Lahr Junge Leute übernehmen soziale Verantwortung

Politikerbesuch bei Young Caritas Lahr (von links): Sandra Stang, Lea Meyer, Jana Lehmann und der CDU-Bundestagsabgeordnete Peter Weiß Foto: Baublies

Lahr - Wie können Jugendliche lernen, soziale Verantwortung zu übernehmen? Die Young Caritas in Lahr bietet genau dafür eine Art Plattform. Am Mittwoch stellten Lea Meyer und Jana Lehmann, die über das freiwillige soziale Schuljahr (FSSJ) zu der Jugendarbeit gekommen sind, die Idee und das beträchtliche Engagement von heute etwa 40 Jugendlichen in Lahr, Ettenheim und Seelbach vor.

Junge Menschen für soziales Engagement gewinnen 

Früher gab es mit dem Zivildienst eine Art Werbeprogramm für soziale Berufe. Wie kann man heute, da es diese Pflicht nicht mehr gibt, junge Menschen für Berufe in der Pflege oder generell mehr soziales Engagement gewinnen? Peter Weiß, CDU-Bundestagsabgeordneter und Vorsitzender der Arbeitsgruppe Arbeit und Soziales seiner Fraktion, hatte genau wegen dieser Fragen vor der Corona-Pandemie einen Termin bei der "Young Caritas" ausgemacht. Aufgrund einer politischen Verpflichtung musste er den Termin im Februar verschieben. Daher waren jetzt durch die aktuelle Situation weniger Jugendliche dabei – aber die, die da waren, hielten sich an die Abstandsregel.

Spaß und Vielfalt mit ganz unterschiedlichen Menschen 

Neben den beiden jungen Frauen waren Lilli Wenzel-Teuber (Referentin Young Caritas), Sandra Stang (soziale Dienste), Katharina Beck und Mirko Poetzsch (Vorständen der Caritas in Lahr) bei der Vorstellung im Jugendcafé in der Bismarckstraße neben der Kirche St. Maria dabei.

Lehmann und Meyer sind beide über das FSSJ zur Young Caritas gestoßen. Beide engagieren sich seit Jahren. Daher konnten sie die Frage, was das Engagement bedeuten würde, präzise beantworten. Meyer sprach von "Spaß" und dass sie "in den vier Jahren viele Menschen" kennengelernt sowie "Erfahrungen gesammelt" habe. Beide waren sich einig, dass die Arbeit viel zu einer möglichen Berufsorientierung beigetragen habe. Ein sozialer Beruf sei da allerdings nicht zwangsläufig die Folge. Vorteile gebe es aber ganz konkret bei einem passenden Studium. Da würde Engagement wie bei der Young Caritas extra bewertet und honoriert werden.

Schüler erhalten ein Bild der sozialen Berufe

Die hauptberuflichen Mitarbeiter stellten einzelne Projekte der Young Caritas in den vergangenen sechs Jahre vor – und deren Zuspruch. 2015 waren 15 Jugendliche engagiert. Heute sind es etwa 40. Ein entscheidender Vorteil der Projekte ist, dass Schüler ein realistisches Bild der sozialen Berufe erhalten, war zu erfahren. Das diene – neben den Vorteilen, die sozial Benachteiligte in Kindergärten oder Grundschulen und Seniorenheimen haben würden – auch der persönlichen Entwicklung der Engagierten.

Die Hürden für die Jugendlichen sind dabei nicht sehr hoch. Meyer und Lehmann erklärten, dass bei den einzelnen Projekten einmal in der Woche zwischen einer und drei Stunden Einsatz die Regel sind. Es dürfe gerne auch mehr sein. Die Dauer des FSSJ ist in der Regel ein Schuljahr. Auch da gilt aber, dass mehr Engagement möglich ist.

Unterstützung von Bedürftigen, Schulanfängern und Schulkindern 

Zu Projekten der Young Caritas in Lahr gehört unter anderem "Marthas Tisch". Hier erhalten Bedürftige konkrete Hilfe durch Lebensmittelpakete. "Find Us" unterstützt Schulanfänger und Grundschulkinder im Alter von fünf bis zehn Jahren bei der Entdeckung neuer Lebensräume und dem Meistern von Herausforderungen.

Das FSSJ findet hauptsächlich in Kooperation mit weiterführenden Schulen statt. Dort ist das Youngcaritas-Team außerdem mit dem Format "90 Minuten mal anders" unterwegs. Hier werden 90 Minuten Unterricht zu sozialen Themen wie "Leben im Alter", "Soziales Engagement" oder "Diskriminierung und Gerechtigkeit" gestaltet. 2019 erarbeiteten 150 Schüler ab der achten Klasse in "90 Minuten mal anders" die Entstehung und den Umgang mit Vorurteilen, Diskriminierung und Rassismus.

Aufgrund der Pandemie können viele der Angebote und Projekte nicht wie gewohnt stattfinden. Youngcaritas ist weiter auf digitalen Kanälen aktiv. Für Jugendliche gibt es das Angebot "Offenes Ohr". Zur Unterstützung von Senioren ist die Aktion Brieftaube" gestartet worden.

Weitere Informationen: www.youngcaritas-lahr.org

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