentwicklung, sagte Walter Caroli. Das Klinikum sei einer der größten Arbeitgeber in der Stadt. "Wir werden dafür kämpfen, dass nicht daran gekratzt und nicht am Standort oder der Zentralität gerüttelt wird", versicherte der frühere Landtagsabgeordnete. Die Kreisverwaltung habe es eilig und wolle die Veränderungen bis zum Sommer durchziehen. Lahr alleine könne sich aber nicht durchsetzen. Der Bundestagsabgeordnete Johannes Fechner gab das Defizit bei den Personalkosten zu bedenken. Die Krankenkassen würden diese nicht voll abdecken.

Weitere Themen waren die Bebauung des Altvaters und die dazugehörenden Proteste sowie das gewünschte Nachtfahrverbot für Lkws auf der B 415 in Reichenbach und Kuhbach.

Der Kassenbericht von Uta Dreyer fiel positiv aus. Trotz Bundestagswahlkampf habe sich das Guthaben des 142 Mitglieder zählenden Ortsvereins erhöht.

Vier langjährige Mitglieder, die aus unterschiedlichen Gründen nicht an der Versammlung teilnehmen konnten, sollten geehrt werden. Für 65 Jahre stand Erna Schramm auf der Liste. Die heute 92-Jährige sei 1953 im Alter von 28 Jahren in die Partei eingetreten. Als "Grande Dame" der SPD bezeichnete Rinders­pacher Margret Kaufmann, die seit 50 Jahren Mitglied ist und laut Caroli die Symbolfigur für soziales Miteinander und gelebte Sozialdemokratie sei. Helmut Trost und Ralf Jörger wurden für 25 Jahre ausgezeichnet. Die Ehrung von Erna Schramm und Margret Kaufmann werde nachgeholt, so Rinderspacher.

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