Lahr Hunderte Hells Angels rollen heran

Mitglieder der Hells Angels werden heute auf dem Lahrer Flugplatz erwartet. Von dort werden die Biker nach Meißenheim fahren, wo ihr langjähriger Präsident zu Grabe getragen wird. Symbolfoto: Braun Foto: Lahrer Zeitung

Horst Walter, Gründer der Hells Angels in Lahr, wird heute in Meißenheim zu Grabe getragen. Aus diesem Anlass wird eine große Anzahl von Mitgliedern des Rockerclubs aus ganz Deutschland erwartet. Bei der Polizei ist man darauf vorbereitet.

Lahr/Meißeheim. Walter hat die Lahrer Ortsgruppe der Hells Angels –­ des bekanntesten Motorradclubs der Welt – nicht nur ins Leben gerufen, sondern auch lange Jahre als Präsident angeführt. Er starb am 10. Juli in der Uni-Klinik Freiburg, zwei Wochen, nachdem er mit seiner Harley einen Unfall hatte.

Am Unglückstag, dem 26. Mai, war Walter auf der Landstraße zwischen Jechtingen und Burkheim am Kaiserstuhl unterwegs. Er geriet mit seiner Maschine in einer Rechtskurve in den Gegenverkehr und prallte mit einem Auto zusammen.

Walter starb nach einem Unfall auf seiner Harley

Mit schweren Verletzungen wurde er in die Klinik gebracht, wo er mehrmals operiert wurde. Walter, ein trainierter, athletischer Typ, gab sich wie in seinem ganzen Leben in seinen letzten Tagen kämpferisch – doch am Ende erwiesen sich die Verletzungen als zu gravierend. Er wurde 58 Jahre alt.

Die Hells Angels in Lahr hatte Walter in den 1980er-Jahren maßgeblich aufgebaut. Der Ortsgruppe "Black Forest-Charter" setze sich aus Männern aller Berufsgruppen zusammen, Inhaber von Motorradläden, Tätowierstudios, Gastronomen, Handwerker, Kraftfahrer und Kaufmänner, hatte Walter in einem Interview erklärt. Man sei beruflich nicht im Rotlicht- oder Türsteher-Milieu aufgestellt.

Walter war geachtet in der Szene – weit über die Stadt hinaus. Zahlreiche Hells Angels aus ganz Deutschland werden ihm nun die letzte Ehre erweisen und zu seiner Beerdigung anreisen. Die Trauer­feier beginnt am heutigen Samstag um 15 Uhr auf dem Friedhof in Meißenheim.

"Wir rechnen mit Hunderten von Teilnehmern", bestätigt Rüdiger Schaupp vom Polizeipräsidium Offenburg auf Nachfrage. Erwartet wird, dass die Biker zunächst zum Clubheim "Angels Place" der Lahrer Hells Angels auf dem Flugplatz fahren. Von dort wird die Gruppe am frühen Nachmittag nach Meißenheim aufbrechen, wo die Trauerfeier direkt auf dem Friedhof abgehalten wird.

Schaupp hält sich bei der Frage bedeckt, wie viele Polizisten den Korso und die Beerdigung begleiten werden, sagt nur: "Wir werden ausreichend Kräfte einsetzen." Die Polizei habe die Aufgabe, einen ordnungsgemäßen Ablauf der Trauerfeier zu gewährleisten, aber auch auf der Straße einzugreifen, falls nötig. Gegebenenfalls müsse man an Kreuzungen den Verkehr regeln, damit die Biker störungsfrei fahren können, so Schaupp. In der Ried-Gemeinde gelte es dann, Rettungswege freizuhalten.

Die Polizei erwartet, dass sich die Teilnehmer nach der Beerdigung in alle Winde zerstreuen, eine größere Gruppe aber auch wieder zurück nach Lahr fahren wird.

Die Hells Angels werden am heutigen Samstag gegen 14 Uhr von ihrem Clubheim auf dem Flugplatzgelände (in der Nähe von Zalando) aufbrechen. Sie werden Kürzell durchqueren und dann weiter auf der Landstraße 118 nach Meißenheim fahren. Dort beginnt die Trauerfeier für Horst Walter um 15 Uhr auf dem Friedhof in der Goethe­straße.

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