Lahr Verkehr: Kuhbacher gegen Umfahrung

Fünf Varianten für eine Umgehungsstraße bei Kuhbach und Reichenbach stehen zur Disposition. Die neue Bürgerinitiative "Bewegung an der Schutter" lehnt alle oberirdischen Trassen ab. Foto: Regierungspräsidium

Lahr - Eine neue Kuhbacher Bürgerinitiative wendet sich gegen die Schutterparallele: Die BI "Bewegung an der Schutter" spricht sich gegen eine Umfahrung von Kuhbach und Reichenbach aus. Ihr Argument: Ein Naherholungsgebiet würde zerstört werden.

"Wir sind alles Kuhbacher und haben uns gesagt, jetzt müssen wir etwas machen", sagte Udo Krischke als Vertreter der Bürgerinitiative im Gespräch mit unserer Zeitung, warum sich eine Reihe von Bürgern zusammengetan haben. Hintergrund sind die laufenden Planungen des Regierungspräsidiums für eine Umfahrung von Kuhbach und Reichenbach, die im neuen Bundesverkehrswegeplan im vordringlichen Bedarf steht. "Wir sind ein gutes Dutzend Mitglieder", so Krischke. Der BI gehören unter anderem auch Lothar Tietze, Chefarzt am Klinikum, Ulrike Hesse-Tietze, Wolfgang Nehlert und Xuying Nehlert-Yang, Ronny und Anke Rotzoll, Evelyn und Amelie Karl, Dagmar Krischke sowie Astrid und Bernd Steinmann an.

In einem Schreiben an Regierungspräsidentin Bärbel Schäfer verweist die BI darauf, dass die Behörde im Februar bei einem Infotermin die Trassenvarianten für eine Umgehungsstraße vorgestellt hat. "Sicherlich wurden Sie von den beteiligten Mitarbeitern Ihres Hauses zum einen über die große Bürgerbeteiligung informiert und zum anderen auch darüber, dass sich eine Mehrheit der Anwesenden deutlich gegen jene vier vorgestellten Varianten positioniert hat, die ausschließlich oberirdisch geführt werden", heißt es in dem Brief der BI, die sich als Gegengewicht zur bestehenden "Bürgerinitiative für eine Umfahrung" versteht.

Auch die Bürgerinitiative "Bewegung an der Schutter" sei "entschieden gegen jegliche Umsetzung in Form einer oberirdisch geführten Trassenvariante", schreiben die Kuhbacher Einwohner an die Adresse der Regierungspräsidentin. Dagegen würden viele Argumente sprechen. "Die jahrzehntelange Idee einer solchen Schutterparallele entstammt noch einer Zeit, als man dem motorisierten Individualverkehr ausschließliche Priorität eingeräumt hatte. Wir sehen mit Skepsis und Sorge, dass ein nicht mehr zeitgemäßes Projekt umgesetzt werden könnte, das mehr Schaden als Nutzen brächte", so die BI. Die Realisierung jeder oberirdischen Variante führe "unweigerlich zu einer Zerstörung der Talauen und des angrenzenden Waldes, also eines weitgehend intakten Naherholungsgebietes". Außerdem würde durch jede Variante der Schutterparallele mit hoher Wahrscheinlichkeit zusätzlicher Verkehr angezogen, der dann zu weiteren Problemen in der Lahrer Kernstadt führen würde, spricht die BI den geplanten Anschluss der Umgehung im Bereich Breitmatten an. Dies alles könne "keine zukunftsweisende Lösung" sein. "Wir fürchten, dass eine Umgehung mehr Verkehr anzieht und zu noch größeren Problemen in der Gerolds­ecker Vorstadt führt", ergänzte Krischke im Gespräch mit unserer Zeitung.

Für ein dauerhaftes Lkw-Fahrverbot

"Wir sind für eine Gesamtlösung", machte er deutlich, dass die BI auch die Anliegen der lärmgeplagten B 415-Anwohner verstehe. Die gegenwärtige Regelung während des Umbaus der Ortsdurchfahrt zeige, dass ein Lkw-Fahrverbot viel Entlastung bringe. "Wir sind für weniger Verkehr im Schuttertal. Daher sind wir für einen Ausbau des ÖPNV, der öffentlichen Radwege und eine Herabstufung der B 415 zur Landesstraße, um mindestens ein Nachtfahrverbot für Lastwagen erwirken zu können", so die BI. Wenn ein Tunnel gebaut werden sollte, "dann nur als durchgehende Lösung für alle betroffenen Lahrer Stadtteile" – mindestens von den Arena" bis zum Dreispitz am Ende von Reichenbach. Und: "Wir sind für die Veränderung auch des eigenen Verkehrsverhaltens", so die neue Bürgerinitiative.

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