Lahr Helmut Schönberger ist der erste "Klima-Gewinner"

Helmut Schönberger, der auch ADFC-Vorsitzender für Lahr ist, mit einem Leih-Pedelec auf dem Langenhard. Foto: Stadt Foto: Lahrer Zeitung

Lahr (red/db). Anlässlich des 25. Jahrestags des Beitritts der Stadt zum Klimabündnis prämiert die Stabsstelle Umwelt Klimaschutzaktivitäten, die Lahrer in ihrem Alltag umsetzen.

"Mit den neuen Elektro-Mieträdern kommt man sehr gut auf den Langenhard", so bewarb sich Helmut Schönberger als Lahrer Klimaschützer im Alltag. Ein Lob aus berufenem Munde für das neue Leihradsystem, denn der gebürtige Würzburger, der nach längerer Odyssee 1981 in Lahr heimisch wurde, ist eine lokale Größe in Sachen Fahrrad. Er ist Vorsitzender der Kreisgruppe Ortenau des 1979 als Fahrradlobby gegründeten Allgemeinen Deutschen Fahrradclubs ADFC und Mitglied in der Lahrer Interessengemeinschaft Rad.

Klimaschutzmanager Michael Dutschke nahm die Herausforderung an und radelte bei 30 Grad im Schatten mit Schönberger gemeinsam auf den Langenhard. Sanft unterstützt durch den Elektroantrieb, erreichten die beiden (fast) ohne Schieben den Windpark auf dem Bergkamm und das Gasthaus Eiche auf dem direkten, teils holprigen Schotterweg. Die eigentlich als City-Bikes konzipierten Leih-Pedelecs, schlugen sich dabei tapfer im Gelände. Schönberger gehörte zu den ersten, die sich für das Lahrer Pedelec-Verleihsystem anmeldeten, das seit diesem Juli von der Firma Nextbike betrieben wird. Seither nutzt er es vor allem, um zwischen Bahnhof und Stadtmitte hin und her zu kommen, als Alternative zum Lahrbus, von dem er sich eine engere Taktung und bessere Abstimmung mit dem Zugverkehr wünscht.

Den Anfang nahm seine Leidenschaft für das Velo mit dem "Fahrradbuch", ein Bestseller von 1978 rund um Technik, Touren und Verkehrspolitik. Damals arbeitete Schönberger als Erzieher, bis er 1991 mit Mitte 40 seine Arbeit aus politischen Gründen verlor und eine Umschulung zum Industriemechaniker begann. "Ich wollte etwas völlig anderes anfangen", erklärt er. Sein Betriebspraktikum absolvierte er bei Fahrradbau Walter, einem kleinen Traditionsunternehmen, das bis heute Spezialrahmen herstellt.

Was im Studentenmilieu gut lief, eignete sich nicht fürs ländliche Lahr

Nach abgeschlossener Ausbildung machte sich Schönberger 1994 selbstständig. Aus seinem langjährigen Leben in Westberlin hatte er die Idee einer Selbsthilfewerkstatt namens "Rad und Tat" mitgebracht. Doch was im Studentenmilieu gut lief, eignete sich nicht für das ländliche Lahr, und so gründete er den Laden unter gleichem Namen und verkaufte Qualitätsräder für jeden Geschmack. Auch die ersten E-Bikes verkaufte er, bevor er 2012 den Laden im Rentenalter aufgab und sich aus dem Geschäftsleben zurückzog. Doch selber würde er sich kein Pedelec anschaffen, gibt er zu, da verlasse er sich lieber auf die eigene Muskelkraft.

Das Fahrrad ist nach wie vor Schönbergers Leidenschaft: Man trifft ihn im Sattel der Fahrradrikscha an, mit der er ehrenamtlich Bewohner des Spitals spazieren fährt. "Umweltschutz ist für mich nicht das wichtigste Thema", gibt er dem verdutzten Klimaschutzmanager zu Protokoll. Fahrräder und öffentliche Verkehrsmittel seien einfach in jeder Hinsicht so viel vernünftiger als Autos. Heute engagiert Schönberger sich für Radschnellwege, für die Rückkehr des "Entenköpfer"-Bähnchens als Straßenbahn durch das Schuttertal und für den Rückbau der Kreisverkehre, die er als Unfallschwerpunkte für Radfahrer identifiziert.

Mit der gewonnenen Familien-Tageskarte wird er mit Freunden den Energietag am Sonntag, 16. September, auf der Landesgartenschau (LGS) besuchen. Bis zum 7. September sind Lahrer aufgerufen zu berichten, was sie in ihrem Leben verändert haben, um das Klima zu schützen. Noch gibt es LGS-Familien-Tageskarten zu gewinnen. Einsendungen unter Stichwort "Klima25" an klima@lahr.de. Der Hauptgewinn ist übrigens ein Pedelec, teilt die Stadt weiter mit.

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