Lahr Jubiläum: Firma Eichner setzt Maßstäbe

Das Bauunternehmen Eichner mit seinen beiden Geschäftsführern Christian Surbeck (links) und Klaus Koch blickt auf eine erfolgreiche 100-jährige Firmengeschichte zurück. Foto: Sadowski

Lahr - Maurermeister Michael Reichmann hat 1919 einen kleinen Betrieb gegründet, der einfache Bauarbeiten ausführte. 100 Jahre später ist die Firma Eichner eines der bedeutendsten Bauunternehmen der Region.

"Es war immer eine der Stärken der früheren Inhaber, nicht nur beim Kerngeschäft zu bleiben", blickt Geschäftsführer Klaus Koch zurück. So habe die Firma über die Jahrzehnte immer wieder neue Geschäftsfelder aufgebaut.

Rückblick: Michael Reich­mann­ meldete am 16. September 1919 sein neues Maurergeschäft in der Kruttenau 17 an. 1930 war ein weiteres wichtiges Jahr – damals fing Maurermeister Josef Eichner als Vorarbeiter in dem Unternehmen an. Ab 1933 stieg die Nachfrage. Der Platz in der Kruttenau wurde zu klein, also erwarb Reichmann 1939 ein Grundstück in der Offenburger Straße nördlich des oberen Husa­ren­wegs­ – dort ist auch heute noch der Firmensitz.

Ein Meilenstein nach dem Zweiten Weltkrieg war 1952 der Eintritt von Karl Surbeck in das Unternehmen. Der junge und dynamische Ingenieur setzte mit innovativen Ideen neue Maßstäbe. So war 1954 die schlüssel­fertige Erstellung des franzö­sischen Kindergartens in der Tramp­lerstraße richtungsweisend. Die Firma hatte bei diesem Bauprojekt alle Vorgänge in der Hand, vom Grundstückskauf bis zur abschließenden Inneneinrichtung.

1980 wurde das Unternehmen in eine Baugesellschaft umgewandelt. Acht Jahre später renovierten und erweiterten Karl Surbeck, sein Sohn Christian und Bauingenieur Klaus Koch das Betriebsareal.

100 Jahre nach der Firmengründung in vierter Generation bestens aufgestellt

Heute, 100 Jahre nach der Firmengründung, sehen die Geschäftsführer Christian Surbeck und Klaus Koch ihre Firma in der vierten Generation bestens aufgestellt. "Wir sind ein absolut regionales Unternehmen", sagen die beiden. Im Radius von etwa 80 Kilometern haben sie alles in ihrem Portfolio, was mit dem Thema Bauen zu tun hat. Aktuell beäugen die Geschäftsführer die Preisentwicklung und die ihrer Ansicht nach restriktiven Baugesetze mehr als kritisch. Beides in Einklang zu bringen, sei die größte Herausforderung.

Vor allem die vielen Vorschriften lassen die Verantwortlichen im Bausektor manchmal verzweifeln. "Die Behörden kommen mit dem Tempo der Genehmigungen nicht hinterher", kritisiert Surbeck. Es könne daher schon mal vorkommen, dass das Unternehmen teilweise bis zu einem Jahr auf eine Baugenehmigung warten muss. Abzusehen sei das zumeist nicht, Surbeck und Koch müssen dann die Wartezeit mit anderen Projekten überbrücken.

Es gibt viele zufriedene Stammkunden – darunter die Stadt Lahr, für die die Firma Eichner schon etliche Projekte umgesetzt hat, zum Beispiel das "Haus am See" im Seepark. "Wir blicken auf eine jahrzehntelange und vertrauensvolle Zusammenarbeit zurück", freut sich Surbeck.

Das Unternehmen kommt in den vergangenen 50, 60 Jahren auf insgesamt etwa 150 realisierte Projekte. Das größte war die Baulanderschließung "Eichholz-Süd" in Langenwinkel, sagt Koch. Inzwischen stehen dort zahlreiche schmucke Wohnhäuser.

Die Stadt Lahr ist Stammkunde bei Eichner

Im Lauf der Jahre haben die beiden Geschäftsführer zahlreiche Trends miterlebt. Aktuell beobachten sie eine größere Nachfrage nach Flachdächern und Vinylböden als Parket-Imitate. Zudem würden sich Kaufinteressenten immer größere Wohnungen wünschen. Reichten früher 60 bis 70 Quadratmeter Fläche bei einer Drei-Zimmer-Wohnung aus, geht heute die Tendenz zu mehr als 100 Quadratmetern, so Surbeck. Auf solche Trends haben die Verantwortlichen in all den Jahren reagiert, sie bisweilen sogar selbst gesetzt und die Firma so zu dem gemacht, was sie heute ist.

Das Jubiläum wird am morgigen Freitag ab 16 Uhr intern gefeiert.

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