Lahr Die Stadt hat 330 Kita-Plätze zu wenig

Die Stadt muss in die Kinderbetreuung investieren, um zukünftig genügend Kita-Plätze zur Verfügung zu stellen. Foto: Symbolfoto: Skolimowska

Lahr - Die Stadt muss weiter massiv in den Ausbau der Kinderbetreuung investieren. Die Planung für das Jahr 2021/22 hat einen Fehlbedarf von etwa 330 Plätzen ermittelt. Die geplante Verlegung des Einschulungsstichtags verschärft die Situation.

Lahr entwickelt sich und bleibt eine junge Stadt, wie Bürgermeister Guido Schöneboom und Eberhard Roth von den Freien Wählern in der Sitzung des Sozialausschusses übereinstimmend betonten.

Die Stadt muss deshalb weiter in den Ausbau der Kinderbetreuung investieren, neue Einrichtungen bauen und alte ertüchtigen. Das Gremium plädiert für die Bereitstellung von Mitteln für einen hochwertigen Ausbau. Es sei aber auch wichtig, dass die Kommunen hier nicht allein gelassen werden. Kritisch betrachtet wurde dabei die geplante Verlegung des Einschulungsstichtags, der in Lahr den Bedarf bis 2021 um rund 120 Plätze erhöht sowie der Mangel an Fachkräften und die ins Stocken geratene Zuweisung von Fördermitteln des Bundes.

Das Programm für die Jahre 2017 bis 2020 ist bereits überzeichnet. Von dem derzeitigen Stopp bei den Förderbescheiden ist in Lahr auch eine bereits beantragte Maßnahme in Hugsweier betroffen.

Ausreichend Plätze ist das Ziel

Die dringend notwendige Fortschreibung des Programms ist ungewiss. Für zusätzlichen Druck sorgen Kostensteigerungen bei den Baumaßnahmen, der eine bei 120 000 Euro pro Gruppe gedeckelte Förderung gegenübersteht. Sparen sei trotzdem nicht angesagt, wie die Mitglieder des Sozialausschusses betonten. Ziel müsse es sein, ausreichend Plätze in hochwertig, attraktiven Einrichtungen bereitzustellen. Die Stadt sucht deshalb auch den engen Schulterschluss mit der Lahrer Fachschule für Sozialpädagogik, bietet Praktikumsplätze mit der Option einer späteren Übernahme an. Wichtig für die Bedarfsdeckung ist auch die Steuerung über die zentrale Vormerkung, die eine rechtzeitige Suche nach Alternativen ermöglicht, wenn für den Wunschplatz keine Zusage erteilt werden kann.

Die im Ausschuss vorgelegte Fortschreibung der Bedarfsplanung zeigt auf, dass die Jahrgangsgröße in Lahr in den vergangenen zehn Jahren von rund 425 Kinder auf aktuell 525 angestiegen ist.

Aktuell stehen 1738 Kindergartenplätze und 403 Krippenplätze zur Verfügung, der Bedarf wird mit Blick auf die Neubauaktivitäten in der Stadt zukünftig aber weiter ansteigen.

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