Lahr Hohbergsee ist wieder Lebensraum

Walter Caroli (links) und Udo Baum vom Naturschutzbund freuen sich darüber, dass der Hohbergsee durch die Entschlammung ein wichtiges Amphibiengewässer bleibt. Diese Aufnahme ist vor eineinhalb Jahren entstanden, als die Entschlammung des Sees gerade in vollem Gang war. Archivfoto: Maier Foto: Lahrer Zeitung

Mit 1300 Mitgliedern ist der Naturschutzbund einer der größten Vereine in der Stadt. Die Aktiven haben im vergangenen Jahr wieder viel für den Artenschutz getan.

Lahr (red/sl). Udo Baum zog in der gut besuchten Hauptversammlung im Nabu-Stützpunkt am Hohbergsee ­eine positive Bilanz. Dabei hob der Vorsitzende die Betreuung von Nistkästen für den Steinkauz und die Schleiereule hervor. 46 junge Steinkäuze und 30 junge Schleiereulen waren ein schöner Lohn für die Anstrengungen. In mehr als 300 Sommer- und Überwinterungskästen bietet der Nabu Fledermäusen Quartier und leistet damit einen großen Beitrag zum Artenschutz dieser stark gefährdeten Tierart.

Zum Amphibienschutz konnte Baum berichten, dass die installierten Leiteinrichtungen einwandfrei funktionieren, viele Erdkröten und Grasfrösche konnten bei ihrer Laichwanderung zum See beobachtet werden.

Darüber hinaus waren freiwillige Helfer jeden Abend am Hohbergsee und an der Panzerstraße in Sulz unterwegs, um Amphibien über die Straße zu helfen. Die Arbeitsgruppe Mensch-Tier-Umwelt des Nabu hat auch 2018 mit ihren Veranstaltungen auf die Problematik der Massentierhaltung und die Notwendigkeit einer nachhaltigen Landwirtschaft hingewiesen.

Baum berichtete weiter, dass die Entschlammung des Hohbergsees 2018 abgeschlossen werden konnte. Der Schlamm wurde abgefahren und deponiert, die Lagerfläche durch Einsaat renaturiert. Walter Caroli, der mit Baum das Großprojekt organisiert und betreut hatte, ergänzte, dass der Hohbergsee nun für viele Jahrzehnte wieder ein optimales Laichgewässer für mehr als 10 000 Amphibien sei –­ und dass es der Nabu geschafft habe, die Finanzierung von 225 000 Euro über Zuschüsse und Sponsoring sicherzustellen.

Wolfgang Bahr, der stellvertretende Vorsitzende, berichtete über die Aktivitäten des Nabu bei der Landesgartenschau. Infotafeln informieren die Besucher des Seeparks dauerhaft über Lebensräume von Tieren und Pflanzen, ökologische Führungen fanden bis zu 40 interessierte Besucher, bei vier Veranstaltungen konnten Mehlschwalbennester modelliert werden. Das auf Anregung des Nabu erstellte Schwalbenhaus wird in den nächsten Tagen eine Klangattrappe erhalten, um Mehlschwalben durch die Rufe von Artgenossen auf die neue Brutmöglichkeit aufmerksam zu machen.

Wolfgang Bahr, der stellvertretende Vorsitzende, betonte, dass Öffentlichkeitsarbeit und politische Arbeit für den Nabu Lahr von großer Bedeutung seien. Mit vielen gut besuchten Veranstaltungen habe man das Bewusstsein der Menschen für die Natur geschärft, außerdem werde die Homepage des Nabu immer stärker angenommen.

Unbekannter setzt Goldfische in Tümpeln auf dem Langenhard aus

Über Stellungnahmen und Gespräche mit Verwaltungen und Behörden sowie die Mitarbeit im Umweltausschuss nehme der Nabu Lahr seine Aufgabe als Anwalt der Natur und Umwelt intensiv wahr.

Der Langenhardbeauftragte Walter Caroli berichtete von einer sehr positiven Entwicklung des Nationalen Naturerbes. Er verdeutlichte, dass es einen guten Bestand an Gelbbauchunken in den mehr als 40 Tümpeln gäbe. Die von einem unbekannten Zeitgenossen in einem Tümpel ausgesetzten Goldfische, die den Bestand an Gelbbauchunken bedrohten, hätten fachmännisch abgefischt werden müssen, was hohe, unnötige Kosten verursacht habe.

Schatzmeisterin Astrid Eckenfels stellte den Kassenbericht vor, der infolge des Großprojekts Seenentschlammung eine hohe Haushaltssumme aufwies. Es ergab sich ein geringes Plus für 2018.

Der Nabu möchte Menschen dafür begeistern, sich durch gemeinschaftliches Handeln für die Natur einzusetzen. "Wir wollen, dass auch kommende Generationen eine Erde vorfinden, die lebenswert ist, die über eine große Vielfalt an Lebensräumen und Arten, sowie über gute Luft, sauberes Wasser, gesunde Böden und ein Höchstmaß an endlichen Ressourcen verfügt", heißt es dazu auf der Internetseite des Lahrer Nabu. Die Ortsgruppe hat 2014 ihr 40-jähriges Bestehen gefeiert.

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