Lahr Hälfte der Umlage fließt zurück

Verabschiedung in der Verbandsversammlung (von links): Friesenheims Bürgermeister Erik Weide, OB Wolfgang G. Müller und Verbandsdirektor Markus Ibert Foto: Haberer Foto: Lahrer Zeitung

Bei der Verbandsversammlung des Industrie- und Gewerbepark Raum Lahr (IGP) wurde eine Teilrückzahlung von 50 Prozent der bisher geleisteten Verbandsumlage beschossen. Ende des Monats werden 1,6 Millionen Euro zurückerstattet.

Lahr. Bei der letzten Verbandssitzung unter der Leitung von Oberbürgermeister Wolfgang G. Müller hat der Zweckverband IGP eine Teilrückzahlung der von 1999 bis 2014 geleisteten Verbandsumlage beschlossen. Ende des Monats wird ein Betrag von rund 1,6 Millionen Euro an die elf Mitgliedsgemeinden und den Landkreis zurückerstattet. Auf das Konto der Stadt Lahr fließen 731 250 Euro, nach Friesenheim 243 750 Euro. Die übrigen Verbandsmitglieder erhalten entsprechend ihres jeweiligen Anteils einen Betrag von 48 750 Euro bis 81 250 Euro. Die Hälfte der bisher einbezahlten Verbandsumlage, in Höhe von rund 3,2 Millionen Euro wird damit zurückerstattet. Der einstimmig gefasste Beschluss spiegelt die Entwicklung des Zweckverbands in den vergangenen Jahren wider. Die Entwicklung des Flugplatzareal läuft mittlerweile sehr gut, die Verwerfungen nach der Jahrtausendwende sind längst Geschichte. Rund 95 Hektar Gewerbefläche konnten verkauft werden. Die nun beschlossene Rückerstattung lässt trotzdem noch Spielräume, um die erfolgreiche Ansiedlungs- und Entwicklungspolitik des IGP fortzuführen.

99 160 Euro wurden für ökologische Ausgleichsmaßnahmen im Bereich der Versickerungsmulden im Bebauungsplan IGP II freigegeben. Das erfolgreiche Angebot liegt rund 50 000 Euro unter den ursprünglich veranschlagten Kosten. Die erbrachten Ingenieursleistungen schlagen mit rund 20 340 Euro zu Buche.

Nach 22 Jahren als Vorsitzender schied OB Müller aus der Verbandsversammlung aus. Friesenheim Bürgermeister Erik Weide würdigte den Weitblick Müllers, der immer an den Erfolg geglaubt habe und den Zweckverband selbst in schwierigen Zeiten, mit persönlichem Engagement und langem Atem zusammengehalten habe. Das Ergebnis könne sich sehen lassen, wie Weide betonte. 95 Hektar verkauft, 19 große Betriebe angesiedelt und 3500 Arbeitsplätze geschaffen, ein Erfolg, den sich vor rund 20 Jahren kaum einer vorstellen konnte. Auch Verbandsdirektor Markus Ibert, der Müller im Amt des Lahrer Oberbürgermeisters nachfolgen wird, würdigte die Leistung des scheidenden Verbandsvorsitzenden. "Sie haben immer an den Erfolg geglaubt und entsprechend gehandelt", betonte er mit Blick auf die abgewendeten Austrittsbestrebungen einiger Verbandsmitglieder und die damalige Angst, der Zweckverband könnte zu einem Fass ohne Boden werden.

OB Müller überraschte bei seiner Verabschiedung als Verbandsvorsitzender mit der Aussage, dass es gerade auch die Herausforderung der Konversion auf dem Flugplatzareal war, die ihn 1998 nach Lahr gezogen habe. Es sei immer auch spannend gewesen, das größte Industrieareal Baden-Württembergs zu entwickeln und einen interkommunalen Zweckverband zum Erfolg zu führen, in dem nach den ursprünglichen Plänen eigentlich nicht Lahr und Friesenheim, sondern die Städte Offenburg und Freiburg den Ton angeben sollten.

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