Lahr Was Lahrern aus dem Corona-Loch hilft

Lahr/Ottenheim - Dudu Yilmazer aus Ottenheim hat sich trotz geschlossener Fitnessstudios aufgerappelt und in nur wenigen Monaten stolze 35 Kilogramm abgenommen. In der neuen LZ-Serie "Raus aus dem Corona-Loch" verrät sie ihr Erfolgsrezept.

"Ich habe schon so viel probiert, bin regelmäßig mit dem Fahrrad zur Arbeit gefahren und habe Diäten gemacht. Als nichts geholfen hat, hatte ich mich schon fast aufgegeben", erzählt die 53-jährige Ottenheimerin.

Damals wog sie mehr als 90 Kilo und trug Kleidergröße 50, inzwischen kauft sie Kleider in Größe 40. "Ich hatte viel zu hohen Blutdruck und war an der Grenze zu Diabetes. Ich hatte keine Ausdauer und war im Urlaub beim Wandern total schnell aus der Puste", erzählt Yilmazer.

Das Verhalten ihrer Familie auf Familienfeiern hatte ihr dann den Rest gegeben. "Wenn Verwandte Fotos auf Facebook gepostet haben, haben sie mich gar nicht markiert. Wenn ich sie darauf angesprochen habe, haben sie mich hinzugefügt, das Bild aber dann so gesperrt, dass es nur noch ich sehen kann."

Yilmazer entschied sich im September, nun richtig abzunehmen und ihr Leben umzukrempeln. Über ihren Arbeitgeber Taxi Mossmann war sie auf Arno Balk gestoßen, der ein Fitnessstudio betreibt. Weil der Inhaber auch eine Ernährungsberatung anbietet, habe sie sich dann einen Termin geben lassen.

Von Kleidergröße 50 runter zu Größe 40

Das Besondere an dieser Ernährungsberatung: Arno Balk und seine Frau haben mit der sogenannten Keto Balance-Ernährungsumstellung vor zwei Jahren ein neues Konzept entwickelt (siehe Info).

Zu der drei- oder zwölfmonatigen Betreuung Balks gehört auch ein Ernährungsplan sowie ein wechselnder Trainingsplan dazu, der immer wieder auf die Ziele abgestimmt wird. "Wichtig ist aber auch, dass die Menschen wirklich mitmachen wollen.

Das war bei Dudu absolut der Fall, ich habe selten jemanden erlebt, der so willensstark ist und unbedingt abnehmen möchte", erzählt Balk. Ihr Ziel sei es, 47 Kilogramm an Gewicht zu verlieren, erzählt Yilmazer. Seit September hat sie nun bereits 35 Kilogramm abgenommen und "von Anfang an viel Fett in Muskelmasse umgewandelt".

Schon morgens starte sie mit einem kurzen Training in den Tag, fahre mit dem Fahrrad zur Arbeit, gehe wandern oder mache Hula Hoop mit ihrem Reifen. "Auch Yoga mache ich inzwischen sehr gerne. Das war früher ein Fremdwort für mich, weil ich dachte, mit dem vielen Gewicht kann ich nicht beweglich sein", erzählt die 53-jährige Oma eines Enkels.

Die Schließung der Fitnessstudios beim zweiten Lockdowns schien allerdings zunächst ein herber Rückschlag zu sein: "Als ich gehört habe, dass Lockdown ist und die Fitnessstudios geschlossen werden, habe ich erstmal angefangen zu weinen. Arno Balk hat mich aber immer wieder mit einem Online-Training ermutigt und mein Partner hat mir zuhause ein kleines Fitnessstudio eingerichtet."

Hungern müsse sie aber trotzdem nicht, für ein Stück Kuchen trainiere sie dann am nächsten Tag etwas länger. Obst und Gemüse stehen bei Yilmazer täglich auf dem Speiseplan und geben ihr die nötige Kraft für den Tag: "Ich bin jetzt viel energiegeladener und motivierter. Das sehen die Menschen um mich herum auch: Meine Arbeitskollegen und sogar Bekannte auf dem Markt sprechen mich an, was ich für eine Veränderung durchgemacht habe. Das ist die größte Belohnung für die ganze Mühe."

In dem von Arno und Ute Balk entwickelten Ernährungs-Konzept geht es darum, wenig Kohlenhydrate zu essen, ohne zu hungern. "Die ersten acht Wochen isst man nur zehn Prozent der üblichen Kohlenhydratmenge, danach etwas mehr. Man muss aber viel Fett essen – das ist die Crux. Denn der Körper braucht Fettsäuren und Aminosäuren, aber keinen Zucker", erläutert Arno Balk.

Lahr (jöb). Überall nur noch Corona, Corona, Corona. Homeoffice schon seit Monaten. Das muntere Leben in Vereinen und Gruppen, es dämmert traurig still vor sich hin. Kontakte zu Freunden, Bekannten, Verwandten: eng begrenzt. Keine Partys und Feiern, kaum Fröhlichkeit: Die Pandemie nervt und zehrt.

Doch wir sind uns sicher: Die Corona-Zeit bietet auch neue Chancen und Möglichkeiten. Für ganz neue oder wiederentdeckte Hobbys. Für Entdeckungen in der näheren Heimat. Für Bewegung zu Fuß, mit dem Rad und Roller, mit dem Boot, wie auch immer. Für persönliche Veränderungen, die den Blick freimachen für Neues, Unbekanntes, Spannendes, Verblüffendes.

Wie entgehen Sie, liebe Leserinnen und Leser, dem Corona-Blues? Was ist Ihr "Neu"? Wie motivieren Sie sich, dem Viren-Wahnsinn zu trotzen? Was macht Ihnen Mut? Und wer hilft Ihnen?

Die Lahrer Zeitung startet eine Leser-Aktion, die positive Beispiele aufzeigen möchte, als Anregung für andere, als Mutmacher. "Raus aus dem Corona-Loch" heißt die Serie, in der Leser mit ihren ganz persönlichen Hobbys, Freizeitbeschäftigungen und Gute-Laune-Aktionen zu Wort kommen sollen.

Jeder, der sich traut, kann mitmachen. Wir brauchen von den Teilnehmern nur ein paar ganz einfache Dinge: ein selbstgeschossenes Foto ihres Hobbys oder ihrer kreativen Idee gegen Langeweile und Corona-Blues. Ein paar kurze Sätze, in denen Sie, liebe Leserinnen und Leser, Ihre Idee kurz beschreiben und erklären, wie Sie darauf gekommen sind und was es Ihnen bringt. Und Ihre Kontaktdaten, wie die Redaktion Sie erreichen kann, per E-Mail oder Telefon.

Leser Aufruf

Die LZ-Redaktion ist sich sicher: Bei uns gibt es viele positive Beispiele, wie man aus dem Corona-Blues herauskommt. Wir freuen uns auf Ihre Anregungen und Ideen! Einfach mailen an stadt@lahrer-zeitung.de. Per Post: Lahrer Zeitung, Redaktion, Aktion "Corona-Loch", Kreuzstraße 9 in 77933 Lahr

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