Lahr Keine Kritik am Saisonabbruch

 Foto: Hoffmann (Symbol)

Der Fußball hat sich Zeit gelassen. Doch nach Sportarten wie Handball, Volleyball und Tischtennis hat auch der Südbadische Fußballverband (SBFV) die Saison abgebrochen. Die richtige Entscheidung – sagen die Vereinsvertreter der Region.

Der Saisonabbruch im südbadischen Amateurfußball kommt dem Ende einer Hängepartie gleich. Lange hielt der SBFV an der Hoffnung fest, zumindest noch eine Hinrunde zu Ende zu spielen und diese auch sportlich zu werten. Doch die Infektionszahlen, nicht nur im Ortenaukreis, ließen die Hoffnung zerplatzen.

Der Saisonabbruch stößt bei den Vereinen auf Verständnis, nur vereinzelt ist der späte Zeitpunkt der Entscheidung in der Kritik. Die Hoffnung, den Pokal bis zum Ende ausspielen zu können, besteht derweil weiterhin.

SC Lahr setzt auf Re-Start im August 

Oliver Dewes, Trainer des SC Lahr, ist im Gespräch über den Saisonabbruch die Erleichterung anzumerken, dass im Amateurfußball nun Klarheit herrscht. "Die Entscheidung war so zu erwarten. Jetzt ist das Thema durch und gut ist", fasst der Coach pragmatisch zusammen.

Im Alltag wird sich beim SCL durch den Saisonabbruch nichts ändern. "Wir haben den Spielern keine individuellen Trainingspläne an die Hand gegeben. Ohne ein Spiel als konkretes Ziel für so eine Vorbereitung zu haben, macht das keinen Sinn. Fit halten sich alle sowieso", so der SCL-Trainer. Er habe die Hoffnung, dass der Ball im August wieder rollen kann. "Wir planen, dann wieder mit dem Training starten zu können."

Dass der Verbandspokal noch zu Ende gespielt werden kann, hält Dewes für "machbar". "Auch wenn es dann mit vielen Spielen in kurzer Zeit ein knackiges Programm werden wird."

OFV hofft auf Pokalspiele

Während der SCL im Pokal schon ausgeschieden ist, ist der Offenburger FV noch im Rennen um das begehrte Ticket für den DFB-Pokal. Im Viertelfinale soll der Freiburger FC der Gegner sein, sofern die Pokalsaison nicht abgebrochen wird. "Wir wollen die Chance bekommen, den Pokal zu gewinnen. Die Spiele könnten zum Beispiel in der neuen Saison noch untergebracht werden. Vielleicht wird der Start des DFB-Pokals dann nach hinten verschoben", mutmaßt OFV-Coach Benjamin Pfahler.

Vom Abbruch im Ligabetrieb war er "nicht sonderlich überrascht". "Ich finde es auch okay, dass der Verband mit der Entscheidung noch länger gewartet hat", so Pfahler.

SV Oberachern erwartet keine Ligaspiele mehr 

Während in der Verbandsliga der Saisonabbruch mit der Entscheidung vom SBFV fix ist, ist die Runde in der Oberliga Baden-Württemberg weiterhin lediglich ausgesetzt. "Ein Saisonabbruch währe aber die einzig vernünftige Entscheidung", hält Ralf Lorenz, Vorstand des SV Oberachern, fest.

Im Verbandspokal sind die Oberacherner wie auch der OFV noch dabei. "Und ich gehe auch davon aus, dass wir den Pokal ausspielen können. Allerdings dann erst in der neuen Saison im Juli und August" vermutet Lorenz.

FSV Altdorf hätte sich früher Klarheit gewünscht 

Dass die Saison abgebrochen wurde, kam auch für Felix Pietrock, Vorstand beim FSV Altdorf, nicht überraschend. Im Gegenteil: "Wir hätten uns diese Entscheidung schon früher gewünscht. Es war eine Hängepartie, dabei war die Corona-Entwicklung absehbar. Die Entscheidung war letztlich alternativlos." Selbst wenn die Hinrunde noch beendet worden und als Abschlusstabelle gewertet worden wäre, hätte Pietrock bei so einer Wertung "Bauchschmerzen gehabt", weil die Wertung nicht fair gewesen wäre.

Finanzielle Einbußen sind durch den Saisonabbruch beim FSV Altdorf nicht zu erwarten. "Das ist für uns kein Problem, weil wir unsere Spieler nicht bezahlen", sagt der FSV-Vorstand. Um weitere Kosten derzeit zu vermeiden, dauert die geplante Sanierung des Klubhauses beim FSV allerdings etwas länger.

Die, nun annullierte, Saison 2020/21 schließt der SC Lahr in der Verbandsliga als Tabellenzweiter ab. Der Offenburger FV landet hinter den Lahrern auf Platz drei. In der Landesliga beendet der FSV Altdorf die Runde auf Platz 14, der FV Langenwinkel wird Achter und der SV Niederschopfheim landet auf Platz zwei.

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