Lahr Kirche: Ein Vorbild für zahlreiche Gläubige

Der Pfarrgemeinderatsvorsitzende Stefan Allgaier dankte Pater Gottfried (links) für seine Arbeit. Foto: Vögele

Lahr - Die Seelsorgeeinheit hat Pater Gottfried verabschiedet, der 26 Jahre Seelsorger in Lahr war. Der Pater kehrt zu seiner Ordensfamilie nach Bad Wurzach zurück, um dort seinen Lebensabend zu verbringen.

Einen besseren Termin als Ostern hätte es für die Verabschiedung von Pater Gottfried Borth aus der Seelsorgeeinheit "Kirche an der Schutter" nicht geben können, auch wenn sich dadurch Wehmut in den Osterjubel mischte. Von Höhen und Tiefen war sein Leben von Anfang an geprägt: Nikolaus Borth, so sein Taufname, wurde 1931 in Wiesenhaid im rumänischen Banat geboren. Nach dem Studium trat er in den Orden der Salvatorianer (siehe Info) ein und erhielt den Namen Gottfried. 1954 wurde er zum Priester der Diözese Temesvar geweiht. An vielen Orten wirkte der fröhliche und hoch motivierte Priester in deutschen Gemeinden in Rumänien.

Trotz oder gerade wegen der schwierigen Lage der Gläubigen in diesem kommunistischen Land, immer wieder vom Geheimdienst Securitate observiert, blieb er stets auf dem Posten. Als ab den 80er-Jahren immer mehr Gemeindemitglieder nach Deutschland auswanderten, kam auch Pater Gottfried 1993 in das Land seiner Vorfahren. Nach einer kurzen Zeit in Dörlinbach holte ihn Dekan Paul Schäufele nach Lahr, wo er seither als Subsidiar im priesterlichen Dienst wirkte.

Pater Gottfried, dem oft der Schalk im Nacken sitzt, kannte den steinigen Weinberg des Herrn. Als Priester von altem Schrot und Korn war ihm keine Aufgabe und kein Weg zuviel. Er lebte, was Paulus im 2. Korintherbrief über die Hirten sagt: "Wir sind nicht Herren eures Glaubens, sondern wir sind Mitarbeiter eurer Freude." Wie oft er vor allem nachts zu Sterbenden ins Krankenhaus gerufen wurde, hat er nicht gezählt. Sehr gerne war er unter Menschen, vor allem in den Alten- und Pflegeheimen wie Sancta Maria, das ihm zur zweiten Heimat geworden war. Seine Predigten waren geschätzt; sein freundliches Wesen, sein Glaube und seine Marienfrömmigkeit machten ihn für viele zu einem Vorbild.

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