Lahr Innenstadt putzt sich heraus

Von 1890 bis 1935 wurde die Tonofenfabrik betrieben. Inzwischen ist das Gebäude zum Stadtmuseum umgebaut worden. Foto: Weber

Lahr - Zu einer weiteren Folge "Straßen und Plätze in Lahr" sind am Dienstagabend zahlreiche Lahrer in die Volkshochschule gekommen. Norbert Klein hatte sich für diesen Vortrag den Altvater und das Gebiet rund um die Tonofenfabrik ausgesucht.

Die Entwicklung der Stadt, die Veränderungen im Stadtbild und die geschichtlichen Hintergründe sind die Themen, die Norbert Klein in seinen Vorträgen verknüpft. Für den Vortrag am Dienstagabend hatte er sich das Gebiet am Altvater mit Reichswaisenhaus, Thaederhaus und Krankenhaus sowie die Kreuzstraße vom Storchenturm bis zur Schillerstraße ausgesucht.

Während sich am Altvater die Bebauung und die bauliche Struktur des Krankenhauses verändert hat, sieht es in der Innenstadt schon ganz anders aus. In der Kreuzstraße, das belegte Klein mit Fotos, stand um 1900 das Verlagshaus von Moritz Schauenburg, in dem die Lahrer Zeitung erschien. Das ehemalige Gebäude steht nicht mehr. An seiner Stelle wurde das Walpotenhaus errichtet, in dem auch heute noch die Lahrer Zeitung produziert wird.

Gegenüber steht die von 1890 bis 1935 betriebene Biermann Tonofenfabrik, die mittlerweile zum Stadtmuseum umgebaut wurde. "Zum Umbau der alten Fabrik gehörte auch die Neugestaltung der Kreuzstraße, die früher Kreuzgasse hieß und ursprünglich von ›Greißgasse‹ abgeleitet wurde, sowie des Platzes zwischen der Tonofenfabrik und dem Walpotenhaus", erklärte Klein. 2017 sei ein Förderverein gegründet worden, der den Umbau finanziell fördere.

Bislang sei das Stadtmuseum in der Villa Jamm im Stadtpark beheimatet gewesen, fuhr Klein fort. Und es gebe Menschen, die den Umzug in die Tonofenfabrik bedauerten, weil in der Villa Jamm mehr Exponate ausgestellt gewesen seien. "Das ist zwar richtig, aber in der Villa war alles überfrachtet. Das neue Stadtmuseum in der Tonofenfabrik kommt mit einem ganz neuen Konzept daher, das man sich anschauen muss", so Klein.

Mit der Gestaltung des neuen Platzes, der nach einer Abstimmung der Lahrer-Zeitung-Leser "Museumsplatz" heißen soll, sei ein weiterer schöner Platz in der Stadtmitte entstanden. Wie der Platz letztlich heißen wird, darüber entscheidet der Gemeinderat.

Es habe Kritiker gegeben, die den Abriss der Mauer am Storchenturm nicht gutgeheißen hätten, sagte Klein. Bei den Bauarbeiten sei ein Mauerrest gefunden worden, der vermutlich zur Grundmauer des Palas, dem Wohngebäude der früheren Burg gehört habe, von der der Storchenturm einer von vieren gewesen sei. Mittlerweile seien die Arbeiten abgeschlossen, es sei ein schöner luftiger Platz entstanden. Der Verlauf der früheren Stadtmauer ist heute im Straßenpflaster zu erkennen.

Auch vor dem Walpotenhaus und der Tonofenfabrik sei der Mauerverlauf im Straßenbelag sichtbar.

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