Lahr Geburtstagskonzert mit Überraschungen

Chor und Solisten des Gospelchor "Golden Harps" begeisterten die Zuhörer in der ausverkauften Stadthalle. Foto: Baublies

Die Gospels klangen souverän. Dass Chor, die Band und etliche Solisten Freude am Konzert gehabt haben, war offensichtlich. Mehr als eine Überraschung aber war, wie die "Golden Harps" ihren 20. Geburtstag in der Stadthalle zelebrierten.

 

Lahr. "Sieben Tage in Jerusalem" erzählt musikalisch die Passionsgeschichte, Einzug, Leiden, Tod und Auferstehung von Jesus Christus. Das sicher kaum bekannte Osteroratorium stammt aus der Feder des Norwegers Martin Alfsen (Jahrgang 1959). Der Chor, den Friedhelm Mattern auf das Konzert wunderbar eingestimmt hatte, sang daraus die Stücke "Der Kuss", "Ich reiß den Tempel ein" und "Die Verleugnung". Was Sänger und ein halbes Dutzend Solisten da boten, war weit mehr als der Stil Gospel eigentlich verlangte. Hier hatte auch die sechsköpfige Band ihren wichtigen Anteil.

Die Idee, dass neben der Band – zwei Keyboards, eine Perkussionistin, Bass und E-Gitarre sowie Drums – auch ein Streichquartett auftrat, kam bei dem "Halleluja" aus Händels "Messias" sehr gut an. Veronika und Florentine Ohnmacht, Ute Hahn und Jochen Meier gaben klassisch die Melodie aus dem Original Händels (Uraufführung 1742 in Dublin) vor. Chor und Band griffen die Melodie auf. Die "Soulful Celebration", wie das Arrangement "Messias für Gospelchor" genannt wird, wurde durch die Klangfarben der Streicher ein eigenes Erlebnis. Hier stellten Band und Quartett einen gelungenen Wettstreit an, den der Chor aufnahm, untermalte und mit voller Absicht auch übertönte. Dieser gelungene Wettbewerb war er rote Faden am Abend.

Der Beifall zum Osteroratorium und zur "Seelenvollen Feier" sprachen auch für sich. Der Titel "Ain‘t no Mountain high enough" war also keine Frage für das Gelingen des Konzertes in der übrigens ausverkauften Stadthalle. Chor, ein Dutzend Solisten, Band und das Streichquartett hatten an dem Abend scheinbar keine Mühe, alle "Notenberge" zu überwinden. Dass da viel Arbeit dahinter steckt, war – was an der Sanges- und Spielfreude liegen wird – nicht auszumachen. Reinhold Weber, der vor Jahren im Chor gesungen hatte, moderierte den Abend und ließ es sich dann nicht nehmen, einmal selbst als Solist mit einem Trio und drei Tänzerinnen der City-Ballett-Schule Lahr, aufzutreten. Der Chor, den Mattern von Anfang an leitet, spielte hier mit der eigenen Vergangenheit und zelebrierte eine gelungene Choreografie mit den Tänzerinnen, drei grünen Stühlen und dem Gesang.

"Oh Happy Day", war natürlich nicht das Ende des Konzertes. "Give us Peace", das gewohnte Schlussstück der Golden Harps" war da, nach einem fulminanten Auftritt als Schluss, auch ruhiger und besinnlicher "Santuary/Danke" hatte der Chor am Anfang intoniert. Das nahmen die Gäste immer wieder auf. Der stehende Applaus am Ende des Programms und den Zugaben war mehr als nur verdient.

INFO

Die Anfänge

In das Jahr 1997 reichen die Anfänge des Chors zurücl: Für eine überregionale Jugendveranstaltung stellten verschiedenen Musiker einen Gospel-Projektchor zusammen. Dem geplanten einmaligen Auftritt folgte eine Anfrage der Landesgartenschau in Mosbach. Im Anschluss entstand der Wunsch, auch in Zukunft lose zusammenzuarbeiten. Da die Hälfte der rund 35 Mitglieder seinen Wohnsitz in der Ortenau hatte und der Rest sich bis heute auf die Regionen Karlsruhe bis Freiburg verteilt, wurde Lahr aufgrund seiner zentralen Lage und eines geeigneten Proberaums von nun an Heimat und Zentrum aller Aktvitäten. Dort finden seit Januar 1999 wöchentlich intensive Chorproben statt.

  • Bewertung
    5