Lahr Jede Menge Sulzer Lokalkolorit

Bei der Probe für das Jubiläumstheaterstück: Kai Wacker als Zünderle und Sabine Nuvolin als Bäsle Foto: Wilhelm Foto: Lahrer Zeitung

Einer der absoluten Höhepunkte der Veranstaltungen zum Dorfjubiläum "750 Jahre Sulz" ist die Theateraufführung "Der arme Eduard – Geschichten vom Zünderle". Am heutigen Samstag beginnt der Vorverkauf.

Lahr. Eduard Herzog (1861 bis 1918), genannt "Zünderle", war ein Sulzer Original, ein Organisationstalent und Lebenskünstler. Unkonventionell, gewitzt, gesellig und hochmusikalisch muss er gewesen sein; war er es doch, der die Gründung des Musikvereins in Sulz durch seine "Zünderle-Musikkapelle" (gegründet 1887) maßgeblich beeinflusst hatte. Die Kinder des Dorfs waren in seinem Hause sehr willkommen, ihnen muss er anhand vieler gesammelter "Schätze" fantasievolle Geschichten über sich, seine Familie und die Welt zum Besten gegeben haben.

Verfasst und in Szene gesetzt wird die Geschichte von Christopher Kern. Kern (geboren 1976) konnte schon mit seinen Jubiläumstheaterstücken für Oberschopfheim, Oberweier und Allmannsweier insgesamt mehrere Tausend Besucher begeistern und ist inzwischen auch durch weitere erfolgreiche Produktionen mit der "Theaterbühne im Keller" des Kulturkreises Lahr in der weiteren Region als Autor und Spielleiter bekannt und geschätzt.

Die Lahrer Zeitung hatte die Gelegenheit, an einer Probe der Theatergruppe teilzunehmen. Im Bürgersaal hatten sich etwa 30 Akteure versammelt, die in ihren Kostümen teilweise noch in "zivil" auf ihren Einsatz warteten. In der Mitte des Raums der Regietisch mit Kern und seiner Assistentin. Alles unter den Augen von Jürgen Binder, dem Vorsitzenden des Fördervereins Sulz 2020, der druckfrisch Flyer und Plakate zum Stück im Gepäck hatte.

Ein bunter Haufen, mit Akteuren im ganzen Alterspektrum, sieben Kinder im Alter ab zwölf Jahren, bis hin zu der ältesten Darstellerin mit über 70. Die Hauptrolle, der Zünderle in alt und jung, wird von Vater Siegfried Wacker und Sohn Kai Wacker übernommen.

Bei der Probe wirkte alles sehr entspannt, es wurde viel gelacht und jede gelungene Szene mit Applaus aus der Runde honoriert. Kern forderte die Spieler mit seinen engagierten, humorvollen Regieanweisungen und brachte so die erforderlichen Emotionen in den jeweiligen Set. Faszinierend zuzuschauen, wie Kern auch die Kinder beim Spiel in die Geschichte hinein ziehen konnte.

Die Besucher erwartet bei der Aufführung viel Lokalkolorit, ob der Langenhard oder die "Dammemiehli", typische Übernamen wie die "Schmeckeri" und "s‘ Engländers" – alles selbstverständlich im Sulzer Dialekt dargeboten. Gespannt dürfen die Zuschauer darauf sein, welche Rolle ein "Brunshafe", ein "Bottschamber" oder auf hochdeutsch Nachttopf im Geschehen spielt. Ein sehr abwechslungsreicher Abend wird die Zuschauer begeistern, mit humorvollen aber auch leisen besinnlichen Momenten. Kern hat sehr gut heraus gearbeitet, wie sich Fiktion und Wirklichkeit über den "Zünderle" mischten und sich in den Erinnerungen von Josef Weber, geschrieben in den 1970er-Jahren in dem Buch "Der Zünderle und seine Zeit" in der Sulzer Dorfgeschichte manifestierten.

Das Stück wird am Freitag, 3. April, ab 19.30 Uhr, am Samstag, 4. April, ab 19.30 Uhr und am Sonntag, 5. April, ab 17 Uhr in der Sulzberghalle aufführt. Karten sind am heutigen Samstag, 15. Februar, am morgigen Sonntag, 16. Februar, und am Samstag, 29. Februar, jeweils von 10 bis 13 Uhr im Rathaus in Sulz erhältlich. Außerdem können Karten unter Telefon 0176/ 52 04 20 78 zu folgenden Zeiten bestellt werden: Montag, 17. Februar, ab 17 Uhr sowie Dienstag, 18. Februar, Donnerstag, 20. Februar, Freitag 21. Februar, Dienstag, 25. Februar, und Donnerstag, 27. Februar, jeweils von 14 bis 20 Uhr. Weitere Infos gibt es im Internet unter Sulz2020.de

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