Freiburg IHK drängt auf Nachhaltigkeit

Mitmachen war beim IHK-Empfang in Freiburg angesagt. Per Handy konnten die 1800 Gäste bei Live-Umfragen abstimmen und die Ergebnisse dann gleich mitverfolgen. Foto: Braun

Freiburg - Den lauter werdenden Ruf nach mehr Klimaschutz soll die Wirtschaft nicht als Gefahr, sondern als Chance sehen. Das fordert der Präsident der IHK Südlicher Oberrhein, Steffen Auer. Zudem sollte das Breitbandnetz schleunigst ausgebaut werden.

Zum Empfang der Industrie- und Handelskammer waren mehr als 1800 Mitglieder und Vertreter aus Behörden und Kommunen ins Freiburger Konzerthaus gekommen. "Ein neuer Rekord", freute sich Präsident Auer aus Lahr. Er betonte, dass es der Wirtschaftsregion am südlichen Oberrhein "entgegen vieler Unkenrufe und Zeichen einer Konjunkturabschwächung sehr, sehr gut" gehe. Eine aktuelle IHK-Studie werde in Kürze vorgestellt und dann zeigen, dass die Region zu den wirtschaftlich stärksten in Deutschland zähle und es sich hier "sehr gut leben lässt".

Auer forderte die Wirtschaftslenker auf, keine Scheu vor der viel zitierten "Nachhaltigkeit" zu haben. Die Region habe "Riesenchancen", sich zur Nachhaltigkeitsregion Nummer eins zu entwickeln. Dazu müssten Betriebe ressourcenschonend wirtschaften, die Mobilität nachhaltiger werden und sich auch die regionale Politik mehr für Nachhaltigkeit einsetzen. Zugleich sei aber auch jeder Einzelne verpflichtet, umweltfreundlicher zu leben.  

> Wirtschaft im Umbruch: Auch in der Region befinde sich die Wirtschaft in einer der "größten Umbruch-Phasen seit der industriellen Revolution und der EDV-Einführung". Dies gelte nicht nur für die Auto-Industrie, sondern für alle Gewerbezweige. Treibende Kräfte seien die Digitalisierung und die Umstellung auf nachhaltiges Wirtschaften.  

> Fehler in den Auto-Branche: Die Autoindustrie als deutsche Schlüsseltechnologie erfinde sich derzeit neu und verarbeite "das Fehlverhalten vergangener Jahre". Das spüre auch die Zuliefer-Industrie in der Region. Den Umbau der Firmen würden aber nicht alle schaffen, sagte Auer.

 > Schnellste Datenleitungen: Unzufrieden sind die Firmenchefs mit den oft unzureichenden Datenleitungen, wurde am Montag bei einer Live-Abfrage (siehe Info) deutlich. Auer forderte "flächendeckend die schnellsten Datenleitungen der Welt" für die hiesige Region. Da brandete lauter Beifall auf.  

> Weg mit der Bürokratie: Ebenfalls enorme Probleme haben die Firmenchefs mit Bürokratie-Hürden, zeigte sich bei einer Abstimmung. Gerade für neue und kleine Firmen seien Vorschriften oft extrem hinderlich.

 > Mitarbeiter im Stau: Um den Dauerstau auf der A 5 zu vermindern, regte Auer Fahrgemeinschaften an. Und er forderte einen ICE-Halt für den Europa-Park an. Das würde Millionen Autos von der Autobahn holen und den Stau dort deutlich entlasten.

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