Lahr Freude über neue Räume

Mädchen aus Kippenheimweiler und Lahr zeigen einen Charleston-Tanz, für den sie die Kleider selbst genäht haben (von links): Katja Späth, Laura Eurich, Alwina Renz und Jessica Dams. Melissa Fritsler ist auf dieser Aufnahme verdeckt. Foto: Breuer Foto: Lahrer Zeitung

Das Bürgerzentrum Kippenheimweiler ist von einer Wohnung in größere und barrierefreie Räume umgezogen. Gemeinsam mit Jochen Brucker, Sozialarbeiter und Leiter des Bürgerzentrums, feierten am Mittwoch viele Gäste.

Kippenheimweiler. Was lange währt, wird endlich gut, könnte man im Fall des Bürgerzen­trums in Kippenheimweiler sagen. Begonnen hat alles 2003, als Jochen Brucker seine Arbeit in Kippenheimweiler und Langenwinkel im Rahmen eines Projekts aufgenommen hat. Sein Büro hatte er damals noch im Schlachthof. Vier Jahre später konnte eine Wohnung in den Niedermatten angemietet werden, in der von da an die Arbeit mit Kindern, Jugendlichen, Familien und Senioren organisiert wurde.

"In einer Wohnung ist nicht alles machbar und wir haben viel improvisiert", erzählte Brucker. Dazu zählte er unter anderem die zusammengestückelte Ausstattung mit gebrauchten Möbeln, die teilweise auch vom Sperrmüll geholt worden seien. Trotzdem: "Ich arbeite sehr gern, bringe viel Herzblut mit ein und ich sehe gern Menschen wachsen", berichtete Brucker, der seinen Netzwerk- und Kooperationspartnern der Schule und Kindergärten sowie dem Schlachthof bei der Einweihungsfeier dankte.

Heute, 15 Jahre und etliche Projekte nach dem Start der Quartiersarbeit, hat das Bürgerzentrum eine neue Heimat im ehemaligen russischen Laden in der Westendstraße gefunden. Die Räume haben mindestens das Doppelte an Fläche, sind hell, lichtdurchflutet und freundlich. Laut Bürgermeister Tilman Petters bieten sie allen Altersklassen und Gruppierungen der Gemeinwesenarbeit die Möglichkeit, sich zu treffen und gemeinsam zu feiern. "Dies ist eine Arbeit, bei der man auch die Früchte ernten kann", sagte Petters.

Ortsvorsteher Tobias Fäßler nannte Brucker "eine wichtige Schnittstelle zwischen Ortsteil und Stadtverwaltung". Oftmals würden die begünstigt, die am lautesten schreien, bezog er sich auf die Umsetzung des Projekts neues Bürgerzentrum. "Jochen ist keiner, der schreit", sagte Fäßler. Deshalb sei es umso erfreulicher, dass das Bürgerzentrum endlich in die neuen Räume habe einziehen können.

Die Mädchengruppe der Bürgerzentren Kippenheimweiler und Kanadaring zeigten einen Charleston-Tanz in selbst genähten Kleidern, und der Chor "Heimatstimme", der Ende 2017 im Bürgerzentrum in Kippenheimweiler eine neue Heimat gefunden hat, dankte für die Aufnahme mit russischen Liedern.

Gefeiert wurde anschließend vor den neuen Räumen bei Gegrilltem, Piroschki und Salaten.

Im Bürgerzentrum wird für die Stadtteile Langenwinkel, Kippenheimweiler und Hugsweier gemeinwesenorientierte Arbeit geleistet. Die Schwerpunkte liegen laut Internetseite der Stadt in der Jugend- und Jugendsozialarbeit, nämlich in der ergänzenden Betreuung und Begleitung der Jugendlichen bei ihrer schulischen Laufbahn. der Orientierung im Übergang von der Schule in den Beruf oder der Entwickeln von Freizeitperspektiven. Dazu gibt es eine Mädchengruppe, Kreativgruppe, ein Werkstattangebot für Grundschüler, Projekte des sozialen Lernens sowie Maßnahmen im Bereich Gewalt- und Suchtprävention, Freizeit- und Erlebnispädagogik für Jugendliche und junge Erwachsene. Weitere sind die zweisprachige Sozialberatung (Deutsch/Russisch), ein Seniorentreff, Frauenfrühstück sowie die Beratung von Familien.

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