Lahr Lahr kommt gegen Bahlingen unter die Räder

Für Cem Gürsoy (rechts) und seinen SC Lahr gab es gegen den BSC nichts zu holen. Foto: Fissler Foto: Lahrer Zeitung

Der Verbandsligist SC Lahr hat am Mittwochabend im Test gegen den Regionalligisten Bahlinger SC mächtig Lehrgeld zahlen müssen. 1:8 lautete das Ergebnis an der Dammenmühle. Der Ehrentreffer gelang Neuzugang Simon Zehnle Sekunden vor dem Ende.

Kalt erwischt wurde der Verbandsligist SC Lahr im dritten Vorbereitungsspiel der Saison 2019/20. Nach nur sieben Spielminuten lag das Team von Trainer Oliver Dewes gegen den Regionalliga-Aufsteiger bereits mit 0:2 im Hintertreffen, nachdem Bahlingens Santiago Fischer (2.) und Erich Sautner (7.) früh einnetzen konnten.

"Man hat schon gemerkt, wie Lahr daraufhin versucht hat, deutlich tiefer zu stehen, um weniger Tore zuzulassen", erklärte Gästetrainer Axel Siefert nach der Partie. Der 49-Jährige attestierte seiner Truppe gegen den zwei Klassen tiefer spielenden Kontrahenten, "ein insgesamt gutes Spiel" gemacht zu haben.

Doch auch die Hausherren hatten ihre Gelegenheiten. Zunächst schoss der agile Dennis Häußermann nach einer Ecke am rechten Pfosten vorbei (14.), fünf Minuten später verpasste Yannic Priéto nur knapp den Anschlusstreffer. Seine stärkste Phase hatte der Sportclub aus Lahr dann zu Beginn des letzten Drittels der ersten Halbzeit. Erst war Häußermanns zu zentral geschossener Distanzschuss sichere Beute für Bahlingens Keeper Dennis Müller (32.), nur eine Zeigerumdrehung später scheiterte Cem Gürsoy aus spitzem Winkel.

Mitten in diese Sturm- und Drangphase der Gastgeber folgte dann aber die kalte Dusche. Mit einer klasse Drehung düpierte Bahlingens Stürmer Tim Siegin die Lahrer Innenverteidigung und vollendete ins rechte Eck (37.). Ein schöner Treffer der Gäste, die nun offenbar wieder Blut geleckt hatten. Denn nur eine Minute nach dem 0:3 folgte der vierte Treffer des Abends, als erneut Santiago Fischer von einem Fehlpass von Kapitän Simon Witt profitierte.

Nach der Pause ließen einige Bahlinger Spieler die Lahrer erstmals einige Minuten auf dem Rasen warten, bevor der Schiedsrichter endlich wieder anpfeifen konnte. Doch an Durchschlagskraft hatten die Gäste nichts eingebüßt. Tim Buchheister traf nur drei Minuten nach Wiederanpfiff per Kopf zum 5:0 für den BSC. Eine dicke Gelegenheit hatte die Dewes-Elf dann in der 58. Minute. Doch ein Freistoßknaller von Häußermann knallte nur an die Latte.

In dieser Phase zeigte Lahr trotz des Spielstands ansehnliche und flüssige Kombinationen, doch das Tor schoss erneut der ungemein abschlusssichere Gast. Nach einem Konter konnte Lahrs Schlussmann Jonas Witt Bahlingens Neuzugang Amir Falahen im Strafraum nur noch mit einem Foul stoppen – eigentlich dunkelrot, doch der Unparteiische verzichtete im Test auf den Platzverweis. Den Elfmeter gab es aber dennoch und der Gefoulte verwandelte sicher zum 7:0 für Bahlingen (65.). Als die Gäste drei Minuten später sogar noch durch Falahen auf 8:0 erhöhten, mussten die Hausherren schon eine zweistellige Packung befürchten, doch Jonas Witt verhinderte mit mehreren guten Paraden einen noch deutlicheren Spielstand.

In der 82. Minute vergab der eingewechselte Martin Weschle dann nach schöner Vorlage von Ümit Sen völlig frei den Ehrentreffer. Einige Minuten später revanchierte sich Weschle bei Sen mit einer mustergültigen Vorlage, doch Sens Kopfball strich knapp am linken Pfosten vorbei. Besser machte es dann in der Schlussminute Neuzugang Simon Zehnle, dem nach einem Konter noch das 1:8 gelang.

Lahrs Trainer Oliver Dewes musste nach dem Schlusspfiff die Überlegenheit des Regionalligisten neidlos anerkennen: "Bahlingen hat eine echt gute Truppe, die mit dem Abstieg in der Regionalliga sicherlich nichts zu tun haben wird. Die machen aus den ersten vier Chancen vier Tore. Das ist eine wahnsinnige Abschlussqualität." Trotz der acht Gegentore war Dewes mit der Leistung seiner Mannschaft nicht unzufrieden: "In der Summe haben wir es echt gut gemacht. Aber gegen deren Klasse war heute einfach kein Kraut gewachsen." Dewes Gegenbüber Axel Siefert hatte bei seinem Team dagegen auch einige Dinge zu beanstanden: "Ich war nicht ganz zufrieden mit unserem Spielfluss, aber insgesamt war es eine gute Trainingseinheit unter Wettkampfbedingungen für beide Teams. Ein gutes Pferd springt halt nur so hoch, wie es muss."

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