Lahr Ist mehr als das Viertelfinale drin?

Während die Amateurhandballer weiterhin pausieren müssen, geht es ab dem heutigen Mittwoch in Ägypten um den WM-Titel. Handballer aus der Region räumen der deutschen Auswahl jedoch höchstens eine Außenseiterchance ein.

Und jährlich grüßt das Großereignis: Wie in jedem Jahr startet auch 2021 das Handball-Jahr mit einem Höhepunkt. In Ägypten kämpfen Uwe Gensheimer, Andreas Wolff und Co. um den Titel. Und auch wenn die WM 2021 aufgrund der Corona-Pandemie anders als gewohnt wird, so werden doch viele Handballer aus der Region das Turnier verfolgen und der deutschen Mannschaft die Daumen drücken.

  Nico Baumann erinnert an die EM 2016: Auch die Diskussionen um die WM – mehrere deutsche Spieler sagten aufgrund von Corona-Angst ab, teilweise wurde gar die Turnierabsage gefordert – wurden hier in der Region verfolgt. "Es ist eine schwierige Situation", sagt etwa Nico Baumann, Trainer des Oberligisten TuS Schutterwald. Dass nun doch keine Zuschauer zu den Spielen zugelassen werden, findet er richtig. "Das ist sehr positiv, vor allem für die Sportler", sagt Baumann. Insgesamt hält er die WM für "wichtig für die Sportart Handball". Wie weit es für die Deutschen – erster Auftritt am Freitag – gehen wird, sei jedoch schwer zu sagen. "Es ist eine Mannschaft mit vielen Unbekannten", so Baumann, der hofft, dass die DHB-Sieben daher unbefangen auftreten könne. "So war’s auch 2016." Damals wurde Deutschland überraschend Europameister.   Kim Kursch hat Auslosung schon analysiert: Ob dieser Coup in diesem Jahr wiederholt werden kann, wird von den Handballern der Region jedoch eher bezweifelt. Kim Kursch, Trainer des Landesligisten TuS Ringsheim, hat den Spielplan der Deutschen bereits analysiert. "Durch die Auslosung von Vor- und Hauptrunde gibt es die Möglichkeit, ins Viertelfinale zu kommen", glaubt er. Den Titel werden allerdings wohl andere unter sich aus machen, vermutet Kursch. Als Favoriten nennt er Dänemark, Norwegen und Spanien – Gastgeber Ägypten und Portugal traut er durchaus eine Überraschung zu.

Was die Ausrichtung der WM angeht, ist auch Kursch etwas im Zwiespalt. Auf der einen Seite sei es in der derzeitigen Situation schwer zu vermitteln, andererseits seien die Turniere "für die Sportart überlebenswichtig". Er selbst wird das Turnier intensiv verfolgen, das Abo für den Streamingdienst "Sportdeutschland.tv" habe er schon abgeschlossen, erzählt Kursch.   Manfred Kurz traut dem DHB-Team das Viertelfinale zu: Auch Manfred Kurz, Trainer der Damenmannschaft der SG Scutro hat vor, die Weltmeisterschaft zu verfolgen. "Ich habe mir auch schon die beiden Qualispiele gegen Österreich angeschaut." Sein Fazit danach: "Ich traue der Mannschaft schon etwas zu. Der Kader wurde zwar neu gemischt, aber sie haben einen guten Trainer", ist Kurz überzeugt. "Das Viertelfinale ist realistisch", glaubt er. Für den Titel werde es allerdings wohl eher nicht reichen, Kurz rechnet "mit den üblichen Verdächtigen, die immer oben stehen. Aber vielleicht gelingt es unserer Mannschaft ja, ein Wörtchen mitzureden".

Dass bei der WM nun doch keine Zuschauer in die Hallen dürfen, findet Kurz als "ganz, ganz wichtig als Signal für die Bevölkerung". Richtig findet er jedoch auch, dass das Turnier stattfindet. "Es ist schwierig zu bewerten. Aber warum soll der Handball nicht spielen?", so Kurz.   Jason Peter sieht die WM eher skeptisch: Etwas anders sieht Jason Peter, Kreisläufer bei der HSG Ortenau Süd, die Situation. "Unter den Umständen, die gerade herrschen, interessiert es mich nicht allzu sehr", sagt er. Der Ausrichtung der WM steht er skeptisch gegenüber. "Aber jetzt ist es wenigstens mal ohne Zuschauer", so Peter. Er selbst werde das Turnier daher nur "nebenher verfolgen". Für die deutsche Mannschaft könnte er sich den Einzug ins Viertelfinale vorstellen, mehr wohl nicht. "Dazu fehlen zu viele", so der HSG-Spieler.

Einer der Spieler, die der DHB-Auswahl nicht zur Verfügung stehen, ist Tim Suton. Der Rückraumspieler, der in seiner Jugend zwischen 2006 und 2009 in Willstätt spielte, hat sich im Dezember das linke Kreuzband gerissen und verpasst damit die WM.

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