Lahr Jede Menge "brennender" Themen

 Foto: Lahrer Zeitung

Lahr (tom). Rund um die Lahrer Gesamtwehr bestehen aktuell mehrere interessante Themen. Die Verantwortlichen haben sich unter anderem zu Wehrstruktur, Feuerwache West oder auch Gerätehaus Reichenbach/Kuhbach geäußert.

"Feuerwehr entwickelt sich beständig weiter, kostet richtig Geld", weiß Thomas Happersberger. Der Kommandant der Lahrer Gesamtwehr wurde beim Besuch von CDU-Stadtverband und Gemeinderatsfraktion (wir berichteten) mit einigen "brennenden" Punkten konfrontiert und bezog Stellung. Ein Thema war die geplante Feuerwache West.

Berufswehr in Frankfurt als Vorbild für Lahr?

Das Thema ist auf der Agenda, Planungsmittel von 200 000 Euro, eingestellt. Die spannende Frage für das West-Areal ist, wie der Zweckverband wird. Gemeinderat Rudi Dörfler erzählte von Erfahrungen aus Frankfurt, wo die (Berufs-)Wehr in fünf Minuten am Einsatzort sein könne. In Lahr sind zehn Minuten für das erste Fahrzeug der Richtwert. Schnelleres erfordere eine Berufswehr. Doch eine professionelle Werksfeuerwehr mit 24 Hauptamtlichen (pro Person rund 50 000 Euro Jahreskosten), sei schlicht finanziell nicht machbar.

In eine neue Wache West könnte ebenso ein Großteil der Ausbildung verlegt werden, um den Standort Kernstadt zu entlasten. Außerdem könnte die Technik der Abteilungen Langenwinkel und Hugsweier in der Wache West Aufnahme finden. Die Frage nach damit einhergehender Auflösung beider Abteilungen verneinten die Verantwortlichen klar. "Das ist nicht geplant, es sei denn, die Abteilungen würden das selbst beschließen. Aber wir wollen beispielsweise kameradschaftliche Aktionen sicher nicht beschneiden", versicherte Happersberger. An Kosten für die Wache West müsse mit vier bis fünf Millionen Euro gerechnet werden, sagte Dörfler.

Denkbar wäre als Standort ein Grundstück neben der DHL. Doch allein die Besitzverhältnisse seien kompliziert. Entsprechend lasse das Thema noch einige Diskussionen erwarten.

Über das gemeinsame Gerätehaus zwischen Kuhbach und Reichenbach sowie mögliche Auswirkungen auf die Planungen zur Kuhbacher Ortsmitte wurde ebenfalls gesprochen. Der Kommandant betonte, dass der gut funktionierende Löschzug fünf Priorität besitze. Alles andere – Zusammenführen zweier Abteilungen in einem Gerätehaus – sei nicht nur eine Frage des Geldes, sondern vor allem auch des Personals. Dörfler sah in einem gemeinsamen Gerätehaus aktuell "keine zwingende Notwendigkeit". Happersberger ergänzte: "Es ist machbar, wenn alle anderen Themenschwerpunkte abgearbeitet sind. Parallel wird das – zumindest in unserer bisherigen Leitungsstruktur- nicht machbar sein. Das ist Science Fiction." Worauf er hinaus wollte: Eine Vorlage wurde zur weiteren Diskussion erarbeitet, die die Beförderung der Gerätewarte zu feuerwehrtechnischen Angestellten beinhaltet. Sie müssten künftig noch verstärkter das Rückgrat der freiwilligen Feuerwehr bilden, so der Wunsch. "Ohne sie können wir den Laden dicht machen", sagte Happersberger.

CDU-Mann Dörfler machte sich dafür stark, dass Gerätewarte künftig auch mehr verdienen sollten. "Von ihrer Verantwortung hängt das Wohl und Wehe der Kameraden ab, das sollte entsprechend honoriert werden", findet Dörfler.

Kritisch wurde der Komplex Leitstelle und Kommunikation beleuchtet. Die bereits für 2006 angedachte, aber noch immer nicht erfolgte Umstellung von Analog- auf Digitalfunk halten die Verantwortlichen für ein Unding. "Irgendwann schieße ich mal notfalls Leuchtkugeln hoch, wenn die Alarmierung wieder nicht alle erreicht. Wir bräuchten ein Leitstellen-Gesetz, jetzt, nicht erst in zwei Jahren", fordert Thomas Happersberger.

Die Leitstelle, die aktuell bei der Alarmierung der Wehr stets doppelt vorgeht, um möglichst alle Melder zu erreichen, befinde sich auf dem Stand von 2000. "Das ist in etwa so, als wenn wir noch immer mit 40 Jahre alten Autos unterwegs wären", kritisiert Happersberger. Dörfler bleibt fürs Erste die Hoffnung: "Wir arbeiten daran, aber es ist alles komplex."

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