Lahr Großer Bahnhof für Mini-Bus

Mit großem öffentlichem Wirbel hat der kleine selbstfahrende Bus am Gartenschau-Gelände am Freitag seinen Betrieb aufgenommen. Er rollt bis Ende September als Echttest für autonomes Fahren durch die Stadt.

 

Lahr. Die Sonne glühte, die Gäste schwitzten, aber alle waren sehr zufrieden: Der Probelauf des ersten selbstfahrenden Busses in Baden-Württemberg geriet am Freitag, den 13., zum Glücksfall. Die SWEG mit Sitz in Lahr nahm den Hightech-Bus mit zahlreichen Gästen in Betrieb.

Verkehrsminister Winfried Hermann sprach von einem "historischen Tag" für die Mobilität im Land. Das Fahrzeug sei eine "absolute Innovation" im Echtbetrieb auf öffentlichen Straßen. Das Land unterstütze das Pilotprojekt mit 100 000 Euro für diese Vorreiter-Aufgabe.

Vor allem die vielen Behörden-Auflagen sind ein echtes Abenteuer

Oberbürgermeister Wolfgang G. Müller zeigte sich sehr erfreut, dass dieser bemerkenswerte Testversuch in Lahr zustande gekommen sei. Müller dankte dem Land für die Unterstützung, das Zukunftsprofil der SWEG zu schärfen. Und dass das Verkehrsunternehmen in Lahr seinen Standort behalten habe, sei wichtig für die Stadt.

SWEG-Vorstandsvorsitzender Johannes Müller sprach von einem "Abenteuer", das seine Firma mit dem Projekt gestartet habe. Da öffentliche Straßen befahren werden, seien viele Auflagen zu erfüllen gewesen. Doch alles habe am Ende bestens geklappt.

Die Freiburger Regierungspräsidentin Bärbel Schäfer war ebenfalls voll des Lobes für das Busprojekt und den Start in Lahr. Sie war auch eine der sechs ersten Fahrgäste. "Das ist eine völlig ruhige, angenehme Fahrt", berichtete sie anschließend. Aber man müsse schon "Vertrauen in die Technik haben". Auch Oberbürgermeister Müller fuhr natürlich mit und fand "keinen Unterschied zu herkömmlichen Bussen. Außer, dass es angenehm leise ist". Kein Wunder: Der Minibus rollt elektrisch. Verkehrsminister Winfried Hermann fiel die ruhige Fahrt ebenfalls positiv auf.

Auch der Reporter der Lahrer Zeitung konnte das neue Mobil auf dem kleinen Rundkurs testen. Erster Eindruck: Völlig unspektakulär. Man sitzt sich zu sechs gegenüber, ein Fahrbegleiter kümmert sich um die Technik. In der Schwarzwaldstraße schießen die Autos schnell heran, da muss er noch von Hand eingreifen und den Bus manuell abbiegen lassen, sagt Stephan Wisser von der SWEG. Ansonsten rollt der kleine Bus ganz selbstständig, bremst an den Haltestellen und erkennt, wenn ihm Autos oder Fahrräder zu dicht auf die Pelle rücken. Dann bremst er runter. Im Notfall, erklärt SWEG-Begleiter Wisser, bis zum Stillstand. Das kann dann abrupt werden, deshalb darf im Bus auch niemand stehen.

Heraus kam am Freitag: Der autonome Bus soll nach dem Testbetrieb in Lahr Ende September wahrscheinlich im Europa-Park eingesetzt werden. Das erklärte Vorstandsvorsitzender Johannes Müller auf Nachfrage der Lahrer Zeitung. Dort könnte das kastige Wägelchen als innovativer Shuttle-Bus zwischen Parkgelände und dem etwas abgelegenen künftigen Wasserpark "Rulantica" eingesetzt werden. Dort plant der Park einen Bus-Zubringer für die Gäste des neuen Hotels beim Wasserpark.

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