Lahr Kirche: Kommt eine Riesen-Pfarrei?

Der Begriff der "Pfarrei" – hier die Lahrer Stadtkirche Peter und Paul – könnte "kirchenrechtlich neu definiert" werden. Foto: Schabel

Lahr - Die katholische Kirche leidet seit Jahren an Mitglieder- und Priesterschwund. Dem möchte sie nun Rechnung tragen und will in den nächsten Jahren die Strukturen ändern. In Lahr könnte das in einer neuen großen Pfarrei auf dem Dekanatsgebiet enden.

Der Begriff der "Pfarrei" werde zu diesem Zwecke "kirchenrechtlich neu definiert", erklärt Wolfgang Finke von der Erzdiözese Freiburg auf Nachfrage. Diese neuen Pfarreien sollen im Zuge des Projekts "Pastoral 2030" neu gegründet, die Pfarrer dadurch in der Verwaltung entlastet werden. Im Gebiet der Erzdiözese mit ihren 26 Dekanaten und 224 Seelsorgeeinheiten sollen etwa 40 dieser neuen Pfarreien entstehen. Diese seien laut Finke das "Kernstück" der Raumplanung, die bis Ende 2020 beraten wird.

"Ohne Frage ist das ein Prozess, der mit Gewohntem bricht", weiß Finke, der für die Projektkommunikation zuständig ist. Ziel des Ganzen sei es, Strukturen zu schaffen, die langfristig funktionieren. Jede dieser Pfarreien soll als Leitung einen Pfarrer haben, "darunter die Einheiten bleiben bestehen", sagt Finke. Auch einen Geschäftsführer soll es in der Pfarrei geben, deren Hauptaufgabe die Verwaltung sein wird, erklärt Ann-Kathrin Wetzel, Dekanatsreferentin im Dekanat Lahr.

Innengestaltung obliegt den neuen Pfarreien

Wie genau das Dekanat später – die Diözese plant die Neugründung der Pfarreien im Jahr 2025 – aussehen wird, ist derzeit noch nicht ganz klar. Im Gespräch mit unserer Zeitung geht Wetzel davon aus, dass das Dekanat Lahr mit seinen fünf Seelsorgeeinheiten in einer neuen Pfarrei zusammengefasst werde. "Die Zukunft der Dekanate ist offen", sagt auch Finke von der Erzdiözese. In ihrer jetzigen Form werde es die Dekanate aber wohl nicht mehr geben.

Die interne Organisation der neuen Pfarreien ist ebenfalls noch unklar und obliegt den einzelnen neuen Pfarreien. Was genau also mit den fünf Seelsorgeeinheiten im Dekanat passieren wird, muss noch geklärt werden. Die Mehrzahl der Mitarbeiter werde aber nach wie vor in den Gemeinden vor Ort präsent sein – der leitende Pfarrer und die Verwaltung werden aber wohl zentral ihren Sitz haben. "Die Ausgestaltung passiert vor Ort", sagt auch Wetzel. Vor der Innengestaltung sei nun jedoch erst mal die Raumgestaltung an der Reihe.

Diese wird nun sowohl in den Gremien – der Dekanatsrat tagt am 26. Juni – als auch auf Infoveranstaltungen diskutiert werden. Ende des Jahres soll es Rückmeldungen an die Erzdiözese geben. Diese erstellt aus den Rückmeldungen einen Entwurf für die Raumplanung, der dann wieder in den Dekanaten und den Kirchengemeinden vor Ort beraten wird. Diese Teilhabe sei wichtig, betont Wolfgang Finke. Schließlich wolle man vor Ort mit der Raumplanung eine Vielfalt bieten.

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