Lahr Konzert: Zuschauer hält es nicht auf den Sitzen

Stimmgewaltig und mit viel Glitzer: Die glorreichen Zeiten von Motown lebten im Parktheater wieder auf. Foto: Wilhelm

Lahr - "The Sound of Classic Motown", eine Soulrevue mit der Musik des legendären Labels Motown, hat das Publikum im sehr gut besuchten Parktheater begeistert. Besonders Ron Williams als Moderator wusste die Lahrer zu unterhalten.

Die Rolle des Radio-DJs "Dr. Feelgood" ist dem 76-jährigen Entertainer Williams auf den Leib geschneidert. Begann er doch seine Showkarriere 1961 als erster afroamerikanischer Radiomoderator des legendären Radiosenders AFN (American Forces Network) in Stuttgart. Er ist damit prädestiniert, authentisch die Songs und Geschichte von Tamla-Motown zu präsentieren. Hinter einem stilisierten Radiopult auf der Bühne mit klassischem "On Air"-Leuchtschild erzählte er die Hintergrundgeschichten über die 180 Nummer-Eins-Hits, die Motown seit 1961 platzieren konnte und moderierte die Songs stilecht an – auch im passenden Outfit mit rotem Jackett und Al-Capone-Schuhen.

Mit einem Medley der Four Tops startete die schillernde Musikshow, spätestens bei dem Megahit "Reach out I’ll be there" wurde im Publikum fleißig mitgesungen. Auch das Medley mit Hits aus den Anfängen von Motown mit "Please Mr. Postman" von den Marvelettes oder das Medley aus Hits der Supremes kamen gut an, wobei Josanne Thomas optisch und stimmlich der originalen Diana Ross nahe kam. Angetrieben von Ron Williams ging es Schlag auf Schlag. Wenn er das Gefühl hatte, die Stimmung könnte abflachen, heizte er mit eigenem körperlichen Einsatz wieder an, gab den Einsatz für das inzwischen zum Backgroundchor mutierten Publikum. Bei "I heard it through the Grapevine" von Marvin Gaye, sehr gut interpretiert von Edward Wade, hatte Williams fast alle im Saal auf den Beinen. In dieser Stimmung griff Williams selbst zum Mikrofon und lieferte eine der besten Performances des Abends ab mit seiner Interpretation von Edwin Starrs "20 Miles". Da stimmte jeder Ton und die Band hatte Mühe, immer dem perfekt groovenden Williams zu folgen.

Die elfköpfige Band unter der Leitung von Harald Heinl, der berühmten Hausband von Motown, den Funk Brothers, nachempfunden, lieferte einen soliden Job ab, manchmal fehlte ihr die Spritzigkeit und die "Dirtyness" schwarzer Soulbands.

Nach der Pause ging es weiter Schlag auf Schlag, mit Songs der Temptations, Supremes und einer sehr guten Interpretation von "I wish" und "Superstition", zweier Stevie-Wonder-Hits, interpretiert von Derrick Alexander. Eine Überraschung war die Darbietung von Laeh Jones, die sich dem Song "Midnight Train to Georgia" der stimmgewaltigen Gladys Knight durchaus gewachsen zeigte. Nach einem Plädoyer von Ron Williams gegen Rassismus ging der unterhaltsame Abend zu Ende.

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