Lahr Impressionen aus der Vergangenheit

Walter Caroli erzählte über den Maler Wilhelm Wickertsheimer und seine Lahrer Bilder. Foto: Baubllies Foto: Lahrer Zeitung

Der Maler Wilhelm Wickertsheimer (1886 bis 1968) erlebt derzeit in Lahr eine Renaissance. Walter Caroli führte rund 60 Besucher durch die Ausstellung, die noch bis zum 15. Januar im Zeit-Areal zu sehen ist.

 

Lahr. Caroli stellte am Anfang der Exkursion namens "Heimat-Liebe" eine kurze biografische Skizze des Lahrer Heimatmalers vor. Wickertsheimer, der hier geboren wurde, absolvierte eine Lehre als Maler im elterlichen Betrieb und erhielt gleichzeitig Kunstunterricht. Er erlebte den Ersten Weltkrieg unter anderem bei den grausamen Schlachten an der Somme, wo er 1916 schwer verwundet wurde.

Nach dem Tod des Vaters übernahm er das Geschäft. Um 1939/1940 hatte er mit seinen künstlerischen Arbeiten so viel Erfolg, dass er als freischaffender Künstler arbeiten konnte. Nicht im Zeit-Areal zu sehen sind Bilder, die Wickertsheimer an der Somme geschaffen hatte. Caroli sagte dazu, dass Wickertsheimer nicht die Gräuel des Kriegs gemalt habe, sondern überwiegend Landschaften. Wie der Maler seine Umgebung Lahr und den Schwarzwald der 1930er- bis in die 1960er-Jahre gesehen hat, zeigen die insgesamt 130 Bilder der Ausstellung.

Anhand einzelner Bilder zeigte Caroli, dass der Maler einen besonderen Blick auf seine Umwelt hatte. Ein Bild, das einen Blick auf das Reichswaisenhaus zeigt, präsentiert dahinter das Schuttertal, wie es nicht der Realität entsprechen würde. So ist das Tal – wohl um der Gestaltung willen – kaum bebaut. Kuhbach ist angedeutet, Reichenbach verschwindet in der Ferne. Das sei ein Merkmal Wickertsheimers, erklärte Caroli an mehreren Bildern, die Straßen Lahrs zeigen. Die detaillierten Ansichten zeigen die Menschen nur als Beiwerk. Die Figuren sind entweder von hinten zu sehen, oder die Gesichter sind nicht zu erkennen. Dabei ist Wickertsheimer ein guter Chronist einer Zeit, die heute in Lahr nur noch in Erinnerung von Menschen besteht, die selbst die alte Stadtmühle oder das "Steingässle" noch gekannt haben. Beim Bild, dass den Namen "Steingässle" trägt, fragte Caroli, wer wisse, wo sich diese Gasse befand? Eine ältere Besucherin wusste, dass dieses "Steingässle" zwischen dem Kaufhaus Krauss am Eingang der Marktstraße vom Rathausplatz gesehen und der alten Tonofenfabrik, dem neuen Stadtmuseum, befunden habe.

So zeigen die Bilder, die hier übrigens das erste Mal ausgestellt sind, viele Erinnerungen. Caroli bezeichnete einige der Ölbilder als "seltene Anblicke". Ein Bild zeigt den Storchenturm vom Spital aus betrachtet. Zwei Wickertsheimer-Bilder, zwischen denen 20 Jahre liegen, zeigen auch einen ganz anderen Stil. Es sind Impressionen aus dem Lahrer Stadtpark.

Eine weitere Führung durch die Ausstellung im Zeit-Areal mit Walter Caroli findet am Mittwoch, 7. Dezember, ab 17 Uhr im Zeit-Areal statt.

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