Lahr Körperkontakt nur auf dem Platz

Foto: Vennenbernd Foto: Lahrer Zeitung

Mit den ersten Pokalspielen startet am morgigen Samstag der Spielbetrieb in Südbaden. Auf dem Platz wird es dabei wohl weitgehend normal laufen. Abläufe vor und nach dem Spiel sowie auf der Tribüne richten sich aber nach dem Hygienekonzept.

Wenn der FSV Altdorf am Samstag die SG Nordweil/Wagenstadt empfängt, werden wohl auch einige Zuschauer Interesse an diesem Derby haben. "Ich denke schon, dass die Zuschauerzahl hoch ist", sagt Reiner Heitz, Trainer der Altdorfer. Wie viele genau kann er natürlich nicht sagen. Klar ist jedoch, dass maximal 500 Personen – inklusive aller Spieler, Betreuer und Schiedsrichter – auf der Sportanlage sein dürfen. Das ist jedoch nur einer von mehreren Punkten, die wohl weite Teile der Saison über beachtet werden müssen. Wir geben einen Überblick über die derzeitigen Regelungen im südbadischen Amateurfußball, der am Wochenende mit den ersten Pokalspielen Fahrt aufnimmt. Zuschauer müssen ihre Daten eintragen: Maximal 500 Personen dürfen sich ab dem 1. August auf dem Sportplatz befinden. Zur besseren Nachverfolgung müssen die Besucher zudem ihre Kontaktdaten hinterlassen. Manche Vereine – wie der SC Lahr – bieten auf der Homepage eine Online-Anmeldung an, andere haben Formulare ausliegen, die vor Ort ausgefüllt werden können. Abstandregelungen auf der Tribüne: Wie auch in anderen Bereichen des Lebens sollen die Fußballfans auf der Tribüne untereinander Abstand halten. Die Vereine sind dazu angehalten, entsprechende Markierungen anzubringen, um an die Regelungen zu erinnern. Zuschauer dürfen zudem das Spielfeld (Zone 1) sowie den Kabinenbereich (Zone 2) nicht betreten. Der Zugang zu den jeweiligen Zonen ist nur bestimmten Personengruppen gestattet. Auch an den Verkaufsflächen werden die Zuschauer gebeten, Abstand zu halten. In ihren Hygienekonzepten weisen die Vereine daher darauf hin, dass es hier zu Verzögerungen kommen kann.

 In der Kabine soll Maske getragen werden: Die Abläufe vor und nach dem Spiel sowie in der Halbzeit werden angepasst. Die Teams sollen nach Möglichkeit nicht zur selben Zeit anreisen, um ein Aufeinandertreffen im Kabinentrakt zu vermeiden. Auch Teamkollegen sollen untereinander wenn immer möglich 1,5 Meter Abstand halten. Im Hygienekonzept des Verbands wird zudem dringend empfohlen, innerhalb der Kabine einen Mund-Nasen-Schutz zu tragen.

Ansprachen der Trainer im Freien: Damit sich die Mannschaften möglichst wenig in geschlossenen Räumen aufhalten, sollen die Ansprachen der Coaches vor dem Spiel und in der Halbzeit im Freien abgehalten werden. Für Reiner Heitz ist das kein Problem. "Wenn wir weiter so Fußball spielen wollen, müssen wir uns an die Regeln halten", sagt er. Auch mit den anderen Regelungen kann er leben. "Es ist ja bei der Arbeit auch nichts anderes", so der Altdorfer Trainer.

Sein Trainerkollege Christian Thau, der mit der SG Ichenheim/Altenheim am Samstag das erste Pflichtspiel der Saison bestreitet (siehe andere Lokalsportseite), sieht das genauso. "Wir sind froh, dass wir wieder Fußball spielen können." Ähnlich hatte sich vor einiger Zeit bereits Frank Müller, Vorsitzender des SC Lahr, geäußert. "Der Sport lebt wieder – das ist das Wichtigste", hatte er zur Zuschauerbegrenzung beim Pokal-Halbfinale gegen Oberachern gesagt.  Keine Rudelbildung und kontaktloser Jubel: Das Spiel an sich wird durch das Hygienekonzept natürlich nicht beeinträchtigt, auf dem Feld ist Körperkontakt erlaubt. Allerdings soll auf Abklatschen, In-den-Arm-Nehmen und gemeinsames Jubeln mit Körperkontakt sowie auf Rudelbildung verzichtet werden.

 Verstöße sollen bestraft werden: Seine Rechtsordnung hat der Südbadische Fußballverband angepasst, sodass Verstöße gegen das Hygienekonzept bestraft werden können. Demnach soll ein geringfügiger Verstoß mit einem Verweis und im Regelfall mit einer Geldstrafe von 50 bis 400 Euro geahndet werden. "In schweren Fällen kann außerdem auf Platz- oder Spielsperre bis zu sechs Monaten und gegebenenfalls Platzaufsicht erkannt werden". Wie konsequent Verstöße angezeigt und geahnet werden, wird sich wohl in den kommenden Wochen zeigen.

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