Lahr Guter Start für "Jazz im Keller"

Starke Stimme: Sängerin Rebekka Ziegler bei ihrem Konzert im Stiftsschaffneikeller. Foto: Haberer Foto: Lahrer Zeitung

Von Jürgen Haberer

Lahr. Die Feuertaufe von "Jazz im Keller" ist geglückt. Am Samstagabend debütierte die neue Reihe des Kulturkreises mit einem sehr gut besuchten Konzert im Stiftsschaffneikeller. Auf der Bühne stand dabei das Kölner "Salomea Project" um die aus Lahr stammende Sängerin Rebekka Ziegler.

Nicht nur in Sachen Theaterarbeit weht ein frischer Wind durch den Stiftsschaffneikeller. Zum Einstieg in das zweite Halbjahr startete am Samstagabend die neu aufgelegte Reihe "Jazz im Keller" durch. Der seit Sommer 2015 neu aufgestellte Kulturkreis bekennt damit gleich im doppelten Sinne Farbe. Er bedient wie die Gründerväter des seit 1984 bestehenden Vereins die kulturelle Nische, bietet gleichzeitig aber auch einer jungen, aufstrebenden Generation von Jazzmusikern ein Podium.

Das "Salomea Project" um die aus Lahr stammende Sängerin Rebekka Ziegler steht wie das am 21. September in Lahr gastierende "Mengamo Trio" und das Johannes Bigge Trio (27. November) für eine frische und innovative, immer auch experimentierfreudige Spielart des Jazz. Die neue Mannschaft des Kulturkreises hofft, damit auch ein jüngeres Publikum für das oft als eher sperrig verschriene Genre begeistern zu können.

Die Lahrerin studiert Jazzgesang an der Musikhochschule Köln

Ob es immer so gut funktioniert wie am Samstagabend bleibt abzuwarten. Rebekka Ziegler, die in Lahr unter anderem auch als Frontfrau der Gruppe "Funk Farmers" für Furore gesorgt hat, studiert seit drei Jahren an der Musikhochschule in Köln Jazzgesang. Ihre Rückkehr in die alte Heimat hat am Ende auch so manchen Schulfreund und etliche Freunde ihrer Familie in den Keller gelockt. Mit dem von ihr vor rund zwei Jahren gegründeten "Salomea Project" arbeitet die mittlerweile 24-Jährige an der Verwirklichung ihrer musikalischen Vorstellungen.

Ihre wandlungsfähige Stimme steht im Zentrum der Musik. Jazz- und Harmoniegesang, lautmalerische Elemente und Hip Hop vermischen sich, entwickeln im Lauf des Abends einen ganz eigenen Charme. Zieglers Gesang vermag das ungemein kraftvoll agierende, ausgesprochen experimentierfreudige Trio in ihrem Rücken aber kaum zu bändigen. Tastenmann Yannis Anft, Bassist Oliver Lutz und Schlagzeuger Leif Berger halten konsequent mit satten Grooves dagegen, entwickeln in den Instrumentalpassagen ungemein dichte Klangteppiche. Das Schlagzeug von Leif Berger entwickelt sich dabei zu einem bisweilen fast schon beängstigend präsenten Unruheherd, der dem Auftritt des Quartetts immer wieder seinen Stempel aufdrückt. Das "Salomea Project" steht dabei für einen wilden, mit modernen Stilelementen durchsetzten Jazz, der immer auch darauf aus ist, die Grenzen des Machbaren auszuloten und anzutesten.

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