Lahr Grohe investiert 20 Millionen in Lahrer Werk

Lahr - Die Grohe AG stärkt ihr Werk in Lahr mit neuen Maschinen und zusätzlichen Mitarbeitern. Das kündigt Deutschland-Chef Thomas Fuhr an. 15 Millionen Euro wurden schon investiert, weitere fünf Millionen Euro folgen im kommenden Jahr.

Sichtlich gut gelaunt präsentierte Fuhr am Dienstagabend die Pläne für das Lahrer Werk bei einem Unternehmertreffen der Stadtverwaltung. Rund 50 Firmenlenker aus Lahr waren ins Grohe-Werk gekommen. "Eine grundsolide Firma", wie OB Müller am Abend erklärte. Fuhr und sein Lahrer Kollege Hans-Martin Souchon, der hiesige Werksleiter, zeigten auf, was beim Hersteller von Duschköpfen & Co. derzeit geplant ist.

 Hohe Investitionen: Das Lahrer Werk wird modernisiert und ausgebaut. Leer stehende Hallen sollen reaktiviert und mit neuen Maschinen bestückt werden. In den vergangenen drei Jahren seien insgesamt schon 15 Millionen Euro ins Werk geflossen, weitere fünf werden 2020 folgen, kündigte Thomas Fuhr gegenüber der Presse an.  

Neue Mitarbeiter: Grohe beschäftigt in Lahr derzeit 750 Mitarbeiter. Knapp 30 zusätzliche Kollegen sollen in den nächsten Wochen eingestellt werden. Damit kratzt das Werk dann bald an der 800er-Marke. Die Grohianer sind sehr produktiv: In den vergangenen zehn Jahren habe man den Ausstoß glatt verdoppelt, die Belegschaft aber nur um 20 Prozent aufgestockt, erklärte Souchon.  

Gute Aussichten: Auf LZ-Nachfrage betonte Fuhr, dass man auch 2020 mit weiter steigenden Umsätzen rechne. Im Deutschland-Markt rechne er mit einem zweistelligen Wachstum, weltweit immerhin noch mit einem hohen einstelligen Zuwachs. Umsatzzahlen nennt Grohe nicht, die Erlöse werden ins Konzernergebnis eingerechnet.  

Japan-Konzern: Die Firma gehört seit gut fünf Jahren zum japanischen Lixil-Konzern. Dieser hatte Grohe nach etlichen Irrungen und Wirrungen mit anderen Besitzern gekauft und will die Firma langfristig halten und entwickeln. Lixil ist ein Konzern mit Technologie fürs ganze Haus: Küchen, Fenster, Wassertechnik und gar ganze Häuser vertreibt der Konzern. Die Zusammenarbeit mit den japanischen Chefs laufe bestens, hieß es.  

Mensch und Maschine: Grohe setzt auch in Lahr auf den Mix aus Mensch und Maschine, also Roboter. Manches können Menschen besser, etwa die Qualitätskontrolle von hochglänzenden Duschstangen. Manches hingegen erledigen Roboter schneller, das Zusammenbauen verschiedener Teile zum Beispiel.

 Viele Varianten: Kunden wollen heute immer individueller planen, wenn es um Armaturen in Küche und Bad geht. Größe, Farbe, Design, Zusammenstellung: 1300 Produkt-Varianten sind im Werk Lahr abrufbar. Das schaffe Kundennähe und damit könne man sich von der Konkurrenz abheben, sagt das Management. Zehn Millionen Teile werden in Lahr pro Jahr hergestellt. Täglich sind das etwa 20 000 Handbrausen, 8000 Dusch-Sets und 3000 Dusch-Systeme.  

Neue Wohntrends: Bad und Schlafzimmer sowie Küche und Wohnzimmer würden  in modernen Wohnungen immer mehr kombiniert. Die Armaturen müssen schick sein, modern und optisch zum Umfeld passen. Die Folge: Immer mehr Kunden wünschen sich farbige Duscharmaturen. In Lahr werden diese farbenfrohen Sachen bald mit den neuen, millionenschweren Maschinen produziert.

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