">

Lahr Fotovoltaik erhält Vorzug gegenüber Windkraft

Die Mitglieder stimmten der Planung der Genossenschaft einhellig zu. Foto: Bohnert-Seidel

Lahr/Friesenheim. Stetes Wachstum und ein positiver Geschäftsbericht – das sind die wichtigsten Erkenntnisse der Generalversammlung der Bürger-Energiegenossenschaft E-Werk Mittelbaden in der Friesenheimer Sternenberghalle. Die Mitglieder zeigten ihre Zustim­mung für die Entwicklung mit viel Applaus.

 

Die Bürger-Energiegenossenschaft E-Werk Mittelbaden wählt Energieprojekte aus und setzt sie um: etwa Fotovoltaik-Anlagen auf Dächern oder Freiflächen, Bürgerwindräder, Biogasanlagen in ländlichen Gebieten oder Wasserkraftanlagen.

Vor knapp fünf Jahren aus der Taufe gehoben, sei die Bürger-Energiegenossenschaft (BEG) im gesellschaftlichen und energiepolitischen Umfeld der Ortenau längst etabliert, betonte Vorstandssprecherin Brigitta Schrempp, die abwechselnd mit ihrem Stellvertreter Frank Kunzelmann sprach. Mit 1044 Mitgliedern sei die BEG die größte Genossenschaft dieser Art in Baden-Württemberg. Die Mitgliederzahl soll konstant bleiben, weshalb sich die Genossenschaft nicht mehr für Neumitglieder öffnen wird, versicherte Schrempp auf die Frage eines Zuhörers. Außerdem sollen weitere knapp 1,15 Millionen Euro der Einlagen in die Fotovoltaik-Anlage auf dem ehemaligen Munitionsdepot in Offenburg-Waltersweier investiert werden. Die bisherige Eigentümerin Badenova werde einen 50-prozentigen Anteil an die BEG abtreten, so Schrempp. Obendrein sei man im Gespräch mit dem Eigentümer des Dinglinger Hauses in Lahr zur Installation einer kleinen Fotovoltaik-Anlage für eine Investitionssumme von 100 000 Euro.

Weiter am Ball bleiben wolle man bei der geplanten Wasserkraftanlage Geisteichwehr in Zell. Hier stehe noch die wasserrechtliche Bewilligung aus. Außerdem sei der Fördertopf des Landes noch immer "auf Eis gelegt", so Tatiana Demeusy, Projektverantwortliche im Vorstand. Sobald die Bewilligung vorliege, werde die Wirtschaftlichkeit des Projekts geprüft.

Während die BEG weiter in Fotovoltaik-Anlagen investiert, will sie künftig zurückhaltend mit Investitionen in Windkraftanlagen sein. Nach dem 1. Januar 2016 hatte sich die BEG im Zug des Großprojekts "Windenergieanlage Prechtaler Schanze" einmalig für weitere Mitglieder geöffnet. Der stellvertretende Vorstandssprecher Frank Kunzelmann bestätigte: "2016 war fotovoltaiktechnisch gesehen kein herausragendes Jahr, trotzdem war es ein gutes Jahr. Windtechnisch war es eher ein unterdurchschnittliches Jahr."

Das neue und größte Projekt Prechtaler Schanze liege leicht über der Planung. Mit der Anlage könnten 1500 Haushalte mit Strom versorgt werden. Der Aufsichtsrat empfahl der Versammlung, den Gewinn in Höhe von 119 858 Euro wie folgt zu verwenden: 1198 Euro fließen in die gesetzliche Rücklage, 118 146 Euro fließen mit einer Rendite nach Steuern von 2,1 Prozent als Dividende an die Mitglieder und weitere 513 Euro bilden einen Vortrag auf die neue Rechnung. Die Mitglieder gaben mit insgesamt 181 Stimmen in allen Belangen ihr einstimmiges Votum.

Die Bürger-Energiegenossenschaft hatte zum 31. Dezember 1044 Mitglieder und ein Geschäftsguthaben von 5,626 Millionen Euro.

  • Bewertung
    0