Lahr Irma Barraud hält die Erinnerung an Ostpreußen wach

Irma Barraud Foto: cbs Foto: Lahrer Zeitung

Lahr (red/sm). Die Lahrerin Irma Barraud ist zusammen mit neun weiteren engagierten Bürgern mit der Heimatmedaille Baden-Württemberg ausgezeichnet worden. Wissenschaftsministerin Theresia Bauer überreichte die Auszeichnungen bei einer Feierstunde gestern in Waldkirch.

Die heute 82-jährige Irma Barraud trat 1960 in die Landsmannschaft Ost- und Westpreußen in Lahr ein. Mit 29 Jahren gründete sie die Frauengruppe, zu deren Leiterin sie gewählt wurde und seit nunmehr 52 Jahren führt. Unter dem Motto "Erhalten und gestalten" erzählen sie von der einstigen Heimat, aus der man flüchten musste oder vertrieben wurde, um Traditionen und Brauchtum – wozu auch die Esskultur und das ostpreußische Liedgut gehören – zu bewahren.

Als Kirchenälteste engagiert

Darüber hinaus leitete sie auch eine Kindergruppe, in der sie ihr Wissen über Heimat und Musik vermittelt. 1989 gründete sie den Ostdeutschen Lesekreis. 1993 wurde Irma Barraud zur Kulturreferentin der Landsmannschaft in Lahr gewählt. Seit 1989 ist sie Kirchenälteste in der Stiftskirche und seit 1989 Prädikantin für die evangelischen Gottesdienste im Dekanat Lahr, wozu auch Frauen- und Seniorenarbeit zählen.

Nachdem sich 1991 der örtliche Bund der Vertriebenen fast aufgelöst hätte, stellte sich Barraud zur Wahl und wurde zur Kreisvorsitzenden gewählt. Ihre Hauptaufgaben bestehen darin, jährlich den "Tag der Heimat" mit allen Landsmannschaften zu organisieren und ein Programm zu erstellen.

Themen waren unter anderem "Dichter aus den verschiedenen Heimatgebieten" oder "Trachten". Auch erinnerten die einzelnen Landsmannschaften an die "beliebtesten Reiseziele in ihrer angestammten Heimat". Der virtuelle Rundgang führte von der Kurischen Nehrung zum Iser- und Riesengebirge, über das Egerland und Siebenbürgen bis zu den Naturschutzgebieten im ehemaligen Banat. 2006 wurde sie zur Vorsitzenden der Landsmannschaft gewählt.

"Die Trägerinnen und Träger der Heimatmedaille leisten mit ihrem Engagement einen wichtigen Beitrag für die kulturelle Identität und den Zusammenhalt in der Gesellschaft", sagte Wissenschaftsministerin Bauer bei der Feierstunde.

Christel Mösch aus Ettenheim wurde ebenfalls ausgezeichnet.

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