Lahr Krisenstab der Stadt hat turbulente Wochen hinter sich

Schutzkleidung zu beschaffen war eine der wichtigsten Aufgaben des Krisenstabs. Foto: Symbolfoto: Archiv

Lahr - Vieles, was das öffentliche Leben in den vergangenen Wochen in Lahr prägte und noch immer stark beeinflusst, wird in einem kleinen Kreis von Experten abseits des Gemeinderats beraten. Dieser Stab für außergewöhnliche Ereignisse (SAE), wie er offiziell heißt, hat mittlerweile mehr als 50 Mal getagt. Das letzte Wort hat dann der Oberbürgermeister.

Es ist gelungen, die Zahl der Neuinfektionen niedrig zu halten

Der SAE, der aus Mitarbeitern aus unterschiedlichen Bereichen der Stadtverwaltung besteht, tagte am 2. März zum ersten Mal. Zu den ersten Sitzungen traf man sich noch im Stabsraum unter der Feuerwehr. Seinerzeit wurde noch nicht an Abstand oder gar Mund-Nasenschutz gedacht. Auch nahmen an den ersten Sitzungen noch aus jedem Verwaltungsbereich ein bis zwei Personen teil. Auch die Verwaltungsspitze war noch mit mindestens zwei Personen vertreten. Dies alles habe sich schnell geändert, heißt es im Bericht der Stadt. Zwischenzeitlich wurden drei Vertreter aus jedem Bereich benannt. Die drei Ebenen begegnen sich in der Regel nicht. "So wird sichergestellt, dass der SAE zu jedem Zeitpunkt einsatzfähig ist und auch eine Infektion einzelner Mitglieder nicht zu einem Ausfall dieser wichtigen Beratungsebene des Oberbürgermeisters führt", so die Stadt.

Bereits bei der zweiten Stabssitzung am 6. März mussten erste grundsätzliche Entscheidungen getroffen werden. Eine MPG-Schülerin galt als Corona-Verdachtsfall, deshalb wurde die Schule am 6. März geschlossen.

Abstimmung mit Behören ist schwierig 

Schon damals sei die Abstimmung mit den übergeordneten Behörden schwierig gewesen. "Informationen kamen spärlich", berichtet die Stadt. Die Entwicklung nahm eine Dynamik auf, die keiner so habe vorhersehen können: Zum 17. März wurden alle Schulen und Kitas, die Rathäuser und öffentlichen Einrichtungen geschlossen. Die Geschäfte, bis auf die Lebensmittelläden, schlossen zum 18. März, Gaststätten zum 20. März. Zum 21. März erließ das Land die Corona-Verordnung, die ein Verweilverbot im öffentlichen Bereich mit mehr als zwei Personen festlegte. All diese Themen wurden vom SAE begleitet. Jede Änderung der Verordnung brachte für die Stadt und ihre Bürger Einschränkungen und Fragen, mit denen sich der SAE beschäftigte.

"Das öffentliche Leben stand still, nicht aber die Arbeit im SAE", berichtet die Stadt. Teilweise seien Verordnungen stündlich aktualisiert worden. Dies alles musste aufgenommen, und auf die Verhältnisse in Lahr umgesetzt werden. Innerhalb der Dienststellen musste zeitversetzt gearbeitet, Notbetreuung in Kindertagesstätten und Schulen organisiert, Regelungen für den Wochenmarkt, für Eisdielen und Läden geschaffen werden.

Immer wieder neue Landesvorschriften 

Immer dann, wenn eine gewisse Beständigkeit erreicht war, kamen neue Landesvorschriften, die zuerst die bisherigen Regeln verschärften und dann wieder lockerten. Die Bürger seien verunsichert gewesen. Es gab einen enormen Beratungsbedarf, der durch die SAE-Mitglieder wahrgenommen wurde. Dies weit über die üblichen Arbeitszeiten hinaus. Schutzkleidung, ein weiteres Thema, das den SAE sehr lange beschäftigte. Mit viel Ruhe, Kraft und Organisationsgeschick von vielen Beteiligten sei die Situation in Lahr in diesem Bereich zwar angespannt, aber nie kritisch gewesen.

Die Themenvielfalt sei unbeschreiblich groß gewesen. Das alles sei nur durch die kleine, aber sehr gut organisierte Gruppe des SAE zu bewältigen gewesen. Mit großem Arbeitseinsatz zu jeder Uhrzeit und an fast allen Wochenenden seit dem 2. März sei über die Dezernatsgrenzen hinweg zusammengearbeitet worden. Es wurde der ganz kurze Dienstweg genutzt, immer vor dem Hintergrund, die Bürger, aber auch die Mitarbeiter der Stadtverwaltung zu schützen und vor allem die Infektionen auf möglichst niedrigem Stand zu halten. "Dies alles ist bis zum heutigen Tage geglückt", konstatiert die Stadt. OB Ibert dankte daher dem SAE für die Beratung und das umsichtige Handeln in Krisenzeiten.

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