Lahr "Gemeinwohl vor Einzelinteressen"

Langjährige Mitglieder (von links): Christian Estenfeld, Fred Snella, Günter Endres und Vorsitzender Mark Rinderspacher Foto: Breuer Foto: Lahrer Zeitung

Die Lahrer SPD ist für eine Bebauung auf dem Areal Reichswaisenhaus. Das wurde bei der Hauptversammlung des Ortsvereins am Mittwoch in der "Dammenmühle" deutich.

 

Lahr. Der Widerstand der Bürgerinitiative Altenberg sei ernst zu nehmen, der anstehende Bürgerentscheid werde ausdrücklich befürwortet, sagte Stadtrat Walter Caroli. Es sei aber zu beachten, dass das Gemeinwohl vor den Eigeninteressen Einzelner gehe. Gegen eine akzeptable Verdichtung mit Blick auf den Naturschutz sei nichts einzuwenden.

Der zunehmende Verkehr in der Oststadt, da zeigten sich die Stadträte Walter Caroli und Roland Hirsch mit Oberbürgermeister Wolfgang G. Müller einig, habe nicht nur mit dem geplanten Baugebiet am Altvater zu tun und werde auch nicht erst mit dessen Umsetzung problematisch. Schon jetzt gebe es in der Oststadt ein starkes Verkehrsaufkommen, das unter anderem auch durch die Achse Friesenheim –­ Schuttertal und die Schulen begründet sei. Die SPD-Fraktion habe deshalb schon ein neues Verkehrsgutachten gefordert. "Wir sind ein Teil des Pro­blems", sagte Müller. Jeder wolle mobil sein.

Die SPD-Fraktion sei mit den ersten Vorschlägen des Bauinvestors nicht einverstanden gewesen, informierte Roland Hirsch die Versammlung. "Wir brauchen Wohnraum für alle Schichten", betonte der Fraktionsvor- sitzende. Einer der entscheidenden Punkte für das Baugebiet sei die Änderung des Bebauungsplans, die auf den Weg gebracht werden müsse. Ein Gestaltungshandbuch soll erarbeitet werden, um ein einheitliches Bild zu erhalten. Außerdem solle sichergestellt werden, dass die Bauarbeiten in "einem Guss" vonstattengingen, um die Anwohner so wenig wie möglich zu belasten.

Mark Rinderspacher lenkte die Gespräche in Richtung Bundestagswahlkampf. "Der Schulz-Zug rollt", sagte er. "Im Moment herrscht Aufbruch- und Wechselstimmung." In den Umfragen stünden SPD und CDU momentan gleichauf. Es sei jetzt an der Zeit in den Wahlkampfmodus umzuschalten.

"Ich habe Respekt vor der Kanzlerin", sagte der Bundestagsabgeordnete Johannes Fechner. Sie habe eher die Moderatorenrolle übernommen. Aber "da ist jetzt die Luft raus". Seit der Bekanntgabe der Kandidatur von Martin Schulz habe es in Südbaden rund 80 Neueintritte in die Partei gegeben. Fechner sieht im Mitgliederzuwachs auch einen Zusammenhang mit dem US-Präsidenten Donald Trump. "So etwas wollen wir hier in Deutschland nicht haben", sagte er. Ihm gehe es um ein gerechteres Deutschland und ein wirtschaftlich wie sozialpolitisch stabiles und transparentes Europa.

39 der 141 Lahrer SPD-Mitglieder waren zur Hauptversammlung gekommen. Und alle 39 haben Mark Rinderspacher als Vorsitzenden bestätigt. Auch seine Mitstreiter Heike Wieseke und Willi Wentland als Vertreter, Uta Dreyer als Kassenwartin und Monika Weismann als Schriftführerin erhielten den vollen Rückhalt. Beisitzer sind Jutta Vollmer-Klitzing, Günter En­dres, Eugen Hurst und Christian Reinbold.

Ehrungen

> 50 Jahre Mitgliedschaft: Günter Endres

> 40 Jahre: Fred Snella und Christian Estenfeld

> 25 Jahre: Klaus Parchow, Reinhard Schmidt und Bernd Firnkes

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