Lahr "Ich bleibe ein Kommunalpolitiker"

Der Forstwirtschaftsmeister und Landwirt definiert seine Ziele klar. Foto: Fries Foto: Lahrer Zeitung

Von Ariane Fries

 

Lukas Maria Oßwald ist einer von zwei "Linken" im Kreistag. Neben diesem Amt ist er auch Stadtrat in Lahr. Nun will er am 13. März auch in den Landtag einziehen.

Lahr . Eines ist schon vor der Landtagswahl klar: "Wenn ich in den Landtag einziehe, werde ich die kommunalpolitischen Ämter behalten", ist sich der Linken-Kandidat Oßwald sicher. Er bleibe dem Landleben verbunden. Sein Abschneiden bei der Landtagswahl will der 49-Jährige auch als Gradmesser für eine "gescheite Kommunalpolitik" bewerten. Denn er stehe nicht für Proporz. "Ich sage meine Meinung zu Dingen, die mir nicht passen", so Oßwald. "Ich muss mich als Politiker auch fragen, was die Leute wirklich bewegt. Warum sie auf die Straße gehen." Den Landtag in Stuttgart sehe er nicht als Elfenbeinturm.

Falls er tatsächlich ein Mandat erhält, will sich Oßwald dafür einsetzen, dass die Bundeswehr "nach Hause" kommt. Er begreife sie als reine Verteidigungstruppe, so wie es ursprünglich vorgesehen gewesen sei. Auch würde er sich dafür einsetzen, dass dem türkischen Präsidenten,­Recep Tayyip Erdogan, der "Geldhahn zugedreht werde". Das Verhalten des Präsidenten bewertet Oßwald als Genozid an den Kurden. Außerdem wolle Oßwald Rüstungsexporte verhindern. Ein bestimmendes Thema für Baden-Württemberg. Schließlich haben Unternehmen wie Heckler und Koch ihren Sitz in dem Bundesland. "Wir müssen die Wirtschaft so ausrichten, dass sie nicht am Krieg verdient", sagt Oßwald resolut. Auch hinsichtlich Flüchtlingspolitik vertritt der Kommunalpolitiker eine klare Meinung: "Angst ist das untauglichste Mittel, um Politik zu machen."

Eine weitere Herzensangelegenheit ist für ihn die kostenlose Kinderbetreuung. "Da ist schon viel passiert", will er nicht außer Acht lassen. "Aber, wenn Betreuung sich nach dem Einkommen der Eltern richtet, führt das zu einer Stigmatisierung."

Oßwald weiß, wovon er spricht. Er selbst habe solche Unterschiede kennengelernt. Denn als Jugendlicher aus einer landwirtschaftlichen Familie habe er sich auf dem Gymnasium in Lahr nie so wirklich behaupten können zwischen "all den Kindern von Ärzten und Anwälten". Schlechte Noten seien das Resultat gewesen. Auf dem zweiten Bildungsweg über die mittlere Reife und anschließend die Fachhochschulreife sowie einer Ausbildung zum Landwirt mit einer Fortbildung zum Forstwirtschaftsmeister hat er sich zum eigenen Betrieb hochgearbeitet. "Ich musste den Brennholzverkauf leider aufgeben", erzählt Oßwald. Er hatte vor knapp vier Jahren einen schweren Arbeitsunfall. Rund 1000 Ster habe er pro Jahr verkauft. Seitdem sei er eben Hausmann und Kommunalpolitiker mit mehr als zehn Ämtern und durchschnittlich zwei Sitzungen pro Woche.

Er lebt mit seiner Frau Beatrix, seiner Tochter Corinna mit Mann und den Enkelkindern Aliena und Lauren in einem Haus zusammen. "Wir sind eine Art Patchworkfamilie", beschreibt Oßwald.

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