Lahr Kein Geld für neue Ärzte in der Stadt

Ärzte, die eine Praxis in Lahr eröffnen wollen, bekommen von der Stadt keinen finanziellen Zuschuss. Noch sei die medizinische Versorgung für den Augenblick ausreichend. Foto: Seeger

Lahr - Werden Ärzte, die sich neu in Lahr ansiedeln wollen, von der Stadt finanziell unterstützt? Zu den Möglichkeiten hat der Sozialausschuss in seiner Sitzung Auskunft gegeben.

Keine Förderung in Form von Geld

"Ärzte, die sich neu in der Stadt niederlassen wollen, bekommen von der Stadt keine Förderung in Form von Geld", machte Senja Töpfer, die Leiterin des Amts für Soziales, Schulen und Sport, klar. Die Stadt habe zuvor mehrere Anfragen erhalten, ob neue Mediziner eine Unterstützung von der Stadt bekommen könnten.

Konkret berichtete Stadtrat Norbert Bühler (SPD) von einem Arzt, der sich womöglich in Kuhbach niederlassen könnte. Dieser habe von der Gemeinde Friesenheim aber eine Förderung in Höhe von 5000 Euro (siehe Info) angeboten bekommen. "Kann sich das die Stadt nicht auch leisten?", fragte er. Das Geld sei immerhin gut investiert, wenn es dafür wieder einen Arzt in Kuhbach gäbe.

Rudolf Dörfler (CDU) hielt dagegen und sagte, es sei "fast schon sittenwidrig, sich gegenseitig die Leute abspinstig zu machen." Das Thema ärztliche Versorgung sei ein Thema für die Politik und die kassenärztliche Vereinigung (KV), welche aber seiner Meinung nach genug unterstütze.

Keine einzelnen Zuschüsse der Stadt

"Generell liegt die Förderentscheidung beim Land. Wenn dieses kein Geld gibt, kann die Stadt auf freiwilliger Basis unterstützen", klärte Senja Töpfer auf. Ansonsten sei es Sache der Kassenärztlichen Vereinigung, für eine flächendeckende gesundheitliche Versorgung zu sorgen, und nicht Aufgabe der Stadt. Da Lahr zu urban und städtisch sei, um Zuschüsse vom Land zu bekommen, unterstütze die Stadt aber zum Beispiel bei der Kontaktaufnahme der Ärzte untereinander, erklärte Töpfer.

"Wir betrachten die Entwicklung mit Sorge, aber noch gibt es aus Sicht der Stadt keinen Förderbedarf in Form von Zuschüssen. Für den Augenblick ist Lahr mit Ärzten ausreichend versorgt", sagte auch Erster Bürgermeister Guido Schöneboom.

Eberhard Roth (Freie Wähler), merkte dazu an, dass in Lahr ein Mangel an Ärzten herrsche, der sich aufgrund des fortgeschrittenen Alters vieler Mediziner in der Stadt bald noch verschärfen könnte. Stadträtin Thi-Dai-Trang Nguyen (Grüne) gab – ohne Namen zu nennen – bekannt, dass in Lahr im kommenden Jahr ein weiterer Arzt seine Praxis schließen wird und es keinen Nachfolger gäbe. Für eine Praxisübernahme sei es auch ein Problem, wenn der mögliche Nachfolger in einem anderen medizinischen Bereich ausgebildet sei. Doch eine finanzielle Förderung der Stadt halte sie für schwierig: "Wo fangen wir dann an und wo hören wir auf?", fragte sie.

"Ich möchte nicht, dass eine Konkurrenzsituation mit Umlandgemeinden entsteht. Deshalb gibt es keine einzelnen Zuschüsse der Stadt. Wir sollten vielleicht eher in Richtung Ärztehaus denken", so Schöneboom.

Förderung

Um die ärztliche Versorgung weiterhin zu sichern, gewährt die Gemeinde Friesenheim für Nachfolger von Hausarztpraxen auf Anfrage einen einmaligen Zuschuss in Höhe von 5000 Euro als freiwillige Unterstützungsleistung. Das "Förderprogramm Landärzte" unterstütze Ärzte in einem "Fördergebiet" grundsätzlich mit 15 000 Euro.

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