Lahr Großer Andrang auf Lebensmittel bei der Rubin-Mühle

Der Werksverkauf im Hof der Rubin-Mühle in Hugsweier stößt in Zeiten von Corona auf eine große Resonanz. Foto: Arbandt

Hugsweier - An die Nachkriegszeit werden sich die älteren Hugsweierer Mitbürger erinnern, wenn sie heute zu den Öffnungszeiten des Werksverkaufs der Rubin-Mühle die Situation betrachten. Im Hof der größten Mühle der Region stehen die Käufer in Scharen an.

Zu Fuß zur Mühle 

Dies war auch vor etwa 75 Jahren so. Die damaligen Käufer erreichten allerdings zu Fuß die Mühle – und wie der 2005 verstorbene Seniorchef Karl Rubin zu berichten wusste, kamen viele mit dem Zug nach Dinglingen und traten dann den Fußmarsch nach Hugsweier an. Heute ist man mit dem Auto unterwegs und entsprechend groß ist dann auch die Zahl der parkenden Autos im Hof und außerhalb der Mühle.

Zu Zeiten von Corona werden die unterschiedlichsten Produkte nachgefragt: Mehl, Müsli, Backmischungen und Haferflocken werden eingekauft, und nicht selten wird mengenmäßig über das Ziel hinausgeschossen. Manches erinnert an die regelrechten Hamsterkäufe mit Toilettenpapier, die in vielen Geschäften für leergeräumte Regale sorgen.

Fairness und Anstand gerade heute wichtig

Geschäftsführer Christopher Rubin macht sich für Fairness und Anstand stark, und führte als negatives Beispiel einen Käufer an, der einfach so 100 Kilogramm Mehl kaufen wollte. Als man ihn fragte, wofür er diese ungewöhnlich große Menge bräuchte, wurde die Seniorchefin recht brüsk mit dem Vermerk beschieden, dass sie das nichts angehe.

Rubin machte im Gespräch deutlich, dass es bis zur nächsten Ernte genügend Getreide gebe und die Mühle jeden Tag mit voller Leistung produziere. Was aber bei anhaltend hohem Kaufverhalten knapp werden könnte, seien leere Papiertüten. Wichtig war ihm der Hinweis, dass intern die Verantwortlichen ein ganzes Bündel an Maßnahmen getroffen hätten, um ihre Mitarbeiter zu schützen.

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