Lahr Franzosen bevölkern Freibad

Ein Plätzchen im Lahrer Terrassenbad, hier am vergangenen Samstag, ist in diesem Sommer besonders begehrt, da andere Freibäder entweder geschlossen sind oder ihre Besucherzahlen wegen der Corona-Auflagen reglementieren müssen. Foto: Schabel

Lahr - Unter den Besuchern des Terrassenbads waren zuletzt vor allem an den Wochenenden auffallend viele Franzosen. Darüber haben sich Lahrer bei der Stadtverwaltung beklagt. "Einzelne Stimmen beschweren sich über zu viele auswärtige Badegäste", sagt Ralph Brucker laut einer städtischen Mitteilung, in der es um den Saisonverlauf im Terrassenbad geht. "Aber diese Diskussionen gibt es jedes Jahr", so der Leiter der Abteilung Liegenschaften und Verwaltungsservice, der für die Lahrer Bäder zuständig ist.

Ansturm der Franzosen: Der Anteil der Gäste aus Frankreich im Terrassenbad war am vergangenen Samstag gefühlt so hoch wie noch nie. Der Sprungturm war etwa fest in französischer Hand. Dort standen zeitweise bis zu 20 meist junge Leute an – alles Franzosen. Insgesamt dürfte am Samstag fast jeder zweite Gast französisch gesprochen haben.

Hintergrund: Im Ballungsraum Straßburg gibt es insgesamt zwar zehn Bäder, darunter sind aber lediglich zwei Freibäder. Das Schwimmerbecken im größten Straßburger Freibad, dem "Piscine du Wacken", ist dabei nur halb so groß wie das in Lahr. Außerdem dürfen sich im Bad im Stadtteil Wacken zurzeit nur 200 Besucher gleichzeitig aufhalten. Sprich: Französische Schwimmfans, die im Sommer nicht in ein Hallenbad wollen, müssen sich nach einer Alternative umsehen. Und die finden sie dann zum Beispiel in Lahr.

Möglichen Gedankenspielen, das hiesige Bad für Franzosen zu sperren, erteilt die Stadt in ihrer Pressemitteilung aber eine eindeutige Absage. "Nach wie vor tragen wir als Stadt Lahr den europäischen Gedanken in uns", so Brucker.

 Besucherzahl eingebrochen: Wegen der Corona-Auflagen dürfen sich nur 1000 Gäste gleichzeitig im Terrassenbad aufhalten. Dreimal wurde diese Marke bisher erreicht, zuletzt am Samstag um 14.25 Uhr, woraufhin keine weiteren Gäste auf die Anlage gelassen wurden. "Logische Folge ist eine geringere Besucherzahl als in den Vorjahren, ganze 42 Prozent sind es, um die der Zulauf 2020 zurückgegangen ist", teilt die Stadt mit. Dadurch seien auch die Ticketerlöse eingebrochen, um 40 Prozent. Ralph Brucker stellt gleichwohl fest: "Trotz der sehr, sehr schwierigen Corona-Situation sind wir mit dem Saisonverlauf zufrieden". Für das Personal sei das Ganze aber herausfordernd.  Weiter keine Online-Buchung: Trotz der Probleme möchte die Stadt keine strenge Reglementierung wie in anderen Bädern, in denen teils mehrere Tage im Voraus online gebucht werden muss. "Auch eine Begrenzung der Badezeit auf drei oder vier Stunden halten wir für eine zu große Einschränkung", betont OB Markus Ibert. "Bei 49 Öffnungstagen mussten wir bisher nur an drei Tagen schließen. Und auch an diesen Tagen entspannt sich die Situation ab 18 Uhr so, dass wieder Besucher zugelassen werden können."

Laut Ralph Brucker sind die notwendigen Abstände bei 1000 Besuchern gleichzeitig auf der Anlage gut einzuhalten. Das Bäderpersonal achte mit einem besonders aufmerksamen Auge auf die Einhaltung der Corona-Regeln. Jeder Besucher sei aber auch selbst dafür verantwortlich, dies zu beachten, mahnt er.

Das Einschalten eines Sicherheitsdienstes, der die Besucher grundsätzlich maßregelt, hält die Stadt nicht für erforderlich.

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