Lahr Kita-Erweiterung für eine Million Euro

Kindergartenleiterin Sabine Stolz führte die Teilnehmer durch die Einrichtung. Foto: Mühl Foto: Lahrer Zeitung

Mit einem Besuch in Hugsweier ist die Sommeraktion der Lahrer SPD zu Ende gegangen. Die rund 20 Teilnehmer informierten sich über die geplante Kita-Erweiterung und das "Dorv"-Projekt.

Hugsweier. Der erste Teil des Abends gehörte dem Kindergarten "Farbklecks". Aufgrund des Bedarfs steht der Vorentwurf zur Erweiterung mittels Anbau bevor. Silke Kabisch, Chefin des städtischen Gebäudemanagements, sagte, dass zum einen ein Umbau im Bestand geplant ist. Zum anderen seien Neubauelemente, zwei Rampen, eine Außentreppe, ein Kinderwagenraum sowie zusätzliche Ausstattung (Wickeltisch, Trennwände, Garderoben) vorgesehen.

Die Gesamtkosten werden mit rund einer Million Euro beziffert. Mittel sollen für 2019 beantragt werden. Die alten Kastanien im Innenhof lassen sich aufgrund räumlicher Auswirkungen nicht erhalten. Kabisch stellte Nachpflanzungen in Aussicht. Durch die Erweiterung können zusätzlich 20 Kita- und zehn Krippenplätze angeboten werden. Der Personalschlüssel, der momentan bei 7,4 Planstellen (zuzüglich einer halben Stelle für eine Sprachförderkraft) liegt, müsse je nach Öffnungszeit und Randzeitenbetreuung um vier Stellen erhöht werden.

Zweites Thema war das seit 2015 laufende "Dorv"-Projekt. Das Kürzel steht für "Dienstleistung und ortsnahe Rundum-Versorgung". Damit sollen die örtlichen Einkaufs- und Dienstleistungsmöglichkeiten verbessert werden. Die Idee eines "Dorv-Zentrums" beruht auf einem Treffpunkt mitten im Ort. Durch Zeichnung von Anteilen sind die Bürger unmittelbar mit dem Erfolg verbunden. Peter Winkels, einer von zwölf Ehrenamtlichen, die sich im "Dorv-Team" engagieren, blickte bei einer Präsentation auf die Entwicklung des Projekts zurück.

Bevölkerung muss aktiviert werden

Eine wichtige Rolle für die Akzeptanz des Projekts seien wiederholte Infoveranstaltungen und die Beratung durch Jürgen Lauten gewesen. Lauten verwirklichte in Bühl-Eisental 2013 das erste landesweite "Dorv-Zentrum". Gerade bei der Standortsuche unterstützte die Stadt Lahr die Bemühungen stark. Das Grundstück des Cafés Edelweiß erfüllte Kriterien wie Lage, Erreichbarkeit, Nutzfläche und Barrierefreiheit am besten. Mittelfristig wolle die Gaststätte den Betrieb aufgeben.

Weiterer wichtiger Schritt ist das Gespräch mit Investoren. Eine Kombination mit Tagespflege und wohnlicher Nutzung (acht Wohnungen) ist im Gespräch. Eine GbR wurde zum Sammeln der Anschubfinanzierung (80 000 Euro) gegründet, später soll sie in eine GmbH überführt werden. Winkels und Heiko Ruder sind seit April Geschäftsführer. Bürger können Anteilscheine im Wert von je 100 Euro erwerben, Ziel sind 800 Scheine. Bei rund 20 Mitzeichnern bewegt sich das Projekt jetzt, angeschrieben werden derzeit Personen, die im April Absichtserklärungen unterschrieben.

Das "Dorv"-Team stellte heraus, dass der Laden betriebswirtschaftlich geführt werde. "Die Bevölkerung soll den Laden zu ihrem Laden machen, zum einen durch die Anteilsscheine, aber auch durch das Einkaufsverhalten", betonte das "Dorv"-Team.

Kindergartenleiterin Sabine Stolz informierte, dass die Kapazität mit 50 Regel- (drei bis sechs Jahre) und zehn Krippenplätzen (ein bis zwei Jahre) voll ausgelastet sei. Für 2018/19 stehen 33 Kinder auf der Warteliste, bei ein bis 14 Monaten Wartezeit. Elf Kinder erhalten im Laufe des Jahres einen Platz. 2019/20 stehen 14 Kinder auf der Warteliste, bei bis zu 24 Monaten Wartezeit. Ausschließlich Hugsweierer oder Lahrer Kinder stehen auf der Liste.

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