Lahr Gemeinsamkeiten betont

Die Ausstellung in der Kundenhalle der Sparkasse ist noch bis zum 17. Oktober zu sehen. Foto: Baublies Foto: Lahrer Zeitung

Auf den Porträts sind Teddybären, Pinsel und Paletten, Bücher, Bälle oder Fahrräder zu sehen. "Das gehört zu mir" heißt das Fotoprojekt von Thomas Kaiser, das bis Montag, 17. Oktober, in der Kundenhalle der Sparkasse in Lahr zu sehen ist.

Lahr. Auf zwölf Doppelpor­träts hat Kaiser, Mitarbeiter des Caritasverbands in Lahr, Menschen aus vielen verschiedenen Ländern abgelichtet. Die 24 Porträts sind in Zweiergruppen arrangiert. So zeigen Natalia aus Russland und Paul aus Malawi ihre Pinsel samt der Mischpalette für ihre Gemälde. Diese zwei Menschen hätten sich während des Fotoshootings erst kennengelernt, sage Kaiser am Dienstagabend bei der Vernissage.

Die Verständigung habe auf Anhieb funktioniert: Die Künstler wollten nun zusammen eine eigene Ausstellung in Angriff nehmen. Leonie ist hier geboren, ihre Eltern stammen aber aus Russland. Ihr Porträt gehört zu der Fotografie von Naimas, die aus Togo hierhergekommen ist. Zu den Mädchen, beide acht Jahre alt, gehört jeweils ein Teddybär. Naimas sagt: "Wir gehen zusammen in eine Klasse." Über Leonie sagt sie: "Sie ist eine sehr gute Freundin und wir haben immer Spaß zusammen."

Dieses Zusammengehören ist der rote Faden, der die Bilder miteinander verbindet. Kaiser hat Menschen zusammengebracht. Die Porträts zeigen die Verschiedenheit, aber auch die Gemeinsamkeiten. Wie die Liebe zu Büchern, die Birgit und die Araberin Sana, die Literatur studiert hat, verbindet.

Die großformatigen, schwarz-weiß gedruckten Aufnahmen entstanden im Don-Bosco-Zentrum. Der Hintergrund ist schwarz. Die Motive wurden mit zwei Lampen ausgeleuchtet. Kaiser arbeitete viel mit Schatten und einem hohen Dunkelanteil auch in den Gesichtern. Die Gesichtszüge und die Accessoires werden gerade dadurch betont.

Erfreut war der Künstler, der das Projekt bei der Vernissage vor vielen Interessierten vorstellte, dass sich viele Menschen der verschiedenen Kulturen, die es hier gibt, von der Idee hätten begeistern lassen. Neben den so entstandenen Kontakten sollten diese Bilder auch vermitteln, dass Fremdenfeindlichkeit in Lahr keinen Platz habe. "Fotografieren ist mehr, als nur auf den Auslöser zu drücken", sagte Klaus Bühler, Bereichsdirektor des Markts in Lahr. Mit der Ergänzung: "Ein Fotograf macht sichtbar, was vielleicht ohne ihn nie wahrgenommen würde."

Das Streichquartett der Städtischen Musikschule mit Lavinia und Marius Mährlein (Violine), Leni Schmidt (Viola) und Ludwig Vetter (Cello) untermalte die Vernissage.

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